Geothermie unterstützt die Klimaschutzziele der Stadt Celle

18.01.18 | Oberflächennahe Geothermie

 

So sieht die geplante Geothermienutzung auf der Allerinsel aus. - Foto: GeoEnergy Celle

Der GeoEnergy Celle e.V. hat eine Machbarkeitsstudie zur geothermischen Wärmeversorgung der Allerinsel Celle in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse des Gutachtens für den ersten Teilabschnitt der Bebauung liegen jetzt vor.

Das Ergebnis des Gutachtens, das die Ingenieurgesellschaft Heidt + Peters mbH erstellt hat, zeigt den Weg zur Erreichung der städtischen Klimaschutzziele auf: Für die geplanten Wohnquartiere am Stadthafen liegen die zu erwartenden CO2-Emissionen bei einer geothermischen Energieversorgung um 90% unter der Emission eines vergleichbaren gasbetriebenen Blockheizkraftwerkes. Dadurch lassen sich im Jahr rund 250 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

 

Grundlagen für dieses Ergebnis sind die Installation eines oberflächennahen Erdsondenfeldes mit entsprechenden Wärmepumpen sowie die Betrachtung der von den Investoren geplanten Heizleistungen für 220 Wohneinheiten und des daraus resultierenden Jahreswärmebedarfs. Ein noch größeres Potential bietet die geothermische Wärmeerschließung durch eine mitteltiefe geothermische Bohrung. Diese Variante liefert eine noch höherer Wärmeleistung als für den ersten Bauabschnitt gefordert. Gleichzeigt sind die Investitionskosten höher und der Realisierungszeitraum deutlich länger. Technisch, wirtschaftlich und genehmigungsrechtlich wird daher von der Studie die Realisierung einer oberflächennahen Lösung empfohlen.

 

Wirtschaftlich betrachtet liegen die Investitions- und Betriebskosten für ein geothermisches Sondenfeld mit den entsprechenden technischen Anschlüssen allerdings über den Kosten für ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk BHKW mit vergleichbarer Leistung. Grundlage für die Berechnungen der Betriebskosten sind die derzeit marktüblichen Gaspreise zum Betrieb des BHKW sowie Strompreise zum Betrieb der geothermischen Wärmepumpen. Eine künftige Erhöhung der Gaspreis würde sich wirtschaftlich zugunsten der Investition in die Geothermie auswirken.

 

Das Gutachten zeigt aber auch, wie Investitionskosten über Fördergelder von Bund und Land erheblich gesenkt werden können und damit die Geothermie wirtschaftlich rentabel machen: Das Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA beteiligt sich mit 50 % an den Investitionskosten für innovative Wärmenetze. Auch durch einen Zuschuss aus dem Klimaschutzfond des Stadt Celle könnte der wirtschaftliche Anreiz für die Investoren deutlich verbessert werden.

 

In Celle sind schon seit Jahren einige erfolgreiche geothermische Heizanlagen im Betrieb. Beispiele hierfür sind die neue Celler Feuerwehrwache oder die Betriebsgebäude der Unternehmen Schlumberger und R.O.T. in Altencelle. Deutschlandweit sind bereits 350.000 erprobte Anlagen mit leistungsfähigen Wärmepumpen installiert.


Quelle: Pressemitteilung GeoEnergy Celle