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Geothermiebohrungen für das Bochumer Innovationsquartier Mark 51°7 gestartet

| News

Startschuss für die geothermische Nutzung des Energiepotenzial von Grubenwasser für eine kombinierte Wärme- und Kälteversorgung in Bochums neuem Innovationsquartier.

Die Bohranlage vom Typ „Wirth B 4A“ dringt 600m tief in die Schächte des alten Steinkohlebergwerks Dannenbaum vor. Quelle: Fraunhofer IEG

Auf dem Gelände für das künftige Innovationsquartier Mark 51°7 in Bochum sind nun die ersten Bohrungen für die energetische Nutzung von Grubenwasser angelaufen. Geplant ist eine kombinierte Wärme- und Kälteversorgung mit Grubenwasser aus der ehemaligen Zeche Dannenbaum, deren Schächte Hugo und Schiller unter dem Gelände liegen. Dazu sollen Bohrungen in eine Tiefe von 800 und 300 Metern abgeteuft werden. An der Planung für Mark 51°7 erfolgte mit der FUW GmbH durch ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Bochum in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie IEG. Experten sprechen von einem Energiekonzept der 5. Generation.

Innovative Wärme- und Kälteversorgung mit Grubenwasser

Die Vorbereitungen für den Bohrstart laufen bereits seit Wochen. Auf Basis des unter maßgeblicher Beteiligung der Fraunhofer IEG erarbeitetem Bohrkonzepts wurden zunächst der Bohrplatz erstellt sowie 3,40 x 3,40 Meter große und 6 Meter tiefe Bohrkeller ausgehoben worden. Dort beginnt nun die elektrisch-hydraulisch betriebene Bohranlage vom Typ „Wirth B 4A“ mit der Erschließung des Grubenwassers in der ehemaligen Steinkohlezeche unter dem Gelände des Innovationsquartiers.

„Das für MARK 51°7 entwickelte Energiekonzept hebt sich vorrangig durch eine innovative Wärme- und Kälteversorgung von der Erschließung vergleichbarer Industrieflächen ab. Mit der geplanten Nutzung der geothermischen Energiequelle schaffen wir die Grundlage für einen hohen ökologischen Standard auf dem Areal“, erklärt Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum. Weiterhin unterstreicht Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochum Perspektive GmbH: „Auf MARK 51°7 bieten wir unseren Investoren die bestmögliche Infrastruktur, verbunden mit überzeugenden Dienstleistungen. Neben effizienten und nachhaltigen Kälte- und Wärmenetzen und schneller Dateninfrastruktur entstehen auch Lösungen für die Mobilität der Zukunft – natürlich inklusive moderner Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder E-Bikes“. Die Bochum Perspektive GmbH breitet das 70 Hektar große Gelände des ehemaligen Opel-Werk I auf und ist mit der Vermarktung von Flächen betraut. Auf diese Weise sollen in den kommenden Jahren auf dem Gelände mehr als 10.000 Arbeitsplätze entstehen. Der folgende Drohnenflug gibt einen Eindruck vom Gelände im September 2021. Die Bohranlage ist noch nicht zu sehen.

 

Mit Wasser aus ehemaliger Zeche Emissionen sparen

Für die Wärmeversorgung der zukünftigen Gebäude auf dem Mark 51°7 Areal soll das etwa 30 Grad warme Grubenwasser der ehemaligen Zeche Dannenbaum gefördert und über Wärmepumpen auf circa 45 Grad erwärmt werden. Anschließend soll das erwärmte Grubenwasser über ein kaltes Nahwärmenetz an alle AbnehmerInnen verteilt werden. Auch für die Kälteversorgung der entstehenden Immobilien soll das Grubenwasser genutzt werden. Dafür wird am Bohrplatz eine zweite Bohrung errichtet, die aus einer Tiefe von 330 Metern circa 18 Grad kaltes Wasser fördern kann.

Das natürliche Energiepotenzial des Grubenwassers wird Prognosen zufolge durch diese optimale energetische Ausnutzung zu mehr als 75 Prozent den Wärme- und Kältebedarf der angeschlossenen Abnehmer decken. Der verbleibende Wärmebedarf wird den neuen Immobilien aus dem Fernwärmenetz der FUW GmbH zur Verfügung gestellt.

Förderung durch Bundesprogramm Wärmenetze 4.0

Vom Bund wird die geplante innovative Wärme- und Kälteversorgung der fünften Generation auf den Gewerbe- und Industrieflächen des Mark 51°7 Areals mit insgesamt 9,6 Millionen Euro gefördert. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BMWI) übernimmt damit knapp ein Drittel der geplanten Investitionskosten von insgesamt 28 Millionen Euro. Bei dem Bochumer Projekt ist bundesweit eines der ersten, dass von der Förderung aus dem BMWI-Programm Wärmenetze 4.0 profitiert. „Wir freuen uns sehr über die Förderzusage aus Berlin. Sie ist für uns Unterstützung und Ansporn zugleich“, bemerkt Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum. Mit der geplanten Nutzung von Geothermie schafft man in Bochum die Grundlage für eine für einen bisher unerreichten Standard für Wärme- und Kälteversorgung auf dem Areal. Die Förderung des Bundes ist dabei essenziell für die wirtschaftliche Umsetzung des Projekts.

Bochum wird damit zu einem Pilotstandort für Wärme- und Kältenetze der fünften Generation. Das Energiekonzept für das Mark 51°7 Areal gibt die zukünftige Richtung für klimafreundliche Neubauprojekte vor. Dank der Nutzung von Geothermie werden klimaschädliche Treibhausgasemissionen verglichen mit konventioneller Wärme- und Kälteversorgung um rund 3.200 Tonnen pro Jahr reduziert. Neben dem BMWI erhält das Projekt zudem Unterstützung aus Mitteln des EU-Interreg-Programms North-West-Europe.

Quellen: Pressefoto Fraunhofer IEG, Stadt Bochum, Fraunhofer IEG, Stadt+Werk