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Fernwärmeleitung in Grünwald soll ausgebaut werden

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Als Reaktion auf die große Nachfrage nach geothermischer Fernwärme plant Erdwärme Grünwald gemeinsam mit der Gemeinde diverse Maßnahmen für den Fernwärmenetzausbau, wie etwa der Abteufung neuer Bohrungen am Standort Laufzorn und eine neue Einspeiseleitung quer durch den Forst.

Bild eines frühreren Netzausbaus (2014) Quelle: Erdwärme Grünwald

Im letzten Jahr ist die Nachfrage und der Ausbau der Hausanschlüsse an das geothermische Fernwärmenetz in der Gemeinde Grünwald enorm angestiegen. „Wir hatten letztes Jahr unser Spitzenjahr mit knapp über 400 abgeschlossenen Verträgen“, verkündet Andreas Lederle, Geschäftsführer der Erdwärme Grünwald. Bis Ende letzten Jahres konnten 172 neue Anschlüsse fertiggestellt werden, dieses Jahr soll die Erdwärme Grünwald etwa 150 Anschlüsse fertigstellen wollen, ein Anschluss benötige etwa 3 bis 4 Wochen. Nach Angaben des Geschäftsführers, Andreas Lederle, seien dafür rund 4,5 Kilometer an Leitungen erforderlich. Von 3000 Haushalten der Gemeinde Grünwald sind zurzeit die Hälfte an geothermische Fernwärme angeschlossen.

Unter Berücksichtigung aller bestehenden Förderungen, müsse der Kunde für einen Anschluss derzeit etwa 1000 Euro aus eigener Tasche zahlen. Für entsprechende Förderpakete in Bezug auf Geothermie habe sich die Gemeinde innerhalb der letzten Jahre stark eingesetzt und das mit Erfolg.

Weitere Bohrungen am Standort Laufzorn II

Im Zuge des Netzausbaus plant die Erdwärme Grünwald zudem die Abteufung einer weiteren Bohrung auf ihrem Claim in Laufzorn. Die Bewilligung für den neuen Standort, Laufzorn II, wurde bereits im Dezember 2022 erteilt. Die Kosten werden im Haushalt mit 75 Millionen Euro beziffert. Erste Genehmigungsschritte in der Projektentwicklung seien bereits erfolgt.

Laut eines Artikels des Merkurs umfasst die aktuelle Planung neben zwei Dubletten ebenfalls ein Heizwerk. Im Anschluss an die Wärmeauskopplung könne die Wärme weiter nach Grünwald und Unterhaching transportiert werden. Darüber hinaus könne auch mit den Stadtwerken München kooperiert werden.

Eine Machbarkeitsstudie soll nun eine Verbindung zwischen den Standorten in Laufzorn und Unterhaching in Richtung München aufsuchen.

Neue Einspeiseleitung im Forst

Mithilfe einer weiteren Verbundleitung durch den Forst von Laufzorn bis zum Bavariafilmgelände soll dort an das bestehende Fernwärmenetz angeknüpft werden. Dabei dient diese ebenfalls der weiteren Absicherung des mittlerweile etwa 100 Kilometer langen Fernwärmenetzes. Die damit einhergehende Planung wurde bereits abgeschlossen und die erforderlichen Genehmigungen erteilt.

Bis Ende Februar 2023 werden die Vorarbeiten schätzungsweise andauern. Startschuss für die Bauarbeiten ist voraussichtlich Anfang März mit einer angesetzten Dauer von einem Jahr. Laut des Grünwalder Bürgermeisters, Jan Neusiedl, belaufen sich die Kosten auf rund zehn Millionen Euro.   

Ob so ein guter Anknüpfungspunkt für die Leitung nach München realisiert werden kann, muss eine Machbarkeitsstudie untersuchen.

 

Quellen: Merkur.de + Informationsportal Tiefe Geothermie