In der Stadt Garbsen ist der Bedarf an Wohnraum groß. "Insbesondere durch die Ansiedlung des Campus Maschinenbau Garbsen (CMG) bietet sich für unsere Stadt eine große Chance", sagte Bürgermeister Dr. Christian Grahl und fügte hinzu: "Ein Wettbewerbsverfahren ist der richtige Weg, um die gewünschte städtebauliche Entwicklung unter Einbeziehung der vielfältigen Nutzungsansprüche erreichen zu können. " Im Fokus standen attraktive und leistungsfähige Wohnbaugebiete mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität. Für die Teilnahme an dem Wettbewerb wurden drei Planungsbüros beauftragt.
Nun plant Stadt Garbsen im „Wohnquartier An den Eichen“ auf einer Fläche von ca.10,5 ha 300-400 Wohnungen mit einer Wärmeversorgung über ein Kaltes Nahwärmenetz. Zum Qurtier gehören auch eine Kindertagesstätte sowie öffentliche Grünflächen. „Um die national sowie international festgelegten Klimaschutzziele zu erreichen, ist eine Reduzierung der CO2-Emmissionen, die durch die Wärmeversorgung entstehen, unerlässlich“, sagt Bürgermeister Christian Grahl. Der Wärmesektor sei der größte Energieverbrauchsposten und mitentscheidend für die Klimabilanz von Privathaushalten. Die Durchführung der 200 Meter tiefen Erkundungsbohrung und der Tests wird in der zweiten Novemberwoche beginnen, um die Eignung des Gebiets für die Wärmeversorgung mittels Erdsonden zu bestätigen und die Grundlagen für die Geothermie-Bohrungen und die Bemessungen des kalten Netzes zu ermitteln. Aktuell werden drei Varianten mit Sondentiefen zwischen 100 m und 800 m geprüft, wobei in der bauftragen Studie Sonden mit einer Tiefe von 250 m brvorzugt wurden. Sie hatten einen geringeren Platzbedarf, geringer kostendeckende Wärmepreise und eine höhere Effizienz. Die tatsächlich mögliche und sinnvolle Tiefe der Erdsonden wird nur nach den Probebohrungen durch das geologisches Gutachten ermittelt.
Nach der Erkundungsbohrung kann die Umsetzung des Nahwärmenetzes im Wohnquartier im Detail geplant werden. Die Region Hannover beteiligt sich über ihre Klimaschutzleitstelle an den anfallenden Kosten von geschätzt 40.000 Euro mit maximal 15.000 Euro.
„Das angestrebte kalte Wärmenetz geht deutlich über die gesetzlichen Anforderungen zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden hinaus und leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität. Das Vorhaben stellt ein nachhaltiges Vorzeigeprojekt dar“, sagt Grahl. Deutschlandweit gebe es nur wenige vergleichbare Projekte. „Die Umsetzung eines derartig großdimensionierten Projektes wird als Beispiel für ähnliche, zukünftige Vorhaben Anwendung finden“, ergänzt Randi Diestel, Umweltbeauftragte der Stadt. Angesichts der derzeit drastisch steigenden Gas- und Ölpreise könnte die Versorgung mit Erdwärme auch finanziell attraktiv für die künftigen Bewohner sein.
Quellen: Stadt Garbsen, Wohnwuartier Garbsen, HAZ, CK Stadtplanung