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Kulinarisches aus Europa mit Geothermie

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Das erste deutsche geothermisch beheizte Gewächshaus befindet sich in Kirchweidach. Mit Hilfe von Erdwärme werden hier Tomaten, Paprika und Erdbeeren angebaut.

Quelle: pixabay

Die Beheizung erfolgt durch die benachbarte Geothermieanlage. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Betriebshallen bietet eine Versorgung mit Eigenstrom. So kann Gemüseanbau regional und klimafreundlich ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe umgesetzt werden.

Ähnlich wie in Kirchweidach wird bereits in verschiedenen Gebieten Europas die Geothermie in vielfältigen kulinarischen Bereichen eingesetzt. So verwendet die ungarische Firma Árpád-Agrár Ltd in ihren Gewächshäusern eine geothermische Korntrocknungs-Vorrichtung. Ihre Hauptprodukte sind Gewürze wie Pfeffer und Paprika. Ebenso nutzt der italienische Milchbetrieb Podere Paterno die geothermische Wärme für die verschiedenen Stufen des Produktionsprozesses.

In den Niederlanden wird durch die Firmen Duijvestijn Tomaten und Sweet Horst die Geothermie erfolgreich für den Anbau von Tomaten angewandt. Gurken und Erdbeeren werden im Rahmen des geothermischen Projekts in Ijsselmuiden angebaut. Im Jahr 2015 hat Duijvestihn Tomaten sogar den Preis Best tomato grower of the world gewonnen.

Als erste niederländische Zierpflanzen-Firma nutzte Amerlaan – The Green Innovator im Rahmen ihrer tropischen Pflanzenzüchtung geothermische Energie. Ebenso züchtet das niederländische Familienunternehmen Floricultura an seinem Standort Heemskerk mit Hilfe von geothermischer Energie tropische Pflanzen. Das Gewächshaus in Heemskerk wird durch eine hydrothermale Dublettenbohrung, welche eine Tiefe von ca. 3.000 m besitzt, mit Wärme versorgt.

Die Bierbrauerei Vapori die Birra in Italien verwendet geothermischen Dampf als Hauptenergiequelle. Zwei  geothermische Kraftwerke produzieren die für den Produktionsprozess notwendige Energie.

Auf der berühmten Elsässischen Weinstraße befindet sich die französische Weinkellerei „Les Faitières“. Sie verfügt über 23, jeweils 100 m tiefe Erdwärmesonden, welche ein Reservoir von ca. 170.000 m³ erfassen. Das geothermische System dient zur Kühlung beziehungsweise Erwärmung während der Weinbereitung. In der Toskana lässt sich klimafreundlicher Wein in der Salcheto Winery genießen. Durch die oberflächennahe Geothermie wird hierbei die Kühlung während des Produktionsprozesses übernommen und somit 15 % des gesamten Energiebedarfs gedeckt.

Quelle: EGEC