In Prenzlau hat die Stadtwerke Prenzlau GmbH mit den Bohrarbeiten für ein neues Geothermieprojekt begonnen. Ziel ist es, in rund 1.000 Metern Tiefe ein 44 Grad warmes Thermalwasserreservoir zu erschließen, das künftig zur nachhaltigen Fernwärmeversorgung beitragen soll.
Bereits in den 1980er-Jahren wurde an gleicher Stelle ein geothermisches Heizwerk betrieben. Aufgrund für den hohen Salzgehalt ungeeigneter Materialien musste der damalige Betrieb eingestellt werden. Moderne Werkstoffe ermöglichen nun eine Wiederaufnahme der Nutzung. Das Thermalwasser stammt aus einem rund 200 Millionen Jahre alten „Urmeer“, das sich tief unter der Prenzlauer Innenstadt befindet.
Mit der Bohrung am Thomas-Müntzer-Platz wollen die Stadtwerke künftig bis zu 60 Prozent der Fernwärmeversorgung auf Geothermie umstellen. Das Projekt soll bis Ende 2027 Wärme ins Netz einspeisen und rund 5.500 Haushalte versorgen. Unterstützt wird das Vorhaben mit 40 Prozent Fördermitteln, insgesamt rund acht Millionen Euro.
Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Jahnke betont die Bedeutung der Anlage für die Wärmewende und Versorgungssicherheit: „Wir hoffen, dass wir dank Geothermie den Wärmepreis für unsere Kunden stabil halten können. Das ist zuverlässige Versorgung zu einem guten Preis.“
Nach Abschluss der Bohrarbeiten soll das Thermalwasser über ein zweites Bohrloch wieder in den Untergrund zurückgeführt werden. Dadurch bleibt der Kreislauf geschlossen und nahezu geräuschlos.
Einen Artikel vom Nordkurier finden Sie hier.
Impressionen in einer Kurzdoku vom rbb finden Sie hier.