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Pressefahrt des Bundesverbandes Geothermie 2022

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Was in vielen deutschen Ballungsräumen möglich ist, wird im Münchner Großraum bereits gelebt: grüne Fernwärme – klimaneutral, heimisch und verlässlich. Der Besuch des Energiestandortes Süd der Stadtwerke München stieß auf großes Interesse.

Links (brauner Helm): Dr. Christian Pletl - Leiter Dezentrale Erzeugungsstandorte und Erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Geothermie. Rechts (blauer Helm): Helge-Uve Braun - Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München und Präsident des Bundesverbandes Geothermie. Bild: Bundesverband Geothermie

Deutschland muss sich unabhängig von fossilen Energieimporten aus dem Ausland machen. Die Geothermie bietet in ihrer technologischen Vielfal vordergründig für den Wärmemarkt eine zukunftsfähige Lösungsperspektive. Deshalb fordert der Bundesverband Geothermie (BVG) jetzt die Weichenstellung für einen ambitionierten Ausbau.

In München versorgt demnächst die größte Tiefe Geothermie-Anlage Europas 80.000 Menschen mit klimaneutraler Wärme, oberflächennahe Erdwärme-Systeme beheizen bereits heute über 440.000 Ein- oder Mehrfamilienhäuser. Und sogar die Abgeordneten im Bundestag können ihre Sitzungen nicht zuletzt dank geothermischer Versorgung im Warmen abhalten. Geothermische Energie stammt direkt aus Deutschland, ist erneuerbar und kann flächendeckend im gesamten Bundesgebiet gewonnen werden. Das zeigen die oben genannten Beispiele ebenso wie zahlreiche Studien.

Welche der verschiedenen Technologien zur Erdwärmenutzung im Einzelfall tragfähig sind, ist jeweils von regionalen Standortgegebenheiten abhängig. Während vor allem im Süden, Norden und am Oberrhein auch große geothermisch betriebene Heizwerke wie in München und Hamburg gut umzusetzen sind, können oberflächennahe Systeme in der ganzen Republik zur Anwendung kommen. Die Technologie wird bereits erfolgreich angewendet, jetzt gilt es zu skalieren!
Mit Geothermie kann ein wesentlicher Anteil des jährlichen deutschen Wärmebedarfs gedeckt werden. Diese Potenziale könnten unter den richtigen energiepolitischen Rahmenbedingungen schon in den nächsten 10 bis 15 Jahren erschlossen werden.

„Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist eine Zäsur für das System der Energieversorgung in Europa. Er macht uns einmal mehr deutlich, wie entscheidend es ist, die erneuerbaren Energien schnell und massiv auszubauen, damit die Energieversorgung Deutschlands perspektivisch unabhängig von Kohle-, Gas- und Ölimporten wird. Im Rahmen der Wärmewende spielt Geothermie eine bedeutende Rolle und gewinnt gerade massiv an Relevanz für eine klimafreundliche, heimische und zuverlässige Energieversorgung. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Entwicklung langfristig so bleiben wird. Eine Umkehr zurück zur fossilen Energieversorgung wird es nicht geben“, weiß der Präsident des Bundesverbandes Geothermie (BVG) Helge-Uve Braun. Aber: „Die weitergehende Transformation in Deutschland zu einer klimaneutralen Wärme wird nur mit den hierfür notwendigen Rahmenbedingungen auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene. Zunächst sollte der politische Wille für einen Ausbau der Geothermie-Nutzung klar und deutlich formuliert und daraus zügig eine Geothermie- Ausbau-Strategie entwickelt werden. Ich setze bei der politischen Umsetzung auf die Vernunft der zuständigen politischen Akteure und hoffe deswegen, dass wir hier alle an einem Strang ziehen und alle Hindernisse und Hemmnisse für den notwendigen Ausbau einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemeinsam aus dem Weg räumen“, so Braun weiter. Anders als im Stromsektor steigt der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmebereich nur langsam. Hier spielt die Geothermie mit dem größten bisher ungenutzten Ausbaupotenzial aller Erneuerbaren eine entscheidende Schlüsselrolle bei der Wärmewende.