NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart besucht Geothermiezentrum Bochum

14.12.17 | Forschung & Entwicklung

 

Mit dem Projekt TRUDI will das GZB tiefengeothermische Potentiale untersuchen.

Diese Personen besprachen die Zukunftspläne des GZB (v.r.n.l.): Markus Hinsenkamp, Prof. Dr. Rolf Bracke, Prof. Dr. Eva Waller, Prof. Dr. Andrea Mohnert, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Prof. Dr. Jürgen Bock, Prof. Dr. Michael Schugt, Prof. Dr. Andreas Ostendorf. - Foto: GZB

Anfang Dezember besuchte der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Hochschule Bochum, um sich zu Forschungsplänen der Geothermie zu informieren. Bei einer Präsidiumssitzung verfolgte Pinkwart Darlegungen von Prof. Dr. Rolf Bracke, Leiter des Internationalen Geothermiezentrums Bochum (GZB). Außerdem plant das GZB mit Hilfe des Projekts TRUDI die Fernwärme an Rhein und Ruhr aus Erneuerbaren Energien zu speisen.

In der Sitzung führte Bracke unter anderem an, dass der Energiebedarf in Deutschland zu 56% aus Wärme besteht. Das GZB plant eine Umstellung der Fernwärme von NRW mit einem Schwerpunkt auf der Nutzung von Tiefengeothermie. Für einen Wechsel auf eine erneuerbare Wärmeversorgung verweist Bracke auf München als Vorzeigebeispiel für grüne Fernwärme. Minister Pinkwart versicherte am Ende seines Besuches, dass dieser ihm weitere Einsichten in die Herausforderungen und Potentiale der Geothermie gewährt hatte.

Forscher vermuten geothermale Reservoire in den tiefen Gesteinsschichten von NRW, jedoch sind diese bisher unerforscht. Dies will das GZB mit dem Bund-/Länder- Projekt TRUDI (tief-runter-in-die-Ruhr) ändern. Das Forschungsvorhaben sieht eine Erkundung des Untergrunds auf eine mögliche tiefengeothermische Nutzung vor. Das eigentliche Ziel ist die Umstellung der Fernwärme auf Erneuerbare Energien. In der ersten Phase von TRUDI sollen Bohrungen in einer Tiefe von bis zu 1.500 Metern durchgeführt werden. In dieser Tiefe soll dann die Wasserzirkulation und die Nutzung des Untergrunds als Wärmespeicher getestet werden. Ausgehend von einer Tiefe von 1.500 Meter kann der Untergrund auf eine Tiefe von bis zu 5.000 Meter erkundet werden. Dort werden Temperaturen von 170 Grad erwartet. Die Investitionskosten für die erste Phase von TRUDI betragen 40 Mio. Euro, das gesamte Projekt beläuft sich auf eine geschätzte Summe von 110. Mio. Euro.

Quelle: Geothermiezentrum Bochum