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Neue Sprecher im Fachausschuss Tiefe Geothermie gewählt

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Dieses Jahr wurden zwei neue Sprecher von den Mitgliedern des Fachausschusses Tiefe Geothermie gewählt.

Links: Dipl.-Volkswirt Christian Maier, Rechts: Dipl.-Ing. Uwe Schindler

Im Fachausschuss Tiefe Geothermie des Bundesverband Geothermie e.V. stimmen sich Vertreter*innen von Unternehmen und Institutionen zu aktuellen Fragestellungen ab. Dieses Jahr wurden zwei neue Sprecher von den Mitgliedern des Fachausschusses Tiefe Geothermie gewählt.

Dipl.-Volkswirt Christian Maier ist Alleingeschäftsführer der Energie-Wende-Garching (EWG).  Zuvor hatte Herr Maier 3 Jahre im Gasbereich und 10 Jahre im Versicherungs- und Finanzbereich verschiedene Führungspositionen verantwortet. 2021 feierte die EWG ihr 10-jähriges Jubiläum. 60.000 Tonnen CO2 wurden im geothermischen Wärmenetz der EWG bereits eingespart.

Dipl.-Ing. Uwe Schindler ist seit 1998 als Geschäftsführer für die Geschäfts­bereiche Tiefbohrtechnik und Flachbohrtechnik verantwortlich. Darüber hinaus ist er Ansprechpartner für Fragen des Vertragsmanagements sowie für rechtliche Fragestellungen. 1863 als „Geschäft für Brunnen- und Pumpenbau“ von Heinrich Anger in Nordhausen/Thüringen gegründet, ist H. Anger’s Söhne heute eines der führenden mittelständischen Unternehmen der deutschen Bohrbranche mit Schwerpunkt Flach- und Tiefbohrungen.

 

Was motiviert Sie sich Im Fachausschuss Tiefe Geothermie zu engagieren?

C. Maier: Unseren Kindern zuliebe ist es mein Ziel, Politik und Investoren von der Wirtschaftlichkeit der Tiefen-Geothermie zu überzeugen.  Einmal investiert schafft man lokale, grundlastfähige, günstige grüne Wärme für Jahrzehnte. Dort, wo Wärme-Nachfrage und geothermisches Angebot lokal übereinstimmen, ist Tiefen-Geothermie die wirtschaftlichste, sauberste und nachhaltigste Lösung.

U. Schindler: Die geothermische Energie mit Ihren unterschiedlichen Gewinnungsformen und insbesondre die tiefe Geothermie hat in Deutschland und Europa das Potential einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wärmegewinnung und somit auch zum möglichen Gasersatz zu leisten.

 

Gibt es ein Themengebiet, das Ihnen persönlich besonders am Herzen liegt?

C. Maier: Ein persönliches Anliegen ist es mir, durch Digitalisierung die Wirtschaftlichkeit der Tiefen-Geothermie noch weiter zu steigern. Die Branche benötigt dringend Innovationen und Skalierung. Auf alten Wegen werden wir unsere neuen Ziele nicht erreichen.

U. Schindler: Die möglichen Bedenken für geothermische Projekte in der Bevölkerung Obertage wie auch Untertage aufklären und die grundsätzlich positiven Aspekte zu kommunizieren und so Projekte zu ermöglichen.

 

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit das politische Ziel von 50% erneuerbare Wärme bis 2030 erreicht werden kann?

C. Maier: Entscheider müssen verstehen, dass bei größeren Lösungen im Wärmebereich von der Idee zur Umsetzung in der Regel 5 Jahre liegen.  Das heißt, wichtige Investitionen müssen in den nächsten 3 Jahren getätigt werden.  Erste richtige Schritte sind gemacht. Hierbei denke ich an CO2-Bepreisung, Förderprogramme, kommunale Wärmeplanung usw. Es ist eine Lenkung über den Preis notwendig. Das damit verbundene soziale Problem von steigenden Energiekosten kann gelöst werden. Reiche verursachen am meisten CO2. Daher müssen die Mehreinnahmen des Staates gezielt zur Umverteilung genutzt werden. Ich hoffe, diese Chance wird erkannt und genutzt. Die Förderung BEW muss 2022 mit höherem Budget umgesetzt werden. Einige Gesetze hindern die Geothermie. Dies muss sich endlich ändern. Gerechte politische Rahmenbedingungen müssen noch 2022 geschaffen werden.

U. Schindler: Aufklärung in der Bevölkerung und Beschleunigung der Genehmigungen um die notwendige Anzahl von Projekten zu ermöglichen


Mitglieder der Ausschüsse werden von der Geschäftsstelle aus dem Kreis der Mitglieder des Bundesverbandes Geothermie vorgeschlagen. Der Fachausschuss Tiefe Geothermie begleitet die Umsetzung der Verbandsarbeit und bringt seine fachliche Expertise zu den aktuellen Themen ein. Er tagt mindestens einmal im Monat. Dabei werden Antworten auf politische Fragestellungen gegeben und Empfehlungen an politische Entscheidungsträger weiterentwickelt.