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Die Erde schreibt keine Rechnung: Kostenstabile Wärme durch Geothermie

| News

Fossile Energiepreise schwanken. Geothermie bietet eine Wärmequelle ohne Brennstoffrechnung und schafft damit mehr Planbarkeit.

Foto: insung yoon / Unsplash

Steigende und schwankende Preise für Erdgas und -öl zeigen, wie stark die Kosten der Wärmeversorgung von den Entwicklungen an den internationalen Energiemärkten abhängen können. Für Haushalte, Kommunen und Unternehmen wird damit langfristige Kostenplanung schwieriger. Geothermie bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Die Wärmequelle selbst stellt keine Brennstoffrechnung.

Bei einer Geothermieanlage fallen zwar zunächst Investitionskosten für beispielsweise Bohrungen, Wärmepumpe und Anlagentechnik an. Sind die Anlagen jedoch einmal errichtet, entstehen keine Kosten für den Einkauf der Energiequelle. Die laufenden Kosten bestehen im Wesentlichen aus Strom für Wärmepumpen und Pumpen sowie aus Betrieb und Wartung. Dadurch sind die Wärmekosten deutlich weniger direkt von den Schwankungen fossiler Brennstoffpreise abhängig.

Besonders deutlich wird dieser Vorteil bei Erdwärmepumpen. Eine aktuelle Kurzstudie von Prognos kommt zu dem Ergebnis, dass erdwärmegekoppelte Wärmepumpen trotz höherer Anfangsinvestitionen über die Lebensdauer wirtschaftlich vorteilhafter sind. Als Gründe nennt die Studie unter anderem steigende Gaspreise und CO₂-Kosten. Über einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren lagen die jährlichen Gesamtkosten von Erdwärmepumpen in der untersuchten Modellrechnung rund acht Prozent unter denen von Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Auch die aktuellen Entwicklungen bei der Kostenverteilung fossiler Heizungen zeigen, wie relevant diese Preisrisiken für Haushalte und Vermietende sind. Prognos hat kürzlich verschiedene Szenarien für die künftigen Kosten von Gasheizungen untersucht und dabei unter anderem steigende Gaspreise, Netzentgelte und CO₂-Kosten betrachtet. Je nach Preisentwicklung können dadurch erhebliche zusätzliche Belastungen entstehen.

Bei der Tiefengeothermie stehen den vergleichsweise hohen Investitionskosten ebenso niedrige laufende Kosten gegenüber. Die Roadmap Tiefe Geothermie beziffert die Wärmegestehungskosten für bestimmte Anlagenkonstellationen auf etwa 25 bis 30 Euro pro Megawattstunde. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten stark von Standort, Bohrungen, Förderrate und weiteren Projektbedingungen abhängen. Zum Vergleich: Bei einem aktuellen Preis von ca. 12,33 Cent pro Kilowattstunde als Mittelwert aus Erdgas-, Heizöl- und Fernwärmepreisen, sind es über 120 Euro pro Megawattstunde.

Geothermie macht Wärme damit nicht automatisch günstig, aber sie kann sie planbarer machen. Denn während fossile Heizsysteme dauerhaft Brennstoffe benötigen und damit Preisrisiken ausgesetzt sind, kommt die Energiequelle bei der Geothermie aus dem Untergrund. Gerade bei langfristig betriebenen Anlagen und Wärmenetzen ist das ein wichtiger wirtschaftlicher Vorteil.

Hinzu kommt: Geothermische Anlagen können über viele Jahrzehnte betrieben werden. Die älteste Geothermieanlage Deutschlands läuft bereits seit über 42 Jahren störungsfrei. Die älteste Geothermieanlage der Welt gibt es sogar bereits seit dem 19. Jahrhundert! Eine lange Nutzungsdauer ermöglicht es daher, die anfänglichen Investitionen über einen langen Zeitraum zu verteilen.

Kostenstabilität ist ein wichtiger Vorteil der Geothermie: Wer auf Erdwärme setzt, macht sich unabhängiger von fossilen Brennstoffpreisen und schafft die Grundlage für eine langfristig besser kalkulierbare Wärmeversorgung.

Denn: Die Erde schreibt keine Rechnung.