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Geothermie-Boom in Brandenburg: Templin treibt Wärmewende voran

| News

Templin könnte künftig einen großen Teil seiner Wärmeversorgung aus heimischer Geothermie decken. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt das Potenzial.

Foto: Nico Jacobs / Unsplash

Die Stadt Templin treibt die Planungen für eine geothermische Wärmeversorgung voran. Grundlage ist eine Machbarkeitsstudie der Naturtherme Templin, die das Potenzial der bereits seit Jahrzehnten genutzten Thermalwasserressource untersucht hat. Die Ergebnisse zeigen, dass im Umfeld der bestehenden Bohrung Thermalwasser mit Temperaturen von über 70 °C erschlossen werden könnte, eine im regionalen Vergleich besonders günstige Ausgangslage für die Nutzung Tiefer Geothermie.

Nach Angaben der Studie könnte eine zusätzliche Tiefenbohrung die ganze Südstadt inklusive angrenzender Schulen, Kitas, touristischen Einrichtungen und weiteren Gebäuden langfristig mit klimafreundlicher Fernwärme versorgen. Das Investitionsvolumen wird unter Einberechnung aller Kosten und Wahrscheinlichkeiten auf rund 20 bis 22 Millionen Euro geschätzt.

Mit einem Grundsatzbeschluss haben die Templiner Stadtverordneten nun den Weg für die nächsten Planungsschritte freigemacht. Stadt, Naturtherme und Fernwärmegesellschaft wollen das Vorhaben gemeinsam weiterentwickeln. In einem nächsten Schritt sollen die erforderlichen bergrechtlichen Genehmigungen beantragt und die Finanzierung vorbereitet werden. Für die Umsetzung setzt die Stadt unter anderem auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW) sowie weitere Förder- und Finanzierungsinstrumente.

Sollten die Genehmigungen und die Finanzierung gesichert werden können, rechnen die Projektverantwortlichen mit einem möglichen Bohrbeginn ab 2029. Ziel ist es, die Wärmeversorgung langfristig unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und stabile Fernwärmepreise für Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen zu ermöglichen.

Damit steht Templin beispielhaft für eine Entwicklung, die sich derzeit in zahlreichen Städten der Region beobachten lässt. Neuruppin, Gransee, Waren, Boizenburg, Ludwigslust, Güstrow, Lübz, Parchim, Plau, Neustrelitz, Stavenhagen oder Burg Stargard: Viele Kommunen prüfen aktuell aktiv ihre geothermischen Potenziale, bereiten Projekte vor oder stehen bereits kurz vor ersten Bohrungen.

Der Nordkurier berichtete hier.