Renewables 2018 Global Status Report: Erneuerbarer Wärme- und Kältesektor braucht mehr Zuwachs

05.06.18 | Erneuerbare Energien

 

Das Logo der REN21. Foto: REN21

REN21 veröffentlichte vergangenen Sonntag den Renewables 2018 Global Status Report (GSR), eine jährliche Studie über den derzeitigen weltweiten Stand der Erneuerbaren Energien. Sowohl der weltweite Energiebedarf als auch energiebedingte CO2 -Emissionen sind erstmals seit vier Jahren wieder deutlich gestiegen. Der weltweite Energiebedarf stieg im Jahr 2017 aufgrund des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern und des weltweiten Bevölkerungswachstums um schätzungsweise 2,1 Prozent. Die energiebedingten CO2 Emissionen stiegen um 1,4 Prozent. Eine Senkung in beiden Bereichen ist das Ziel, jedoch kann der Zuwachs an Erneuerbaren Energien zurzeit nicht mit dem steigenden Energiebedarf und den anhaltenden Investitionen in fossile und nukleare Kapazitäten Schritt halten. Nationale Ziele für Erneuerbare Energien im Wärme- und Kältesektor gibt es weltweit nur in 48 Ländern. Wärme-, Kälte- und Transportsektor machen zusammen ca. vier Fünftel des weltweiten Energiebedarfs aus, hinken jedoch bei der Energiewende hinterher. 

Auf einem guten Weg befindet sich die Energiewende im Stromsektor. In die erneuerbare Stromversorgung wurde mehr als doppelt so viel investiert wie in fossile und nukleare Stromkapazität zusammen. 75 Prozent der Investitionen in Erneuerbare Energien entfielen 2017 auf China, Europa und die Vereinigten Staaten. Wenn man allerdings die Investitionen ins Verhältnis mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) setzt, investierten Entwicklungsländer wie die Marshallinseln, die Salomonen und viele weitere im Verhältnis zu Ihrer Größe viel oder gar mehr in Erneuerbare Energien als Industrie- und Schwellenländer.

"Zwar rasen wir einer 100 % erneuerbaren Stromzukunft entgegen, wenn es aber um Wärme, Kälte und Transport geht, fahren wir im Leerlauf, als hätten wir alle Zeit der Welt. Leider ist dem nicht so!" sagt Rana Adib, Exekutivsekretärin von REN21. Arthouros Zervos, Vorsitzender von REN21, fügt hinzu: "Um die Energiewende zu vollziehen, brauchen wir politisches Leadership der Regierungen - zum Beispiel, um Subventionen für fossile Brennstoffe und Atomkraft abzuschaffen, Investitionen in die notwendige Infrastruktur zu tätigen, politische Ziele und Richtlinien für den Wärme-, Kälte- und Transportsektor festzulegen.“

Quelle: REN21 Renewables Global Status Report