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Umsetzung des größten kalten Wärmenetzes in Deutschland startet

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Für die Umsetzung eines kalten Nahwärmenetzes mit Erdwärme im Neubaugebiet „In de Brinke“ in Warendorf haben die Stadtwerke Warendorf in der vergangenen Woche einen Fördermittelbescheid von bis zu 1,95 Mio. Euro erhalten.

Marktplatz Warendorf, Quelle: Wikipedia

Möglich wurde dies im ersten Schritt durch die im Jahr 2018 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereichte Machbarkeitsstudie „Wärmenetze 4.0“. Mit Hilfe dieser Studie wurde eine alternative Versorgung mit umweltfreundlicher Erdwärme in dem neuen Stadtteil untersucht. Der zweite Schritt umfasst nun die Realisierung des kalten Nahwärmenetzes im Neubaugebiet. Mit 37% der ansatzfähigen Kosten soll dieses Projekt als erstes kaltes Wärmenetz dieser Größenordnung in ganz Deutschland nun gefördert werden. Auch Bauherren profitieren von dem innovativen Versorgungskonzept durch einen wirtschaftlichen Wärmepreis und einen moderaten Anschlusspreis für ihren Neubau.

Bereits 2013 hat die Stadt Warendorf in ihrem Klimaschutzkonzept beschlossen, ihre CO2-Emissionen massiv zu senken. Seitdem verfolgen die Stadt und die Stadtwerke eine umweltfreundliche, regionale und in sich geschlossene Wärmeversorgung von Gebäuden mit erneuerbaren Energien. Mit dem Ergebnis, dass sie jetzt in die Umsetzung des größten kalten Wärmenetzes in Deutschland gehen können. „Unser Leuchtturmprojekt für die Region, das kalte Nahwärmenetz im neuen Stadtteil von Warendorf ist durch die innovative Technik besonders umweltfreundlich und nahezu CO2 neutral“, sagt Bürgermeister Axel Linke. „Wir freuen uns, dass dieses Projekt mithilfe der Fördermittel in diesem Baugebiet in Warendorf realisiert werden kann und wir den Bewohnern ein besonders wirtschaftliches Versorgungskonzept anbieten können“, ergänzt Axel Linke.

Das neue Wärmekonzept ist sowohl bei den Investitionen für Bauherren als auch im laufenden Betrieb günstiger als vergleichbare Systeme. Zudem beinhaltet das Wärmeversorgungskonzept eine passive Kühlung, so dass einerseits die Gebäude im Sommer unter Einsatz von Umweltenergie gekühlt werden und andererseits die Erdwärmesonden und -kollektoren, die die geothermische Energie aus dem Untergrund gewinnen, regeneriert werden. Durch diese Technik kann das Wärmeversorgungsnetz besonders effizient und wirtschaftlich betrieben werden.  Neben den wirtschaftlichen Vorteilen und dem hohen Komfort für die zukünftigen Bewohner des Quartiers erweist sich das Versorgungskonzept auch als die ökologischste Variante. Durch die eingesetzte Technik können 98,6 % der CO2-Emissionen gegenüber einer herkömmlichen Wärmeversorgung eingespart werden. Dies ist ein weiterer Vorteil für Bauherren, da diese für die Erlangung einer Baugenehmigung keine weiteren regenerativen Bestandteile zur Deckung des häuslichen Energiebedarfs nach dem EEWärmeG nachweisen müssen. Zukünftig sollen weitere Stadtteile und Quartiere folgen, die über Wärmenetze mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden. „Unsere Strategie ist eine klimaschonende und zentrale Energieversorgung vor Ort, die mittelfristig einen systematischen Umbau der Energieversorgung und ein Umdenken im Bereich der Technologie erfordert. Nur so können die Klimaschutzziele in Deutschland erreicht werden“, erklärt Urs Reitis, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf. „Über die Versorgung der Bauherren mit regenerativ erzeugter Wärme als lokaler Anbieter schaffen wir es, eine CO2-Minderung in der Wärmeversorgung mit einer lokalen und innovativen Lösung zu begegnen. Durch den Projektantrag sowie die Strahlkraft wird das Projekt als Referenz für viele weitere Neubaugebiete in Deutschland dienen können“, fügt er hinzu.

Für Erdarbeiten, Einbau, Service, Wartung und Reparatur der Wärmepumpen setzen die Stadtwerke vorwiegend auf bestehende Kooperationen mit lokalen Unternehmen und Betrieben, um auch im Zuge dieses innovativen Konzeptes die Wertschöpfung in Warendorf zu halten.

Quelle: Stadtwerke Warendorf GmbH