Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite verwendet Cookies zur Verbesserung der Benutzererfahrung. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Falls Sie Probleme mit einer wiederauftauchenden Cookie-Meldung haben sollten, können Ihnen diese Anweisungen weiterhelfen.

Essenzielle Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen und sind für die einwandfreie Funktion der Website erforderlich.
Statistik Cookies erfassen Informationen anonym. Diese Informationen helfen uns zu verstehen, wie unsere Besucher unsere Website nutzen.
Mitglied werden Sponsor werden

Geothermie mit Magma? Forschungsvorhaben erkundet neue Möglichkeiten

| News

Ein weltweit einzigartiges Projekt in Island könnte völlig neue Wege der Energiegewinnung eröffnen.

Foto: J dG / Unsplash

Ein Forschungsteam der Ludwig‑Maximilians‑Universität München (LMU) plant ein weltweit einmaliges Projekt: Am Vulkanfeld Krafla in Island, dessen Magmakammer ungewöhnlich dicht unter der Erdoberfläche liegt, soll direkt in flüssiges Magma gebohrt werden, um dort Mess‑ und Sensortechnik zu platzieren. Ziel ist nicht primär die Nutzung der Hitze zur Energiegewinnung wie bei herkömmlicher Geothermie, sondern das Erforschen und Entwickeln einer völlig neuen Form der Erdwärmenutzung.

Die Magmakammer befindet sich nur etwa zwei Kilometer unter der Oberfläche, was die besondere Chance bietet, Sensoren unmittelbar im geschmolzenen Gestein zu installieren. Zwei parallele Bohrungen sollen genaue Daten über Druck‑ und Temperaturveränderungen liefern und helfen zu verstehen, wie das Magma auf Eingriffe reagiert – Wissen, das bislang nur theoretisch existiert.

Langfristig wollen die Forscher herausfinden, ob sich die extreme Hitze und Energiemenge des Magmas direkt für die Energiegewinnung nutzen lässt. Dabei könnten überkritisches Wasser, das deutlich mehr Energie speichern kann als normales Tiefenwasser, oder direktes Magma bzw. gasförmige Bestandteile davon, die Leistung von Geothermieanlagen um ein Vielfaches steigern, möglicherweise ganz ohne komplexe Pumpsysteme. Die eigentlichen Bohrungen sollen 2027 starten, wenn geeignete Sensoren entwickelt wurden, die den extremen Bedingungen von über 900 °C im Magma standhalten.

Die geplante direkte Magmabeobachtung in Island könnte einen neuen Weg eröffnen, um Erdwärme noch effizienter und leistungsstärker zu nutzen und liefert gleichzeitig wichtige Erkenntnisse über vulkanische Prozesse. Einen Artikel dazu finden Sie hier. Den Beitrag des Forschungsmagazins der LMU München finden Sie hier.