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Mexiko setzt in der Energiekrise auf Geothermie und Wasserkraft

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Geothermie wird zum Schwerpunkt staatlichen Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien und verdrängt die Entwicklung von Solar- und Windenergie.

Aufnahme des Geothermieprojektes in Los Humeros im Oktober 2015 während der Bauphase. Bildquelle: Geothermal Rising, Rafael Alfaro Garcia (flickr)

Mexiko setzt in der Energiekrise auf Geothermie und Wasserkraft

Um seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Ausbau seiner erneuerbaren Stromproduktion zu erhöhen, setzt die mexikanische Bundeskommission für Elektrizität (Comisión Federal de Electridad- CFE) auf den Ausbau der Geothermie. Bis 2023 wird das staatliche Unternehmen den größten Anteil ihrer Investitionen über 75,2 Mio. US$ für die Erschließung geothermischer Quellen bereitstellen. Nach den im Entwurf des Bundesausgabenbudgets (PEF) 2023 veröffentlichten Informationen plant die CFE mindestens neun Investitionsprojekte zur Entwicklung der Geothermie. Damit wird die Geothermie wird zum Schwerpunkt staatlichen Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien und verdrängt die Entwicklung von Solar- und Windenergie. Ein weiterer Schwerpunkt der CFE liegt weiterhin auf dem Ausbau der Wasserkraft.

Modellbereichnung des Wärmeflusses in Mexiko und bereits etablierte Geothermieprojekte. Quelle: Rosa-Maria Prol-Ledesma et al. (CeMieGeo) (2018)

Neun neue Geothermiekraftwerke werden geplant

Ein wichtiger Meilenstein des Ausbaus der mexikanischen Geothermie ist eine umfangreiche geologische Studie zur Potenzialermittlung inklusive Probebohrungen in verschiedenen Gebieten Mexikos, in denen hohe geothermische Potenziale vermutet werden. Die Kosten der vom mexikanischen Energieministerium (SENER) finanzierten Studie wird auf 17,2 Mio. US$ geschätzt.

In Gebieten, in denen das geothermische Potenzial bereits bekannt ist, sind 22 Vorstudien geplant, um die optimalen Standorte für sieben weitere Geothermiekraftwerke zu ermitteln. Drei Standorte sind bereits festgelegt worden: Puebla, Michoacán und das Feld Cerritos Colorados in Jalisco. Die Kapazitäten der beiden Geothermiekraftwerke Humeros II Azufres III  sollen auf 50 MW erweitert werden.

Mexiko profitiert von seiner Lage am Pazifischen Feuerring

Ähnlich wie Indonesien, Philippinen, Japan und die Westküste der USA sind die geologischen Voraussetzungen für die geothermische Stromerzeugung optimal. Die bereits erfolgreich etablierten Projekte steigern die Beliebtheit der Geothermie und die Lage am Pazifischen Feuerring wurde als wirtschaftlichen Standortvorteil anerkannt. Nach Angaben des US-Energieministeriums könnte Mexiko weitere 2,5 GW an geothermischer Energie entwickeln. Dabei stabilisiert Geothermie mit seiner Witterungsunabhängigkeit das mexikanische Stromsystem und kann zusammen mit der Wasserkraft die Schwankungen der Solarenergie und Windenergie ausgleichen. Mexiko verfügt berist über einen überdurchschnittlichen Mix an erneuerbaren Energien, bestehend aus 7 GW Solarenergie, 7,7 GW Windenergie und 976 MW geothermischer Energie, mit reichlich Potenzial zum Ausbau der Erzeugungskapazität in allen drei Bereichen. Solar- und Windenergie wurden aktuell im Haushalt zurückgestellt, da im nächsten Jahr nur 836.678 US$ investiert werden sollen.

Quelle: Mexico Energy Newsletter (LinkIn)