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Wärmekonzept der Bamberger Stadtwerke sorgt für internationales Aufsehen

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Das nachhaltige Wärmekonzept für das Quartier am Lagarde-Campus der Bamberger Stadtwerke wurde mit dem dritten Platz der internationalen Stadtwerke-Awards ausgezeichnet.

Eine Drohnenaufnahme des Lagarde-Campus in Bamberg zeigt die Dimensionen des neu entstehenden Wärmenetzes. Im Bild mitte rechts lagern die hellen Stapel der Kollektoren und ein erster Teil ist bereits verlegt. Bildquelle: Stadtwerke Bamberg

Die Entwicklung urbaner Siedlungsstrukturen stellt InvestorInnen und EnergieversorgerInnen hinsichtlich ökologisch und wirtschaftlich nachhaltiger Versorgungskonzepte vor große Herausforderungen. Das Wärmekonzept der Bamberger Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer IEE, dem Ingenieurbüro BUILD.ING Consulting und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zeigt, wie innovativ und nachhaltig die wirtschaftliche Bereitstellung von Wärme sein kann. Die Projektbeteiligten entwickelten ein Wärmeversorgungskonzept, dass nun bei den internationalen Stadtwerke-Awards mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. Ein elementarer Baustein des Projekts ist die Nutzung von oberflächennaher Geothermie.

„Wir sind unglaublich stolz und fühlen uns wieder einmal bestätigt, dass wir mit unserem Tun auf dem richtigen Weg sind. Der dritte Platz von 52 eingereichten Projekten aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden zeichnet nicht nur das Projekt, sondern insbesondere das Engagement unserer MitarbeiterInnen und Partner aus“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Michael Fiedeldey. Das Besondere an dem Wärmekonzept für das riesige innerstädtische Areal mit Bestands- und Neubauten und verschiedenen Nutzungsarten ist, dass die Energie nicht von weit hergeholt, sondern zu einem Großteil direkt vor Ort erzeugt wird. Zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Nutzung oberflächennaher Geothermie in Form des Baus eines Kalten Nahwärmenetzes. Oberflächennahe Geothermie und die Restwärme des Abwassers sollen dabei die Wärme für das Quartier am Lagarde-Campus bereitstellen. Zur Erhöhung des Temperaturniveaus werden Wärmepumpen eingesetzt, welche durch Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäudedächern mit Strom versorgt werden. Verschiedene Energiespeicher gleichen die tageszeitlichen Schwankungen in der Wärmeproduktion aus. Die Speicherung von Überschuss- und Abwärme erfolgt ebenfalls durch Erdwärmesonden.

 

Machbarkeitsstudie der Bundesinitiative Wärmenetze 4.0

Am Anfang des Projekts erfolgte eine Machbarkeitsstudie der ProjektpartnerInnen unter der Schirmherrschaft der Bundesinitiative Wärmenetze 4.0. Darin wurde ein wirtschaftlich tragfähiges, hoch innovatives und energieeffizientes Wärme- und Kälteversorgungskonzept für das Bamberger Quartier nachgewiesen. In der Studie errechnete das Kasseler Fraunhofer IEE einen stündlichen Wärmebedarf in Höhe von rund 3,5 GWh/a, sowie den Kühlbedarf der Gewerbeimmobilien in Höhe von 170 MWh/a. Zukünftig sollen 70 Prozent der benötigten Wärme und Kälte für die 1200 Wohnungen und Gewerbeobjekte am Lagarde-Campus mittels dezentraler Wärmepumpen direkt vor Ort bereitgestellt werden. Jan Kaiser, Experte für thermische Energietechnik am Fraunhofer IEE hebt in den besonderen Stellenwert der oberflächennahen Geothermie für das Projekt hervor: „Als Wärmequelle wird Abwasserwärme, sowie oberflächennahe Geothermie genutzt, welche über ein kaltes Wärmenetz bereitgestellt wird. Mit Hilfe einer geothermischen Simulation konnten wir dafür die Suffizienz der Erdreichkollektoren nachweisen. Das bedeutet, dass insbesondere der effiziente Betrieb der Kollektoren zu einer Verringerung des Energie- bzw. Ressourcenbedarfs führt und somit zum Klimaschutz beiträgt“.

Quellen: Fraunhofer IEE, Stadtwerke Bamberg