Umweltfreundlich kochen mit Erdwärme

12.07.18 | Nachrichten & Kurzmeldungen

 

In Lanzarote wird auch Erdwärme zum Kochen genutzt. Hier wird ein vulkan-beheizter Grill verwendet. - Foto: Wikimedia

Auf São Miguel, einer Insel in den Azoren zwischen Portugal und Amerika, wird mit Erdwärme gekocht. Die Einwohner nutzen den vulkanischen Dampf, der aus Erdlöchern (Fumarolen) austritt, um damit ihre Gerichte zu erhitzen. Die langjährige Köchin Teresa Casada lagert einen mit Gemüse und Fleisch gefüllten 40 Liter Aluminiumtopf für ca. sechs Stunden in einer Fumarole. Daraus entsteht dann eine Variante des portugiesischen Cozido-Eintopfes, genannt „Cozido das Furnas“. Auf der Insel ist das Gericht sowie die umweltfreundliche Zubereitung mittels Erdwärme Tradition. Ähnliche Konzepte gibt es auf Hawaii, wo über Lava gekocht wird, und in Lanzarote, wo ein vulkan-beheizter Grill eingesetzt wird.

Die Azoren sind auf einem Bergrücken lokalisiert, wo die nordamerikanischen, afrikanischen und eurasischen tektonischen Platten kollidieren. Dadurch bildeten sich Vulkane, welche einige Inseln der Azoren vor knapp 300.000 Jahren formten. Durch den vulkanischen Untergrund sind die geothermischen Aktivitäten um den Bezirk Furnas auf São Miguel stark ausgeprägt. Ein Vulkankrater bildete dort einen Caldeira-See mit vielen Fumarolen, welche heute von vielen Köchen genutzt werden. 

Quelle: Atlas Obscura