Am 10. Juli ist Prof. Dr. Rolf Emmermann im Alter von 86 Jahren verstorben. Als Leiter des Kontinentalen Tiefbohrprogramms (KTB) und Gründungsdirektor des GeoforschungsZentrums Potsdam (GFZ) war er einer der prägendsten Geowissenschaftler Deutschlands. In seiner letzten Arbeit bekräftigte er, der international hoch angesehen war, 2024 nachdrücklich die Bedeutung der Geothermischen Energie für eine nachhaltige Wärmewende.
Eine Lebensleistung von Rolf Emmermann ist eng verbunden mit dem GeoForschungsZentrum Potsdam. Kurz nach der Wende wurde die Wissenschaftslandschaft in den neuen Bundesländern durch den Wissenschaftsrat evaluiert. Dabei wurde das damalige Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) der Akademie der Wissenschaften der DDR sehr positiv bewertet und es begannen Überlegungen zur Weiterführung des Instituts. Zur gleichen Zeit hatten führende Geowissenschaftler in den alten Bundesländern unter Federführung und Koordination von Prof. Emmermann begonnen, eine Denkschrift zur Zukunft der Lithosphärenforschung im vereinten Deutschland zu verfassen.
Dieses Konzept wurde 1991 dem damaligen Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) vorgelegt und positiv aufgenommen. So wurde auf Initiative von Emmermann der Grundstein für das GeoForschungsZentrum Potsdam, eine der drei neuen Großforschungseinrichtungen in den Neuen Bundesländern, mit überzeugenden Argumenten und einer klaren wissenschaftlichen, organisatorischen und politischen Zukunftsvision gelegt.
Rolf Emmermann wurde 1991 zum Gründungsdirektor berufen und das neue Institut nahm zum 1. Januar 1992 seine Arbeit auf. Es ist eines der Verdienste von Prof. Emmermann, dass er insbesondere den Mitarbeitenden aus den neuen Bundesländern eine Perspektive gegeben hat und führende Wissenschaftler:innen aus allen wichtigen Disziplinen der Geowissenschaften für den Aufbau des GFZ in Potsdam gewinnen konnte.
Das GFZ hat auf seiner Webseite einen ausführlichen Nachruf veröffentlicht.