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Súdwest-Fryslân erforscht die Nutzung eines alten "Vulkans" für Geothermie

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Um Wohnungen erdgasfrei zu machen, untersucht die niederländische Stiftung STOGEF und die Gemeinde Súdwest-Fryslân die Möglichkeit, Erdwärme aus einem alten unterirdischen Vulkan zu nutzen.

Im optimistischsten Szenario wird die erste geothermische Wärme Ende 2025 in die Häuser in Bolsward fließen. Bildquelle: Friesland, pxfuel.com

Im Landschaftsbild fällt es nicht auf, aber in der Nähe der Gemeinde Bolsward gibt es drei Kilometer unter der Erde eine besondere Wärmequelle: einen alten Vulkan. Die geologische Struktur des Untergrunds hat die Region ein besonders hohes Potenzial für die Nutzung mit Geothermie und somit die Versorgung von etwa 5.000 Haushalte zu realisieren. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob eine tiefere Bohrung mehr Wärme an die Oberfläche bringen kann und ob dies realisierbar und wirtschaftlich ist.

Der Betrieb des Geothermieprojekts wird einer Genossenschaft oder einem kommunalen Wärmeunternehmen übertragen. Anwohner und Unternehmen können die Wärme bei ihnen kaufen. Der Anschluss an das Wärmenetz wird mit 3.325 Euro bezuschusst, um die Kosten zu decken. Darüber hinaus unterstützt die Regierung die Bemühungen des Vermietungssektors, Mietwohnungen erdgasfrei zu machen, durch das so genannte Gas-Free Rental Homes Subsidy Scheme (SAH).

Im kommenden Jahr wird die STOGEF vor allem in die Planungen investieren. Zunächst einmal muss der genaue Standort der Bohrung im Gebiet von Bolsward ermittelt werden. Es wird eine Untersuchung der technischen, organisatorischen und finanziellen Machbarkeit durchgeführt, und es werden Gespräche mit Energiegenossenschaften über ihre Beteiligung an dem Projekt geführt. Im optimistischsten Szenario wird die erste geothermische Wärme Ende 2025 in die Häuser in Bolsward fließen. Die Explorationslizenz wurde nun beantragt. Im nächsten Jahr soll ein Bohrplatz ausgewählt werden. Die Gemeinde Súdwest-Fryslân hat eine Absichtserklärung unterzeichnet und zahlt für eine Machbarkeitsstudie.

Nach Angaben des niederländischen Geothermieverbandes könnten in den Niederlanden insgesamt etwa 2,5 Millionen Haushalte mit Erdwärme versorgt werden. Dennoch bleibt die Entwicklung hinter den Prognosen zurück, die zum Beispiel im Masterplan Geothermie aufgestellt wurden. Es gibt Dutzende von Projekten in der Pipeline. Aber es sollte Hunderte von ihnen geben. Der niederländische Geothermieverband geht davon aus, dass geothermische Wärme erst ab etwa 2030 in großem Umfang eingesetzt wird.

Die staatliche Bergbauaufsicht sich in der Vergangenheit kritisch über den Geothermiesektor geäußert. Sie steckte noch in den Kinderschuhen. Die Risiken wurden nicht ausreichend verstanden. Der Sektor wurde einer verstärkten Aufsicht unterstellt. Kürzlich wurde die strenge staatliche Überwachung der Geothermiesektors beendet. Anlass war, dass der technische Standard der Geothermie in den Niederladen inzwischen so hoch ist, dass zusätzliche staatliche Sicherheitsmaßnahmen überflüssig wurden. Hans Bolscher vom niederländsichen Geothermieverband sagte dazu: "Wir sind stolz darauf, dass die Bemühungen des Sektors wahrgenommen wurden. So trägt beispielsweise der Industriestandard 'Sustainable Well Design', den die Geothermiebranche selbst entwickelt hat, weiter zur sicheren und verantwortungsvollen Gewinnung von Erdwärme bei. Der von der Branche entwickelte Verhaltenskodex für die Beteiligung am Umweltschutz und das System für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz sind ebenfalls Beispiele für positive Entwicklungen."

Quellen: Stadszaken, Geothermie Nederland, STOGEF