Deep Heat Mining (DHM)

Deep Heat Mining bezeichnet den Entzug geothermischer Energie aus einem künstlich geschaffenen unterirdischen Reservoir zur Produktion von Wärme und Strom. Hot Dry Rock ist die dabei verwandte Technologie. Sie nutzt das beinahe unerschöpfliche Wärmereservoir der Erde zur Produktion von Wärme über einen geschlossenen Wasserkreislauf (Abb. 1). Im Gegensatz zu einem geothermischen Feld in einer vulkanischen oder tektonischen Anomalie hängt ein Hot-Dry-Rock-Verfahren von der künstlichen Stimulation im festen Gestein durch hydraulisches Aufbrechen von Klüften ab. Dabei presst eine Injektionspumpe kaltes Wasser (blau) in ein Wärmereservoir. Das Wasser erwärmt sich am zerklüfteten Gestein und wird wieder an die Oberfläche gepumpt (rot). Dort entzieht ein Wärmetauscher dem Wasser die Energie zur Strom- und Wärmeproduktion. Das Wasser (Fluid) zirkuliert dabei in einem geschlossenen Kreislauf, wobei der Reservoirdruck und der Fluid- Durchfluss durch die ausgeglichenen Förder- und Produktionsraten gesteuert werden.

Hochtemperatur-Felder liefern in einigen Ländern, beispielsweise in Island, Italien und USA, bedeutende Beiträge zur Strom- und Wärmeproduktion. Durch Deep Heat Mining soll das Potential auch in Gebieten mit geringeren Reservoir-Temperaturen (z.B. Frankreich, Schweiz) zumindest teilweise ausgeschöpft werden (Quelle: www.geothermal-energy.ch und Häring GeoProject, Steinmaur).

Deep Heat Mining ist auch die offizielle Bezeichnung des Basel-Projektes.


Deep Heat Mining
ist ein schweizerisches Energieforschungsprojekt, das den Bau einer Pilotanlage für ein geothermisches Kraftwerk nach dem Hot-Dry-Rock- respektive dem Hot-Fractured-Rock-Verfahren vorsieht. Dabei wird kaltes Wasser ins heisse Gestein gepresst, wo es erhitzt wird, bevor es wieder zurück an die Erdoberfläche befördert wird. Dort kann es zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden.

Mittelfristig soll mit dem Projekt eine umweltverträgliche Energiegewinnung möglich werden. Ziele sind auch die Nutzung einheimischer Energiequellen und die Reduktion des Energieimports. Es soll in Basel eine Pilotanlage gebaut werden, die ohne CO2-Ausstoss oder der Produktion von hochgiftigem oder radioaktivem Abfall 6 Megawatt Strom und 17 Megawatt Wärme liefert. Dies entspricht dem Bedarf an elektrischer Energie von rund 10000 Haushalten und dem Wärmebedarf von 2700 Haushalten. Vorgesehen sind Bohrungen in 5000 Metern Tiefe, wo Temperaturen von 200 Grad Celsius genutzt werden können.

Als Standort des künftigen Geothermiekraftwerks ist der Werkhof der IWB in Basel-Kleinhüningen vorgesehen. Die gewonnene Wärme kann von dort in das gut ausgebaute städtische Fernwärmenetz eingespeist werden. In den Sommermonaten, wenn der Bedarf an Fernwärme gering ist, wird das Kraftwerk hauptsächlich Strom produzieren.  [bearbeiten]


Weiter lesen:

Interne Links:

Externe Links:
http://www.seismo.ethz.ch/basel/index.php?m1=project&m2=dhm&lang=de