Nachdem das LBEG in seiner Eigenschaft als Niedersächsischer Geothermiedienst (NGD) bereits in den vergangenen beiden Jahren Statistiken zur Tiefengeothermie – also zur Erdwärmegewinnung aus Tiefen von mehr als 400 Metern – präsentiert hat, fasst es nun erstmals Zahlen zu Geothermievorhaben in Niedersachsen zusammen, die aus Schichten nahe der Oberfläche Erdwärme gewinnen.
Rund 26.600 oberflächennahe Geothermieanlagen gab es demnach zum Stichtag 1. Januar 2025 in ganz Niedersachsen – noch sieben Jahre zuvor waren es gerade mal halb so viele.
Davon werden circa 91 Prozent mit Erdsonden, acht Prozent mit Kollektoren und knapp ein Prozent mit Brunnen betrieben. Die Zahlen hat das LBEG aus den Anlagen zusammengetragen, die bei den für die Genehmigung zuständigen Unteren Wasserbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte gemeldet worden sind. Ausgewertet haben die Experten des NGD auch die Entwicklung der vergangenen gut anderthalb Jahrzehnte. Demnach haben sowohl die Zahl der Erdsonden als auch die der Bohrmeter für neu hinzugekommene oberflächennahe Erdwärmeanlagen von 2007 bis 2022 beständig zugenommen.
In den vergangenen beiden Jahren indes gehen die Zahlen der neu errichteten Anlagen auf einem allerdings hohen Niveau zurück. Dr. Hans-Jürgen Brauner, der den NGD beim LBEG leitet, erklärt diese Entwicklung so: „Wir haben zum einen in den Jahren 2020 bis 2022 einen überdurchschnittlichen Anstieg beobachtet. Zum anderen werden die Anlagen immer leistungsfähiger, und die Erdwärme wird aus immer größeren Tiefen gewonnen. Entsprechend werden zwar etwas weniger, aber dafür größere Anlagen als in den Vorjahren neu gebaut.“ Lag die Zahl der mit einer Leistung von mehr als 30 Kilowatt (thermisch) neu gebauten Erdwärmeanlagen im Jahr 2018 bei knapp 40, waren es 2024 schon mehr als doppelt so viele.
Die neu geschaffenen Zahlen und Fakten zur oberflächennahen Geothermie in Nie- dersachsen sind als Geofakten 47 unter dieser Adresse online verfügbar
Die aktuellen Zahlen und Fakten zur Tiefengeothermie in Niedersachsen können als Geofakten 41 unter dieser Adresse abgerufen werden
Die Pressemitteilung des LBEGs finden Sie hier.