Mit dem neuen Veranstaltungsformat „Geothermie on the Road“ bietet der Bundesverband Geothermie Stadtwerken, Energieversorgern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen künftig die Möglichkeit, erfolgreiche Geothermieprojekte direkt vor Ort kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Einblicke in Planung, Bau und Betrieb von Geothermieanlagen sowie der direkte Austausch mit Projektverantwortlichen und erfahrenen Betreibern.
Den Auftakt der neuen Reihe bildete am 8. Juli eine Exkursion in den Großraum München, eine der erfolgreichsten Geothermieregionen Europas. Auf dem Programm standen Besichtigungen der Energiezentrale Pullach Nord, der Geothermieanlage Sauerlach sowie des Bohrplatzes Pullach Süd.
Die Geothermieanlage Sauerlach ist eine der ersten großen Tiefengeothermieanlagen im Münchner Raum. Mit Bohrtiefen von rund 4.000 bis 4.500 Metern und Thermalwassertemperaturen von etwa 140 °C zählt sie zu den Pionierprojekten der Tiefen Geothermie in Bayern. Die Anlage zeigte früh das Potenzial der geothermischen Strom- und Wärmeerzeugung und leistete einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Technologie in Süddeutschland. Sie nutzt das heiße Tiefenwasser des Malm-Aquifers (Oberjura), der die Grundlage fast aller Münchner Geothermieprojekte bildet.
Ein weiterer Programmpunkt war die Energiezentrale Pullach Nord der Innovative Energie für Pullach GmbH. Sie zeigt eindrucksvoll, wie Tiefe Geothermie erfolgreich in die kommunale Wärmeversorgung integriert werden kann. Hier wird die Wärme des Thermalwassers über Wärmetauscher auf das Fernwärmenetz übertragen, bevor das abgekühlte Wasser vollständig in den Untergrund zurückgeführt wird. Die Gemeinde Pullach zählt zu den Vorreitern der geothermischen Fernwärmeversorgung in Deutschland und deckt fast den gesamten Teil ihres Wärmebedarfs mit Erdwärme.
Am Bohrplatz Pullach Süd erhielten die Teilnehmenden zudem Einblicke in die Erschließung neuer Geothermiepotenziale. Thematisiert wurden unter anderem die aktuelle Tiefbohrtechnik, sowie der Ablauf einer Geothermiebohrung.
Der Großraum München gilt als eines der erfolgreichsten Geothermiegebiete Europas. Die Gemeinden Pullach, Unterhaching, Grünwald, Sauerlach, Dürrnhaar und die Stadtwerke München verfolgen das Ziel, fossile Wärme schrittweise durch Tiefe Geothermie zu ersetzen. Der kontinuierliche Ausbau von Geothermieanlagen und Fernwärmenetzen zeigt, welches Potenzial Erdwärme für eine sichere, regionale und nachhaltige Wärmeversorgung besitzt.
Mit „Geothermie on the Road“ möchte der Bundesverband Geothermie dieses Praxiswissen künftig einem breiten Fachpublikum zugänglich machen. Das neue Format soll Kommunen und Energieversorger bei eigenen Geothermievorhaben unterstützen und den Wissenstransfer zwischen erfahrenen Projektentwicklern und neuen Akteuren fördern. Weitere Termine der Veranstaltungsreihe sind bereits in Planung und werden in Kürze bekannt gegeben. Interessierte können sich unter info(at)geothermie.de melden.