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Spatenstich für das erste kalte Nahwärmenetz in Thüringen

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33 Einfamilienhäuser werden künftig über obenflächennahe Geothermie und Solarenergie versorgt. Jährlich spart die Gemeinde Werther bei Nordhausen so 50 Tonnen CO².

Werther bei Nordheim liegt am Rand des Südharz. Eine halboffene Landschaft mit hohem Potenzial für oberflächennahe Geothermie. Bild von Hans Linde auf Pixabay

In einem Neubaugebiet in der Gemeinde Werther bei Nordhausen entsteht ein kaltes Nahwärmenetz mit einer Kollektorfläche von 8000m² in etwa ein Meter Tiefe. Die geringe Temeraturdifferenz reicht aus um 33 energieeffizient-gedämmte Häuser zu heizen. Die Vorteile des kalten Nahwärmenetztes sind für die Gemeinde ausschlaggebend überzeugend. Die Kollektorfläche kann nach dem Einlassen der Erdwärmekollektoren wieder als Mahdfläche genutzt werden. Der Flächenverbrauch für die Energieversorgung des Neubaugebietes besteht fast ausschließlich aus einer kleinen Technikzentrale. Das kalte Nahwärmenetz ist besonders günstig und effizient, da die Leitungen nur minimal isoliert werden müssen und kaum Wärmeverluste entstehen. Im Sommer kann das kalte Nahwärmenetz zusätzlich zum passiven Kühlen der Häuser genutzt werden.

Wirtschaftliches heizen dank oberflächennaher Geothermie

Statt Energieträger kaufen und transportieren zu müssen wird die lokale Erdwärme genutzt, was sich auch für die künftigen Hausbesitzer auszahlt. Der Anschluss an das Nahwärmenetz kostet einmalig nur 3.000 Euro. Bei Gewinnen werden alle Anteilseigner beteiligt. "Ansonsten gibt es nur noch eine monatliche Anschlussgebühr von 65 Euro. Das war's", sagte Claus Müller von der Energiegenossenschaft Helmetal in der Thüringer Allgemeinen. Die Umweltministerin Thüringens Anja Siegesmund (Grüne) reiste für den Spatenstich an und überreichte Werthers Bürgermeister Jürgen Weidt einen Förderscheck des Umweltministeriums über knapp 140.000 Euro.

Weiterführende Informationen: "Geothermie Insights" zum Thema Kalte Nahwärmenetze

Quellen: mdr, Thüringer Allgemeine