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Analyse von Ember Energy: Die Schlüsselrolle der Geothermie in Europa

| News

Ein Bericht von Ember Energy enthüllt das enorme Potenzial der Geothermie in Europa.

Foto: Tahmeed Ahmad / Unsplash

Laut der aktuellen Analyse „Hot Stuff: Geothermal Energy in Europe“ des unabhängigen Energieforschungsinstituts Ember steht die Geothermie in Europa vor einem Wendepunkt. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle und zudem erweitert technologischer Fortschritt die Möglichkeiten der Geothermie. Moderne Geothermiesystemeermöglichen heute neben der Wärmegewinnung auch Stromerzeugung, Speicherfunktionen und die Gewinnung kritischer Rohstoffe wie Lithium aus Thermalwässern. Die Kosten für Bohrungen konnten darüber hinaus in den vergangenen zehn Jahren um rund 40 % gesenkt werden. Gleichzeitig steigt das Potenzial erheblich mit zunehmender Bohrtiefe: Je tiefer erschlossen wird, desto größer wird die nutzbare Ressource.

In der Europäischen Union könnten rund 43 GW an geothermischer Kraftwerksleistung wirtschaftlich erschlossen werden bei Kosten von unter 100 €/MWh. Damit wäre Geothermiestrom konkurrenzfähig mit fossilen Kraftwerken. Insgesamt könnten die 43 GW EU-weit jährlich rund 301 TWh Strom erzeugen. Das entspricht etwa 42 % der heutigen Kohle- und Gaskraftwerksproduktion in der EU (Stand 2025). Geothermie könnte damit einen substanziellen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Dekarbonisierung leisten. Gerade im Kontext steigender Stromnachfrage, etwa durch Rechenzentren und industrielle Elektrifizierung, kann Geothermie als kontinuierlich verfügbare Energiequelle einen stabilisierenden Beitrag leisten.

Deutschland gehört neben Ungarn, Polen und Frankreich zu den Ländern mit dem größten wirtschaftlichen Potenzial. Allein in Deutschland könnten rund 4 GW an geothermischer Stromkapazität unter wettbewerbsfähigen Bedingungen realisiert werden. Die weltweit erste geothermische Stromproduktion fand 1904 in Italien statt. 2024 waren in Europa 147 Geothermie-Kraftwerke in Betrieb und erzeugten rund 20 TWh Strom bei einer installierten Leistung von etwas über 3,5 GW.

Deutschland zählt dabei zu den aktivsten Ländern bei neuen Geothermieprojekten. Aktuell befinden sich europaweit rund 50 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, von der Exploration bis zum Netzanschluss. Gleichzeitig wächst international der Wettbewerb: Während in den USA gezielte Förderprogramme wie Steueranreize den Ausbau beschleunigen, fehlt es in der EU bislang an einem konsistenten, koordinierten Rahmen auf europäischer Ebene. Ohne stärkere politische Priorisierung droht Europa, technologische Führungspositionen zu verlieren.

Fazit der Analyse: Die Ressource ist vorhanden. Die Technologie ist marktreif. Die Wirtschaftlichkeit ist zunehmend gegeben. Jetzt entscheidet die politische und regulatorische Ausgestaltung darüber, ob Deutschland und Europa ihre geothermische Stärke in einen echten Standortvorteil verwandeln.

Den Link zum ausführlichen Bericht von Ember Energy finden Sie hier.