Die FH Münster baut ihre Energieversorgung am Technologie-Campus Steinfurt konsequent auf Geothermie um. Bereits 2023 wurde neben einem Laborgebäude eine 150 Meter tiefe Erdwärmesonde installiert, die heute das Labor für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie eine große Versuchslüftungsanlage mit Wärme versorgt. Die Anlage wird dabei umfassend technisch überwacht und dient zugleich als Reallabor für Forschung und Lehre.
Inzwischen wurde das System deutlich erweitert: Unter einem neu errichteten Parkhaus befinden sich weitere 37 Erdsonden, zusätzlich sind rund 80 weitere Sonden unter neuen Institutsgebäuden geplant. Ziel ist ein geothermischer Energiepark, mit dem die Hochschulgebäude künftig weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern betrieben werden können.
Die FH Münster nutzt das Projekt gleichzeitig als Forschungs- und Demonstrationsvorhaben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen unter realen Bedingungen, wie Wärmepumpensysteme effizient betrieben und intelligent gesteuert werden können. Dabei wird auch die saisonale Speicherung von Wärme im Untergrund betrachtet, etwa durch die Rückführung überschüssiger Wärme im Sommer.
Im Interview betonen Prof. Dr. Martin Höttecke und der wissenschaftliche Mitarbeiter Florian Segger zudem, dass Geothermie nicht nur für Großprojekte geeignet ist. Bereits einzelne Erdsonden können Einfamilienhäuser zuverlässig mit Wärme versorgen. Entscheidend seien eine fachgerechte Planung, geeignete Standortbedingungen und die Kombination mit weiteren Technologien wie Photovoltaik und intelligenter Regelungstechnik.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten kann, sowohl im Gebäudebestand als auch bei öffentlichen Einrichtungen und Quartierslösungen.
Die Pressemitteilung der FH Münster finden Sie hier.
Schon 2023 berichtete die FH Münster über das Vorhaben.