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Der EGEC veröffentlicht den Bericht für den europäischen Geothermie-Markt 2020 – Auswirkungen der Pandemie auf den Markt

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Das letzte Jahrzehnt brachte kontinuierliches Wachstum, nur unterbrochen von der COVID-19 Pandemie. Das steigende Interesse an Geothermie in Europa lässt weitere Investitionen erwarten. Der European Geothermal Energy Council (EGEC) stellt in seinem Report die Entwicklung der europäischen Geothermie vor.

Entwicklung der Fernwärme in Europa ©EGEC

Seit dem ersten EGEC Market Report im Jahr 2010 ist der Geothermie-Sektor gewachsen und hat eine Transformation durchlaufen: es war erkennbar, dass unzureichende Richtlinien das Wachstum in einigen wichtigen Märkten gedrosselt haben. Gleichzeitig konnte beobachtet werden, dass Wärmepumpen die Geothermie in den Mainstream gebracht haben. Das kommende Jahrzehnt beginnt durch die anhaltende Pandemie mit einigen Schwierigkeiten, wir sind trotz allem zuversichtlich, nun in das Geothermie-Jahrzehnt gestartet zu sein.

Die letzten zehn Jahre haben hervorgehoben wie schnell sich der Geothermie-Sektor entwickeln kann. Besonders deutlich wird dies durch die schnelle Entstehung führender Geothermie-Länder wie Deutschland und den Niederlanden. Das vergangene Jahrzehnt zeigt aber auch Länder auf, die wider Erwarten die vorausgesagten Entwicklungen der letzten Jahre nicht erfüllen konnten. Dies liegt hauptsächlich an untauglichen Richtlinien, dem nicht erkannten Potential und einem unzureichenden Bewusstsein über die Wettbewerbsfähigkeit der Geothermie.

Bis Ende 2020 wurden insgesamt 3,5 GWe geothermischer Strom installiert, verteilt über 139 Kraftwerke. Anders als die Jahre zuvor wurden im Jahr 2020 keine neuen Kraftwerke in Auftrag gegeben, wobei die Türkei dabei eine Ausnahme bildet. Grund dafür sind die Pandemie, sowie unsichere unpassende Rahmenrichtlinien für die Etablierung der Geothermie als Stromquelle.

350 Fernwärmesysteme wurden letztes Jahr mit Geothermie beheizt, weitere 232 befinden sich in verschiedensten Entwicklungsphasen. Bis auf eine Erweiterung eines bestehenden Systems in Island sind im Jahr 2020 keine neuen Fernwärmesysteme online gegangen. Trotz der Einbußen durch die Pandemie ist der europäische Wärme- und Kältemarkt auf einem guten Weg, denn viele europäische Länder planen, mehr erneuerbare Technologien für die Wärmewende zu verwenden, was sich auch in den sich verändernden Richtlinien bemerkbar machen wird.

Wärmepumpen in Verbindung mit Geothermie verzeichneten im letzten Jahr hauptsächlich stabile Entwicklungen, mit Ausnahme von einigen Einbüßen im Verkauf, welche ebenfalls auf die Pandemie zurückzuführen sind. Der Hauptabsatzmarkt für geothermisch betriebene Wärmepumpen befindet sich weiterhin in Skandinavien.

Der 2020 Geothermal Market Report bestätigt erneut die Wichtigkeit von unterstützender Politik, einem fairen Wettbewerb durch eine CO2 Bepreisung sowie die Beendigung der Subventionen für fossile Brennstoffe, einem reibungslosen Rahmen für Lizenzen und Genehmigungen sowie Investitionen in Innovationen, damit Geothermie die entscheidende Rolle für die Wärmewende spielen kann.

Quelle: Pressemitteilung EGEC