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Vattenfall fordert in 12 Punkte-Plan zur Wärmewende Förderung der Geothermie

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Mit zwölf energiepolitischen Maßnahmen kann die Wärmewende in Deutschland entscheidend vorankommen – und die Wärmeversorgung klimafreundlicher, günstiger, unabhängiger und sicherer machen. Das geht aus einem in Berlin veröffentlichten Impulspapier hervor.

Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berlin AG, Foto: Vattenfall

„Leider kommt Deutschland beim klimafreundlichen Wohnen viel zu langsam voran”, sagt Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berline AG. „Der Klimawandel und der Krieg in der Ukraine führen uns aber vor Augen, dass Klimaschutz und Versorgungssicherheit zusammengehören und wir gerade in der Wärmeversorgung unabhängiger von fossilen Energiequellen werden müssen.”

Konkret schlägt Vattenfall vor, bestehende Stadtwärmenetze auszubauen und auf Klimaneutralität umzustellen. „Unsere Stadtwärme ist ein großer Hebel für eine schnelle Wärmewende. Sie kann klimafreundliches Wohnen skalieren”, so Wielgoß. Dafür fordert Vattenfall – wie auch Werner Lutsch, Geschäftsführer des Energieeffizienzverbands AGFW – ein schnelles Ausrollen der Bundesförderung effiziente Wärmenetze. „Das Programm braucht eine Laufzeit bis 2030 und eine finanzielle Ausstattung von mindestens 2,5 Milliarden Euro pro Jahr”, fordert Lutsch.

Mit einer Reihe von Vorschlägen möchte Vattenfall die städtische Wärmeversorgung unabhängiger von Gas und Kohle machen.

Im Bereich Geothermie fordert Vattenfall von der Bundesregierung ein Explorationsprogramm für die Tiefengeothermie, um bestehende Informationslücken zu schließen. Jedoch stehen dem Ausbau der Tiefengeothermie nicht nur Informationsdefizite im Wege, es bedarf auch Förderung und einer Absicherung der Fündigkeitsrisiken der Projekte. Diese sind für die Versorgungsunternehmen nicht alleine tragbar. Tiefe Geothermie auf großindustrieller Basis benötigt Schätzungen zufolge gesamtwirtschaftliche Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe. Die Einführung eines Absicherungsfonds für Tiefengeothermie-Projekte kann das Investitionsrisiko minimieren und so den Ausbau dieser klimaneutralen und heimischen Wärmequelle beschleunigen.

Zudem benötigen Geothermie-Anlagen kontinuierlich Strom zum Betrieb der Wasserzirkulation, der in Deutschland selbst nach Abschaffung der EEG-Umlage noch immer zu teuer ist. Ausreichend günstiger Strom und leistungsfähige Stromnetze sind eine Grundvoraussetzung, um industrielle Geothermie in urbanen Gegenden wirtschaftlich
betreiben zu können.

Perspektivisch sieht Vattenfall auch bei Erdwärme durch Tiefengeothermie und Wasserstoff wichtige Stützen der Wärmewende. „Hier ist die Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft besonders wichtig”, sagt Wielgoß, „Bei der Tiefengeothermie brauchen wir gezielte Anreize und Absicherungen, um Potentiale vor allem in Ballungsräumen aufzuspüren. Beim Wasserstoff ist eine belastbare Infrastruktur entscheidend.”

Darüber hinaus regt das Unternehmen an, den volatilen Strommarkt im Sinne einer Sektorenkoppelung besser auf einen trägen Wärmemarkt abzustimmen. „Hier werden Speicherlösungen und intelligente Wärmenetze in Zukunft eine wichtige Rolle spielen”, unterstützt Lutsch. Der AGFW-Geschäftsführer drängt zudem darauf, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) anzupassen und bis 2030 zu verlängern.

Für klimafreundliche Wärmelösungen brauche es zudem bessere Anreize. Vattenfall schlägt eine Reform der sogenannten Wärmelieferverordnung vor, um die ansteigenden fossilen Rohstoffpreise bei Investitionsentscheidungen einzupreisen. „Kostenneutralität zum Schutz der Mieter:innen ist zwar sinnvoll, deren Berechnung deckt den wahren Preis von CO2 aber derzeit noch nicht ausreichend ab”, sagt Wielgoß. Für Investitionen sei entscheidend, neue Technologien wirtschaftlich attraktiver und erneuerbaren Strom günstiger zu machen. Davon profitierten nicht nur Stadtwärmenetze, sondern auch Wärmepumpen in Einfamilienhäusern. Die Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berlin AG ist überzeugt: „In Summe werden diese Maßnahmen unsere Wärmeversorgung klimafreundlicher, unabhängiger, günstiger und sicherer machen.”

12-Punkte-Plan Wärmewende (PDF)

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Dr. Christian Jekat
Quelle: Vattenfall GmbH