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Ein Viertel des Wärmebedarfs über Geothermie abzudecken

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Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, macht sich für Geothermie stark.

Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger:
„Ein Viertel des Wärmebedarfs über Geothermie abzudecken.“

Ein Viertel des Wärmebedarfs in Bayern könne über eigene Geothermiequellen abgedeckt werden, sagte Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, in seiner Regierungserklärung zum `Bayerischen Aktionsprogramm Energie´. Auch ein Förderprogramm, um bereits erschlossene Erdwärmequellen und deren Fernwärmenetze miteinander zu verbinden, kündigte Aiwanger an: „Hier will ich in den nächsten Jahren viele Millionen investieren – das ist bestens angelegtes Geld.“

Martin Stümpfig, Landtagsabgeordneter der GRÜNEN und Fraktionssprecher für Energie und Klimaschutz, warf dem Minister vor, dass konkrete Pläne zu den Ankündigungen fehlten und der Zeitrahmen bis zum Jahr 2050 zu weit gesteckt sei. Auch Konstanz bei den Förderprogrammen forderte Stümpfig ein: „Wir brauchen gerade bei diesen lang geplanten Entscheidungen im Bereich Sanierung und im Bereich Wärme Verlässlichkeit.“

Weiter forderte Stümpfig ein Förderprogramm, das klar strukturiert sei, und deutlich mehr Mittel, als von Aiwanger in Aussicht gestellt: „Für die Nahwärmenetze müssen wir in den nächsten vier Jahren nicht nur 10 Millionen Euro aufwenden, wie Sie das ausgeführt haben, sondern wir müssen dafür in den nächsten Jahren mindestens 400 Millionen Euro aufwenden.“

Auch Annette Karl, Sprecherin der bayerischen SPD-Fraktion für Wirtschaft, Energie und Digitalisierung, mahnte eine konkrete und zügige Umsetzung von Aiwangers Plänen an: „Im Oktober 2019 hieß es: Die Geothermie muss raus aus dem Dornröschenschlaf, und wieder wurde der Masterplan angekündigt. Es hat mich sehr gefreut, dass er heute zum dritten Mal angekündigt wurde. Herr Aiwanger, schreiben Sie ihn endlich, legen Sie ihn vor, und dann können wir über konkrete Dinge reden.“

Die Landtagsdebatte stieß auf Seiten der Betreiber von Geothermieanlagen – Bayern und besonders der Großraum München sind der Hotspot der Tiefengeothermie – auf großes Interesse. Helmut Mangold, Geschäftsführer der Pullacher Geothermiegesellschaft IEP, der zusammen mit Kollegen aus München, Unterhaching und Grünwald im direkten Gespräch mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium steht: „Wir treten nachdrücklich dafür ein, dass aus der Energiewende auch eine Wärmewende werden muss. Mehr als die Hälfte des Primärenergieverbrauchs geht in die Wärme, deshalb muss die politische Benachteiligung der Geothermie gegenüber Gas und KWK-Anlagen endlich beseitigt werden. Nur dann kann die Geothermie aus der Nische in die Fläche kommen.“

Bild: © StMWi