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Mit PV und Geothermie zum Deutschen Immobilienpreis

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Der Münchener Immobilienprojektentwickler Schwaiger ist beim Deutschen Immobilienpreis unter insgesamt 1300 Einreichungen für die Kategorie „Commercial Player“ nominiert.

Seit Mai 2020 wird die Büroimmobilie Hatrium mit Geothermie und Photovoltaik versorgt.

Öko-Strom aus der Photovoltaikanlage, Recycling-Baumaterial, überdurchschnittliche Dämmwerte – diesen Features verdankt die Schwaiger Group die nominierung zum Deutschen Immobilienpreis für ihre nachhaltige Revitalisierung von gewerblich genutzten Bestandsimmobilien. Zuletzt hat das Unternehmen mit dem grünen Gewerbe- und Büroquartier Centro Tesoro in der Landeshauptstadt München ein grünes Exempel statuiert.

Mit seinem Einsatz für mehr Nachhaltigkeit im Immobiliensektor konnte sich das Unternehmen Anfang Oktober gegen rund 1300 Mitbewerber durchsetzen und in der Kategorie „Commercial Player“ neben zwei weiteren Unternehmen eine Nominierung ergattern. „Wir würden uns sehr freuen, diese Auszeichnung zu gewinnen, denn nachhaltige Immobilienrevitalisierung ist ein entscheidender Baustein für die Klimawende und damit wertvoll für die Gesellschaft. Der Preis könnte ein Schlaglicht auf eine nachhaltig ausgerichtete Immobilienwirtschaft werfen“, erklärt Michael Schwaiger, CEO der Schwaiger Group.

Erste Bestandsimmobilie mit LEED Platin

Das 24.000 Quadratmeter große Projekt Centro Tesoro hat die Schwaiger Group aus einer 80er-Jahre Gewerbeimmobilie und einer 90er-Jahre Büroimmobilie entwickelt, die sie entlang eines grünen Kriterienkatalogs nachhaltig revitalisiert und technologisch zukunftsweisend ausgebaut hat. Das Quartier wurde im Zuge dieser Bemühungen als erste Bestandsimmobilie bundesweit mit der höchstmöglichen Auszeichnung des internationalen Green Building Labels LEED Platin (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert, das das U.S. Green Building Council vergibt. Zahlreiche Innovationen wie etwa Münchens größte Aufdach-Solaranlage oder Münchens erstes Unterflur-Müllsystem brachten dem Unternehmen bereits den Exporo Award „Nachhaltigstes Immobilienprojekt 2019“ ein.

Revitalisierung berücksichtigt graue Energie

Michael Schwaiger: „Die Nominierung für den Deutschen Immobilienpreis bedeutet uns viel, weil sie eine Würdigung unserer Leistungen für die Zukunftsfähigkeit des Immobilienbestandes ist. Rund 90 Prozent aller Gebäude in Deutschland entsprechen nicht mehr den aktuellen Energiestandards. Besonders bei großflächigen Gewerbeimmobilien besteht ein großes Einsparpotenzial. Mit dem Revitalisierungsansatz erreichen wir nicht nur im Ergebnis nachhaltige Immobilien, sondern auch der Weg dorthin wird umweltschonend beschritten, weil die graue Energie im Immobilienbestand berücksichtigt wird.“

Als graue Energie wird die Primärenergie bezeichnet, die notwendig ist, um ein Gebäude zu errichten. Weil bei der Revitalisierung wesentliche Teile des Gebäudes erhalten bleiben, wird viel weniger graue Energie benötigt als beim Neubau. Laut Schwaiger verschiebt sich der Fokus von der reinen Energieeffizienz zu einer Emissionsbetrachtung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie.

Erhalten statt abreißen

Für das Projekt Centro Tesoro hat der Projektentwickler zwei Gewerbegebäude aus den 80er und 90er Jahren nachhaltig um- und ausgebaut. Dafür führte das Unternehmen die Gebäudeteile zusammen. Es stockte den Bau um zwei Volletagen auf und brachte ihn technisch und optisch auf den neuesten Stand. Das Motto dabei: Erhalten anstatt Abreißen. Das LEED Platin zertifizierte Green Building verfügt mit 1354 Photovoltaik-Modulen über Münchens größte Aufdach-Solaranlage. Sie wird als Mieterstrommodell betrieben. Außerdem finden sich hier Münchens erstes Unterflur-Abfallsystem, E-Lade- und Fahrradleihstationen, eine Heizanlage mit Gas-Brennwert-Technik sowie eine smarte Gebäudeleittechnik. Schwaiger hat den Komplex mit nachhaltigen Sekundärbaustoffen wie Recycling-Beton umgebaut. Außerdem hat das Unternehmen für jede Gewerbeeinheit eine eigene Heizungsregelung installiert und zur optimalen Wasserersparnis Selbstschlussarmaturen eingebaut. Mit der Ansiedlung von Gastronomie sorgt der Projektenwickler zudem für eine hohe Standortqualität, die für eine nachhaltige Quartiersentwicklung wichtig sei.

„Wir wollen die gesetzlichen Vorgaben nicht nur einhalten, sondern deutlich übertreffen. Schließlich ist unser Anspruch, die Zukunftsfähigkeit eines Objektes herzustellen und nicht die Erfüllung eines Paragraphen“, sagt Schwaiger. Die Dämmung der Außenhülle liege rund 40 Prozent über den gesetzlichen Vorgaben. „Zusammen mit den Maßnahmen im TGA-Bereich und der neuen Heizanlage, aber auch den Kosteneinsparungen durch das Unterflurabfallsystem konnten wir die Nebenkosten von 3,57 Euro auf 1,39 Euro pro Quadratmeter senken.“

Ob Photovoltaik oder Geothermie: Hauptsache grün

Auch beim 25.000 Quadratmeter umfassenden Bürokomplex Hatrium in Unterhaching hat sich die Schwaiger Group dazu entschieden, auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Neben einer großflächigen Aufdach-Photovoltaikanlage wurde die gesamte TGA im Gebäude für die Geothermienutzung über Fernwärme umgestellt. „Eine Aufgabe, die bei Bestandsimmobilien normalerweise keiner freiwillig in Angriff nimmt“, sagt Schwaiger. Die Analyse des Bestandes stellt selbst für erfahrene Projektentwickler eine aufwendige und anspruchsvolle Aufgabe dar. Ein Blick auf die Zahlen rechtfertigt den erheblichen Mehraufwand: Der Primärenergiefaktor der geothermischen Fernwärme in Unterhaching ist mit aktuell 0,24 vergleichsweise niedrig und liegt damit deutlich günstiger als der Faktor für Erdgas (1,0). Heizöl liegt sogar noch höher.

Den Deutschen Immobilienpreis hat immowelt ins Leben gerufen. 2020 wird der Award erstmalig vergeben, um Unternehmen aus der deutschen Immobilienwirtschaft zu würdigen, die im vergangenen Jahr herausragende Leistungen erbracht haben. Eine begehrte Auszeichnung: Insgesamt bewarben sich 1300 Immobilienunternehmen für den Preis.

28.10.2020 | Quelle: Schwaiger
© Solarthemen Media GmbH