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Bohrung für erstes Geothermieheizwerk in Belgien erfolgreich

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Erhoffte Fündigkeit am Firmenstandort: „Wir pumpen 90 Liter pro Sekunde mit 85°C hoch. Dieses Projekt ist für die Region sehr vielversprechend“, freut sich Kris Sterkens (Geschäftsführer).

Marijke Anthuenis (Leiterin des Projekt Managements), Stef Heylen (ehem. Geschäftsführer) und Jan Jambon (Ministerpräsident von Fläming) stellen nach dem Bohrstart symbolisch auf nachhaltige Wärmeversorgung des Innovationszentrums Beerse um. Quelle: Janssen

Im Dezember 2019 begannen die Bohrungen für den ersten von zwei Brunnen für das Geothermieheizwerk von Janssen Pharmaceutica (Tochterunternehmen von Johnson & Johnson) im belgischen Beerse mit einem Injektionsbohrloch (2051 m tief) und einem Produktionsbohrloch (2235 m tief). Ein Jahr später sind die Bohrungen in den Kalkstein des Dinantiums erfolgreich abgeschlossen. Der Standort Janssen Beerse ist ein wichtiges Innovationszentrum für die Pharmaunternehmen von Johnson & Johnson. Am Forschungscampus arbeiten über 3000 Mitarbeiter und Auftragnehmer, die den Wärmebedarf einer Kleinstadt benötigen. Der Standort verbraucht derzeit mehr Energie als jeder andere Standort von Johnson & Johnson weltweit und hat einen Energiebedarf von 38.000 Haushalten.

Als Teil seiner umfangreichen Nachhaltigkeitsstrategie wird die Geothermie auf dem Forschungscampus des Pharmazieunternehmens eingesetzt, um die CO2-Emissionen bis 2020 um 20% und bis 2050 um 80% zu reduzieren. Janssen ist eines der ersten Industrieunternehmen in Belgien, das tiefe Geothermie in einem solchen Umfang für seinen eigenen Energiebedarf nutzt. Die Geothermieanlage wird an ein 2,7 km langes intelligentes Wärmenetz angeschlossen und soll ab Herbst 2021 zum Kühlen und Heizen verwendet werden. "Dank einer Kombination aus intelligentem Wärmenetz und baldiger Nutzung der Geothermie kann Janssen 15.900 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen." (Stef Heylen, Geschäftsführer von Jannsen)

Zur Realisierung des Projektes ist der CO²-Fond von Johnson & Johnson, sowie Fördermittel eingesetzt worden:

  • 6 Mio. EUR der Flämischen Energieagentur (Vlaams Energie Agentschap)
  • 2 Mio EUR der Flämischen Agentur für Innovation und unternehmerische Initiative (Vlaams Agentschap Innoveren en Ondernemen)
  • 1,5 Mio EUR des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

Zur Absicherung des Fündigkeitsrisikos profitierte das Unternehmen als erste von den neuem Garantiesystem Flämings. "Die Regierung erstattet dem Unternehmen gewisse Kosten, wenn die gewünschte Fündigkeit nicht erreicht wird", erklärte Bart Tommelein (Ministerpräsident Energie Fläming). Ziel des Programmes zur nachhaltigen Investmentförderung ist es unter anderem, die Entwicklung der Geothermie in Belgien voranzutreiben.

Dank der erfolgreichen Bohrung des ersten Brunnens gibt Janssen nun grünes Licht für die nächste Phase des Projektes. Von deutscher Seite hat ERDWERK Janssen bei der Entwicklung des Projekts, des Designs und des Bohrprogramms sowie dem Ausschreibungsprozess unterstützt und ist für die Dauer der Bohrungen und Tests für die hauptamtliche Überwachungspräsenz auf dem Bohrplatz verantwortlich.

Einen Eindruck des Projektes zeigt das Video Janssen Geothermie (youtube).

Quellen: Wärmenetz von Janssen, Geothermie von Janssen, Projektseite von Erdwerk, Regierung von Fläming