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Straelen erhält Förderzusage für Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Tiefengeothermie

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Die Stadt Straelen gewann den Landeswettbewerb „Wärme aus Tiefengeothermie in NRW“ und erhielt eine Förderung über 500 000 Euro zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE).

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Pinkwart im Austausch zur Machbarkeitsstudie mit Matthias Draek (Gartenbaubetrieb Draek), Straelens Bürgermeister Bernd Kuse und Dr. Frank Strozyk von der Fraunhofer IEG (v.l.n.r) Bildquelle: Stadt Straelen

Bereits im April 2021 erhielt Straelen die Förderzusage durch das MWIDE. Nun reiste Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart nach Straelen, um sich über die Projektfortschritte zu informieren. Laut der Online-Zeitung Rhein-Ruhr besuchte Straelens Bürgermeister Bernd Kuse zusammen mit Pinkwart den Gartenbaubetrieb Draek, welcher neben Agrobusiness Niederrhein e.V., Landgard eG, dem Versuchszentrum Gartenbau der Landwirtschaftskammer NRW in Straelen, der Gelsenwasser AG und dem Gartenbaubetrieb Wans Rosen zu dem Projektpartnern Straelens bei der Machbarkeitsstudie gehört. Bei seinem Besuch in Straelen verwies Minister Pinkwart auf die besondere Bedeutung von Tiefengeothermie für das angestrebt Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Demnach solle nach positiv ausfallender Machbarkeitsstudie schnellstmöglich eine Umsetzung des Projekts erfolgen. Diesbezüglich betonte laut der Stadt Straelen Dr. Frank Strozyk von der Fraunhofer IEG: „Wir stehen in den Startlöchern. Jetzt kommt es darauf an, schnell die Freigabe der Fördergelder mit dem Ministerium anzustimmen. Bei optimalem Verlauf können wir noch im Herbst mit der Machbarkeitsstudie beginnen“.

Machbarkeitsstudie zur Tiefengeothermie

In der ersten Phase der einjährigen Machbarkeitsstudie für die Nutzung von Tiefengeothermie in Straelen ist die Auswertung der vorliegenden geologischen Daten vorgesehen. In der zweiten Phase werden bestehende Datenlücken durch eine seismische Messkampagne geschlossen. Ziel der Messungen ist zu ermitteln ob in einer von 3000 bis 4000 Metern ausreichend heißes Thermalwasser im Aquifer vorhanden ist, um den Wärmebedarf von Gewächshäusern und anderen Abnehmern zu decken. Neben der Auswertung von geologischen Daten wird deshalb parallel eine Bedarfsanalyse zu den benötigten Wärmemengen von Betrieben, öffentlichen Gebäuden und Neubaugebieten in der Stadt für ein zukünftiges emissionsfreies Fernwärmenetz durchgeführt.

Nachhaltige Wärmeversorgung durch Tiefengeothermie

Um einen wirtschaftlichen Betrieb des zukünftigen Fernwärmenetzes zu erreichen ist der Einsatz von Wärmepumpen und mehrerer Betriebstemperaturniveaus geplant. Somit ließen sich viele Nutzer geothermaler Wärme mit unterschiedlichen Temperaturbedürfnissen in das Fernwärmenetz einbeziehen. In diesem Zusammenhang erklärt Straelens Bürgermeister Bernd Kuse: „Die Tiefengeothermie kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung liefern. Dies gilt nicht nur für unsere Gartenbaubetriebe, sondern sicherlich auch im zweiten Schritt auch für den Wohnungsbau oder unser Schwimmbad“. Im Vordergrund steht dabei die Wende von fossilen Energieträgern hin zu einer CO₂-neutralen Energieversorgung. Mitthilfe von Tiefengeothermie kann die energieintensive Agrarindustrie im Straelener Raum mit nachhaltiger Wärme versorgt werden und dem Standort auf lange Sicht einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Nach erfolgter Machbarkeitsstudie bis zu einer flächendeckenden Wärmeversorgung durch Tiefengeothermie ist ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren anzunehmen.

Quellen: Stadt Straelen, Online-Zeitung-Rhein-Ruhr