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Geothermie geht nur für Neubau? Von wegen...

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In Freiberg beheizt eine moderne erdgekoppelte Wärmepumpenanlage ein gut erhaltenes Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, trotz bergbaulicher Geschichte der Umgebung.

»Ein erfolgreicher Betrieb hängt nicht nur von der Qualität und Effizienz der Wärmepumpe ab, sondern vor allem auch von äußeren Faktoren«, betont Dr. Marek Miara (Fraunhofer ISE)

Es halt sich oft nachhaltig das Gerücht, dass Erdwärmeheizungen sich nur im Neubau lohnen, obwohl es sogar seit 2020 eine Studie des Fraunhofer ISE zu diesem Thema gibt. Doch sogar denkmalgeschützte Häuser können mit Geothermie geheizt werden. »Der Gesamterfolg hängt von einer guten Planung und sorgfältigen Installation ab«, resümiert Miara, Hauptautor der Studie des Fraunhofer ISE.

Das Erzgebirge ist für seine große Ingenieurstradition ebenso bekannt wie für die teils sehr strengen Winter. In Freiberg beheizt eine moderne erdgekoppelte Wärmepumpenanlage ein gut erhaltenes Gebäude aus dem 14. Jahrhundert. Das Projekt zeigt, dass Erdwärme auch auf schwierigen Untergründen erschlossen werden kann und beweist zudem, dass Wärmepumpen auch für sehr alte Gebäude eine attraktive Lösung sein können. Freiberg im Erzgebirge blickt auf eine lange Stadtgeschichte zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt, deren Historie eng mit dem Bergbau verknüpft ist, im Jahr 1195. Aktuell zählt die Stadt rund 40.000 Einwohner. Einige von ihnen wohnen im historischen Stadtzentrum in einem ganz besonderen Objekt: In der Donatsgasse wohnen vier Parteien in einem Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert. Durch die Pflege und dauernde Verbesserung vieler Generationen hat sich die Bausubstanz hervorragend erhalten.

2015 entschied sich die Eigentümergemeinschaft zu einer besonders nachhaltigen Investition: Die alte Gastherme wurde auf eine Wärmepumpenheizung mit Erdwärme umgestellt. Die von der Freiberger geoENERGIE-Konzept realisierten Bohrungen wurden mit großem fachlichem Geschick umgesetzt: Denn das Grundstück befindet sich in einem Gebiet mit intensiver bergbaulicher Geschichte. Über Jahrhunderte wurden hier mehrere Erzgänge intensiv abgebaut. Um das Risiko von Fehlbohrungen durch Anbohren der alten Bergbauräume zu minimieren, mussten zwei Schrägbohrungen durchgeführt werden, um die vermuteten Hohlräumen zu umgehen. So gelang es, die Erdwärme trotz dieser besonderen Herausforderungen sicher zu erschließen. Das zahlt sich jetzt aus: Durch die besonders effektive Wärmegewinnung spart die Eigentümergemeinschaft nicht nur CO2, sondern auch die Heizkosten konnten erheblich gesenkt werden.

Mehr Infos zu Thema: "Wärmepumpen im Bestand, eine Serie in 12 Folgen" von Marek Miara (Fraunhofer ISE)

Quelle: wärmepumpe-regional.de, Fraunhofer ISE