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ZSW für nachhaltiges Gebäude ausgezeichnet

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Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart (ZSW) ist am Donnerstag vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

Quelle: ZSW

Der Grund für die Ehrung: Das Forschungsinstitut, das die Entwicklung klimaschonender Technologien vorantreibt, setzt sie auch im eigenen Gebäude ein. Damit zeige es vorbildhaft, wie die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden kann, so das Ministerium. Erneuerbare Energien für die Strom-, Wärme- und Kälteversorgung decken einen großen Teil des Gebäudeenergiebedarfs.

Bei der Wärmeversorgung setzen die Stuttgarter Wissenschaftler auf erneuerbare Energien: 32 Erdwärmesonden und eine Wärmepumpe führen im Sommer überschüssige Wärme aus Büros und Laboren in den Boden ab. Im Winter wird die Erdwärme zu Heizzwecken aus dem Untergrund gezogen. Eine Betonkernaktivierung unterstützt die Klimatisierung: Sie deckt den Wärme- und Kühlbedarf vor allem in den Büro- und Technik-Bereichen, wobei der Betonkern nachts, wenn keine zusätzlichen inneren Lasten gegeben sind, aufgeladen wird. Insgesamt deckt das ZSW rund die Hälfte des Wärmebedarfs regenerativ. Auch einen guten Teil der benötigten Prozesskälte stellen die Forscher mit Hilfe der Geothermie bereit.

Deutlich wird das Engagement des Institutes auch beim Betrachten der Gebäudefassade: In die Außenfassade integriert sind 357 schwarze Dünnschicht-Photovoltaikmodule. Sie haben eine Fläche von rund 170 Quadratmetern und eine installierte Leistung von 27 Kilowatt. Die Solarmodule gewinnen nicht nur Energie, sie werden auch zu Forschungszwecken genutzt: So soll die für die Gebäudeintegration besonders geeignete Dünnschichtphotovoltaik auf Basis von Kupfer, Indium, Gallium und Selen (CIGS) für Fassadenanwendungen optimiert werden. Auf dem Dach befindet sich eine weitere Solaranlage mit 20 Kilowatt Leistung.

Das Gebäude entspricht trotz des hohen Energiebedarfs der Forschungslabore dem KfW55-Standard nach der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2016 und liegt damit über den gesetzlichen Anforderungen.
Das Gebäude zeichnet sich nicht zuletzt durch das komplexe Zusammenspiel äußerst verschiedener Nutzungsanforderungen aus: Im Institut existieren Büro- und Besprechungsräume, anspruchsvolle physikalische und chemische Labore sowie industrieartige Hallen mit einer entsprechend aufwändigen Sicherheitstechnik zur Forschungsproduktion etwa von Wasserstoff und Dünnschichtsolarzellen.

Quelle: ZSW