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Fünf Grad Erdwärme reichen zur Versorgung von Altbau

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In Walddorfhäslach wird Denkmalschutz mit der Energiewende kombiniert: Nach der Sanierung werden geschichtsträchtige Häuser mit Erdwärme beheizt und mit Strom aus einer Photovoltaikanlage versorgt.

Foto: Oli W72

Erdwärme und Altbau sind scheinbar nicht verknüpfbar, denn die Erdwärme hat ein falsches Aushängeschild: Geothermie eigne sich wegen der minimalen Temperaturunterschiede in der Erde nur für gut gedämmte Neubauten. Doch gerade denkmalgeschützte sehr alte Häuser erreichen wegen ihrer natürlichen Baumaterialien oft sehr gute Dämmwerte und sind deswegen für die Geothermie gut geeignet.

In Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen) zeigen die Gemeinde (Hauptinvestor), die Geothermie-Firma Baugrund Süd und das Unternehmen Jako, dass erneuerbare Erdwärme und Gebäude unter Denkmalschutz eine exzellente Symbiose eingehen können.

Ein leeres Baufeld wurde für einen Neubau genutzt, um dort 30 Erdwärmesonden in 130 Metern Tiefe zu installieren. In der Regel fehlt in Ortszentren die Fläche für Erdsonden. Doch Walddorfhäslach schlägt einen alternativen Weg ein.

Über kurze Leitungen wird in den Neubau und in die denkmalgeschützten Häusern Erdwärme geleitet. Das selten eingesetzte Prinzip nennt man „kaltes Nahwärmenetz“. Die Sonden liefern Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad, das reicht aus, um durch Wärmepumpen die Gebäude zu heizen, zu kühlen und mit Warmwasser zu versorgen. Der Strom für die Wärmepumpen kommt von Photovoltaikanlagen.

 

Quelle: Stuttgarter Zeitung