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MTU Aero Engines startet industrielle Wärmewende mit Geothermie

| News

MTU Aero Engines nimmt am Standort München eine eigene Geothermie-Anlage in Betrieb, ein Meilenstein für die Wärmewende in der Industrie und Klimaschutz im großen Stil.

Foto: John McArthur / Unsplash

Der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines hat am Standort München seine neue Geothermie-Anlage feierlich eröffnet und setzt damit ein starkes Signal für den industriellen Einsatz erneuerbarer Wärme. Die Anlage deckt künftig bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs vollständig CO₂-frei und unabhängig von fossilen Energieträgern. Bereits in der bevorstehenden Heizsaison wird MTU erstmals Wärme aus der Tiefe nutzen.

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hob bei der Eröffnung die Relevanz des Projekts hervor, dass MTU Aero Engines als erstes Industrieunternehmen in Deutschland eine Geothermie-Anlage in Eigenregie realisiert hat. „Dieser Unternehmermut hat sich gelohnt.“

Auch Dr. Silke Maurer, COO und Standortleiterin, betonte die besondere Bedeutung der Investition: „Wir feiern heute nicht nur den Start für unsere Geothermie-Anlage. Wir feiern auch den Mut, gemeinsam Neues zu wagen und als Luftfahrtunternehmen statt in die Höhe in die Tiefe zu gehen.“

Das Projekt basiert auf einer klassischen Dublette mit zwei Tiefbohrungen, die in rund 2.100 Metern Tiefe ein mehr als 70 °C warmes Thermalwasservorkommen erschließen. Die zweite Bohrung wurde erfolgreich und termingerecht durch unser Mitgliedsunternehmen ERDWERK betreut und im Juli 2024 fertiggestellt. Mit einer Endteufe von 3.104 m MD und Fördermengen von rund 100 Litern pro Sekunde bei minimaler Druckabsenkung zählt sie, ebenso wie Allach Th1, zu den hydraulisch leistungsstärksten Malm-Bohrungen im gesamten Molassebecken. Weitere Informationen zur Bohrung finden Sie hier.

Die erste Ausbaustufe der Anlage erreicht eine Leistung von 10 bis 14 MWth, was dem Wärmebedarf von rund 2.000 Einfamilienhäusern entspricht. Die benötigte elektrische Leistung für die Förderpumpen ist gering, wodurch die Anlage aktuell als effizienteste Geothermiequelle Bayerns gilt. Die MTU plant bereits die nächste Ausbaustufe für 2027: Mit einer größeren Förderpumpe soll der Durchfluss auf bis zu 150 l/s steigen.

Mit der Umstellung von Erdgas auf Geothermie reduziert MTU seine jährlichen Emissionen um bis zu 10.000 Tonnen CO₂. Die Anlage ist ein zentraler Bestandteil der unternehmensweiten Klimastrategie ecoRoadmap, die eine Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 63 % gegenüber 2024 bis 2035 vorsieht. Bereits zwischen 2019 und 2024 konnte MTU seine Emissionen in diesen Bereichen um 42,2 % durch Energieeffizienzmaßnahmen, Photovoltaikanlagen und den Einsatz grüner Energie reduzieren. Die Geothermie stärkt diese Entwicklung nun erheblich.

Die erfolgreiche Umsetzung zeigt, dass Tiefe Geothermie längst nicht mehr nur ein kommunales, sondern zunehmend ein industrielles Thema ist. Mit MTU nutzt eines der größten Hightech-Unternehmen Bayerns nun langfristig verfügbare erneuerbare Wärme und geht so als starkes Beispiel für weitere Industriebetriebe voran. Die Pressemitteilung von MTU Aero Engines finden Sie hier. Den Fortschritt des Projekts können Sie hier verfolgen.