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Planung für zweites Geothermieheizwerk in Riehen nimmt Fahrt auf

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Der Wärmeverbund Riehen AG (WVR AG) reagiert mit dem Projekt „geo2riehen“ auf die wachsende Nachfrage nach Fernwärme und die neue Basler Energiestrategie.

Im Basler Vorort Riehen soll künftig ein zweites Geothermieheizwerk entstehen. ©erdwärmeriehen

In Riehen in der Schweiz ist der Weg frei für den Bau eines zweiten Geothermieheizwerks zur Versorgung der Region mit Fernwärme. Bereits seit 1994 setzt Riehen auf die Nutzung von Geothermie zum Beheizen von 9000 Haushalten mit CO₂-neutraler Wärme. Das Thermalwasser kommt dabei aus einer Tiefe von etwa 1500 Metern und hat eine Temperatur von 63°C. Durch zwei Wärmepumpen wird die Temperatur des Wassers angehoben. Die Energie wird daraufhin in das Fernwärmenetz eingespeist. In einem Votum des Einwohnerrats vom 24.09.2020 wurde der Antrag auf den Bau eines zweiten Geothermieheizwerks genehmigt. Im Sommer 2021 sollen nun die nächsten Schritte zur seismischen Erkundung für das Projekt geo2riehen starten. Nach Bestimmung des späteren Bohrziels könnte 2023 mit der ersten von zwei Tiefenbohrungen zur Förderung von Thermalwasser begonnen werden. Das Ende der Arbeiten ist für das Jahr 2026 geplant. Mit der Wärme aus dem zweiten Geothermieheizwerk sollen dann zukünftig 4000 weitere Personen mit klimafreundlicher Wärme aus dem Riehener Untergrund versorgt werden.

Die Wärmewende im Blick

In der Schweiz wird Geothermie von der nationalen Energieszene und der Politik zunehmend als zukunftsträchtige und nachhaltige Energieform, besonders für die Versorgung mit Fernwärme, anerkannt. Aus energetischer Sicht bietet Geothermie eine große Unabhängigkeit gegenüber externen Einflussfaktoren. Nach abgeteuften Bohrungen in den Aquifer ist geothermale Wärme 365 Tage im Jahr für die Bevölkerung nutzbar. Durch die ganzjährige Verfügbarkeit geothermaler Wärmeenergie werden die Weichen für eine Unabhängigkeit gegenüber fossilen Energieträgern in Riehen und Basel gestellt. Die WVR AG regiert mit der Planung des zweiten Geothermieheizwerks auf die gesetzlich vorgeschriebene Dekarbonisierung Wärmeversorgung im Kanton Basel-Stadt . Matthias Meier, Geschäftsführer der WVR AG betonte nach der erfolgreichen Abstimmung des Riehener Einwohnerrats zur Realisierung des Projekt geo2riehen: „Für eine erfolgreiche Projektumsetzung braucht es den Rückhalt der Politik wie auch der Bevölkerung“.

Geo2riehen

Die Projektkosten für den Bau des zweiten Geothermieheizwerks in Riehen belaufen sich circa auf 20 Millionen Franken. Die Kosten werden dabei unter der Gemeinde Riehen und der Basler Energieversorgerin Industrielle Werke Basel (IWB) aufgeteilt. Das Schweizer Bundesamt für Energie für die Umsetzung des Projekts zudem 1,2 Millionen Franken zugesichert und weitere 5,1 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Durch eine Projektbeteiligung der IWB von 50% wird die Finanzierung des Projekts erheblich erleichtert. Die Realisierung und der Betrieb der Anlage geo2riehen erfolgt in enger Abstimmung zwischen der WVR AG und der IWB.

Quellen: Weiler Zeitung, Erdwärme Riehen, Tiefengeothermie Riehen