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Potsdam-Krampnitz: CO2-neutrale und fossilfreie Energieversorgung eines Stadtteils

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Die 5,4 Millionen Euro Fördermittel werden in erneuerbare Energie investiert, vor allem Geothermie und Solar.

Quelle: Müller Reimann Architekten, Beschreibung: „Visualisierung des Eingangsbereiches am Krampnitzsee“, © Müller Reimann Architekten, Beschreibung: „Visualisierung des Eingangsbereiches am Krampnitzsee“

Potsdam Krampnitz soll eine CO2-neutrale und fossilfreie Stadt werden. Dem wurde nun mit unter anderem einer Geothermieanlage mit 1.200 kW, einer Solaranlage mit 600 kW und einem ca. 5km grossen Wärmenetz ein Schritt entgegen getan.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach hat heute im Beisein des Vorstandsvorsitzenden der Investitionsbank des Landes Brandenburg Tillmann Stenger und des Bürgermeisters der Landeshauptstadt Potsdam Burkhard Exner offiziell einen Fördermittelbescheid in Höhe von bis zu 5,43 Millionen Euro an die EWP-Geschäftsführung Sophia Eltrop und Eckard Veil übergeben. Die Fördermittel aus dem RENplus-Programm, das aus Mitteln des Landes Brandenburg sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gespeist wird, sind zweckgebunden für die Realisierung des Energiekonzeptes für Potsdams neues Stadtquartier im Norden.

Wirtschaftsminister Steinbach erklärte: „Wir stehen bei der Energiewende im Wärmesektor vor enormen Herausforderungen. Während es im Stromsektor bereits beachtliche Erfolge zu verzeichnen gibt, sind die erneuerbaren Energien bisher nicht im gewünschten Maß in die anderen Verbrauchersektoren vorgedrungen. Um die Klimaziele im urbanen Raum erreichen zu können, kommt CO2-armen Wärmenetzen eine Schlüsselstellung zu. Sie bieten die Möglichkeit, große erneuerbare Energiequellen wie zum Beispiel Geothermie- und Solarthermieanlagen zu nutzen und wirtschaftlich einzubinden. Die Landeshauptstadt Potsdam hat sich dieser Herausforderung gestellt und trägt mit innovativen Fernwärmeprojekten wie in Krampnitz zu einer Dekarbonisierung der Wärmeversorgung bei.“

Die Geschäftsführerin der Energie und Wasser Potsdam GmbH, Sophia Eltrop sagt: „Für unsere Idee, ein modulares und zukunftsweisendes Energiekonzept für Krampnitz zu entwickeln und umzusetzen, jetzt Fördermittel zu erhalten, bestätigt unsere Arbeit und ist Ansporn zugleich. Die Fördermittel entlasten unsere Investitionen und stärken somit die Wirtschaftlichkeit aller beteiligten Partner zum Wohle zukünftiger Bewohner von Krampnitz.“

In Krampnitz entsteht an der Schnittstelle zwischen Potsdam und Berlin in den nächsten 20 Jahren ein urbanes und innovatives Stadtquartier für rund 10.000 Menschen. Neben dringend benötigtem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung sollen in Krampnitz auch zahlreiche Gewerbeflächen sowie soziale Infrastruktureinrichtungen geschaffen werden. Bei den Planungen für die Entwicklung des rund 140 Hektar großen ehemaligen Kasernengeländes stehen zukunftsweisende Lösungen aus den Bereichen Stadtentwicklung, Energieversorgung und Mobilität im Fokus. So soll in Krampnitz ein autoarmes Quartier entstehen, das perspektivisch CO2-neutral mit Energie versorgt wird.

Das Energiekonzept der EWP spielt bei den Plänen eine entscheidende Rolle. Es kombiniert Bewährtes mit Innovationen und setzt dabei konsequent auf erneuerbare Energien. Das Besondere für das neue Stadtquartier: Bewohnerinnen und Bewohner werden von Anfang an flächendeckend CO2-neutral und ab 2040/2050 auch fossilfrei mit Energie versorgt. Und das zu verbraucherfreundlichen Preisen. Wichtiges Prinzip: Die Energie wird vor Ort erzeugt und genutzt. Der Fokus liegt auf regenerativen Quellen.

Die Erschließungsarbeiten für die Medien im neuen Stadtquartier im Norden starten Mitte 2021. Das Herzstück des Energiekonzeptes – das ehemalige Heizhaus und die zukünftige Energiezentrale ausgestattet mit Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, Spitzenlast- und Elektrodenkessel – wird im ersten Halbjahr 2021 saniert und dann sukzessive je nach wachsendem Wärmebedarf mit den Erzeugungsanlagen ausgestattet.

Quelle: Stadtwerke Potsdam