In Berlin entsteht aktuell eines der größten und innovativsten Energieprojekte der Berliner Stadtwerke: das nachhaltige Versorgungskonzept für das Haus der Statistik. Bekannt ist das Haus der Statistik unter anderem durch die Schriftinstallation ‚Allesandersplatz‘ und den großen Fassaden-Schriftzug ‚Stop Wars‘.
Neben Solarstrom sorgt ein kaltes Fernwärmenetz (ein sogenanntes Anergienetz) dafür, dass das Quartier künftig effizient und nahezu CO₂-frei mit Strom, Wärme und Kälte versorgt wird. Bis 2029 soll ein zukunftsweisendes Energiesystem entstehen. Bereits jetzt wurden die neue Energiezentrale sowie mehrere Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Erste Gebäude werden seit 2024 mit Wärme und Kälte versorgt.
Das Anergienetz ist das Herzstück des Projekts, ein Leitungssystem mit niedrigen Übertragungstemperaturen, das sowohl heizen als auch kühlen kann. Dafür nutzt es Energie aus Abwasserwärme eines nahegelegenen Kanals, aus dem Erdreich sowie Abwärme von IT-Anlagen. Speicher gleichen Lastspitzen aus, während Power-to-Heat-Anlagen zusätzliche Sicherheit an kalten Tagen bieten.
Für die Wohnungsneubauten wird ein separates Nahwärmenetz mit Hochtemperatur-Wärmepumpe errichtet, die im Sommer die Abwärme der Gebäudekühlung für Warmwasser nutzbar macht, versogt durch Strom per Photovoltaikanlage.
Insgesamt erreicht das System eine Wärmeleistung von 2.200 kW und eine Kälteleistung von 735 kW, sodass jährlich rund 3.000 MWh Wärme und 1.500 MWh Kälte bereitgestellt werden sollen. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa sieben Mio. Euro.
Das Projekt wird von der Projektgemeinschaft Koop5 getragen, zu der die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, das Bezirksamt Berlin-Mitte und die ZUsammenKUNFT Berlin eG gehören. Gefördert wird es im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).
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