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Schwankende Energieerzeugung: Geothermie sorgt für Stabilität

| News

Ein stabiles Energiesystem braucht Energiequellen, die zuverlässig und unabhängig von Tageszeit, Jahreszeit und Wetter verfügbar sind.

Foto: Rahul Saraf / Unsplash

Wind und Sonne sind zentrale Säulen der Energiewende. Doch ihre Energie steht nicht jederzeit in gleicher Menge zur Verfügung: Photovoltaikanlagen erzeugen nachts keinen Strom und im Winter deutlich weniger als im Sommer. Auch die Windstromproduktion hängt vom Wetter ab.

Die Schwankungen von Wind und Solar kommen auch beim Phänomen der „Dunkelflaute“ zum Tragen, einer Wetterlage, in der Wind- und Solarstrom gleichzeitig über einen längeren Zeitraum nur in geringem Umfang zur Verfügung stehen. Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt untersuchten beispielsweise die Phasen im November und Dezember 2024, in denen das Niveau von Wind- und Solarstrom gleichzeitig sehr niedrig war. Die Behörden sehen für solche Situationen einen Bedarf an steuerbarer Leistung und mehr Flexibilität bei Erzeugung und Verbrauch. Ein stabiles erneuerbares Energiesystem muss deshalb diese Fluktuationen auffangen können.

Dafür sind Speicher, Netze und eine Anpassung des Verbrauchs wichtig. Sie sind ein wichtiger Baustein, um Schwankungen auszugleichen, doch das allein reicht nicht. Ein robustes Energiesystem braucht Energiequellen, die selbst unabhängig von Wetter und Tageszeit verfügbar sind. Genau hier liegt eine besondere Stärke der Geothermie.

Die im Untergrund gespeicherte Wärme steht ganzjährig zur Verfügung. Geothermie kann deshalb kontinuierlich Wärme für Gebäude, Quartiere und Wärmenetze bereitstellen, unabhängig von der Jahreszeit und den Wetterverhältnissen. Insbesondere die Tiefengeothermie kann große Wärmemengen zuverlässig und dauerhaft liefern und damit einen kontinuierlichen Anteil der Wärmeversorgung übernehmen.

Denn während Wind- und Solaranlagen zunächst Strom erzeugen, wird geothermische Wärme direkt in Wärmenetze eingespeist, sodass keine zusätzliche elektrische Wärmeerzeugung notwendig ist. Damit kann Geothermie einen Teil des Wärmebedarfs direkt decken und den Strombedarf für die Wärmeerzeugung reduzieren. Gerade in Zeiten hoher Stromnachfrage kann das dazu beitragen, die Stromnetze zu entlasten. Geothermie ergänzt damit nicht nur die erneuerbare Energieerzeugung, sondern kann auch helfen, die Netze effizienter zu nutzen.

Es geht nicht darum, Geothermie an die Stelle anderer erneuerbarer Energien zu setzen. Entscheidend ist vielmehr ihr Zusammenspiel: Wind und Photovoltaik liefern große Mengen erneuerbarer Energie in Form von Strom, Speicher gleichen zeitliche Schwankungen aus und Geothermie stellt kontinuierlich verfügbare Wärme bereit und ist somit grundlastfähig.

Auch für die Netze kann das Vorteile bringen. Wo Tiefe Geothermie Wärme direkt in ein Wärmenetz einspeist, muss diese Wärme nicht zunächst mit einer elektrischen Wärmepumpe erzeugt werden. Bei Oberflächennaher Geothermie ermöglichen effiziente Erdwärmepumpen zudem eine konstante Wärmequelle und können zusammen mit Speichern so betrieben werden, dass Strombezug flexibel gesteuert wird.

Geothermie gleicht Schwankungen also nicht allein aus. Sie ergänzt sie um eine weitere erneuerbare Energiequelle, die kontinuierlich verfügbar ist. Im Zusammenspiel entsteht so ein Energiesystem, das Unabhängigkeit ermöglicht.

Denn die Erde ist immer da.