Im Rahmen eines Besuchs an der TU Bergakademie Freiberg – der ältesten Bergakademie der Welt – führen wir Gespräche mit Professoren über die Bedeutung des neuen Masterstudiengangs Geothermie und des Diplomstudiengangs Geoingenieurwesen mit Vertiefung Geoenergiesysteme und die Rolle der Hochschule in der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte für die Energiewende.
Den Anfang unserer Serie bildet Prof. Dr. Traugott Scheytt, Professor für Hydrogeologie und Hydrochemie an der TUBAF und Studiendekan des Studiengangs Master Geothermie.
Können Sie kurz erzählen, an welchem Lehrstuhl Sie tätig sind und womit Sie sich in Forschung und Lehre beschäftigen?
Ich bin Professor für Hydrogeologie und Hydrochemie am Institut für Geologie der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. In Forschung und Lehre beschäftigen wir uns mit allen Aspekten des Grundwassers, der chemischen Prozesse im Untergrund und deren ingenieurtechnischer Nutzung. Dazu gehören auch hydrogeologische Modellierungen und praktische Anwendungen, die für die Geothermie besonders relevant sind.
Was fasziniert Sie persönlich an Ihrem Fachgebiet und reizt sie daran, Studierende für Geothermie zu begeistern?
Mich fasziniert das Interesse an der Erde, auf der wir leben, und an dem, was sie uns bietet. Die Geothermie verbindet wissenschaftliche Neugier und eine Tätigkeit auf einem zukunftsfähigen Gebiet. Die Geothermie leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Besonders reizvoll ist es, Studierende für ein so zukunftsträchtiges und nachgefragtes Fachgebiet zu begeistern und ihnen Perspektiven für eine langfristige berufliche Laufbahn aufzuzeigen.
Die TU Bergakademie Freiberg bietet ab dem Sommersemester 2025 den neuen Masterstudiengang Geothermie an. Was war die Motivation, diesen Studiengang ins Leben zu rufen und welche fachlichen Schwerpunkte erwarten die Studierenden?
Wir wollten ein Studienangebot schaffen, das zwischen Ingenieurwesen und Geowissenschaften vermittelt. Voraussetzung ist ein Bachelorabschluss in einem geowissenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Fach. Der viersemestrige Master wird komplett in deutscher Sprache angeboten und deckt Themen wie Hydrochemie, Bohrtechnik, geothermische Modellierung, aber auch rechtliche Aspekte sowie viele Wahlfächer ab. Ein besonderes Merkmal sind unsere praxisnahen Forschungsmöglichkeiten, insbesondere im Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“. Dort können Studierende zum Beispiel Grubenwassernutzung und Energiespeicherung praktisch untersuchen. Das Konzept ist interdisziplinär ausgerichtet und passt ideal zu den Anforderungen der modernen Geothermiebranche, sodass die Studierenden optimal auf die spätere Arbeit vorbereitet werden.
Warum ist die Ausbildung in diesem Bereich gerade jetzt so wichtig?
Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich Geothermie steigt stetig. Gleichzeitig bietet die Energiewende viele neue Chancen. Es ist entscheidend, dass wir junge Menschen ausbilden, die die Technologien verstehen, weiterentwickeln und praktisch anwenden können.
Bisher hat sich erst ein Studierender für den neuen Masterstudiengang Geothermie eingeschrieben – woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Das liegt unter anderem daran, dass der Studiengang erst kürzlich beschlossen wurde und noch wenig öffentlich beworben wurde. Insgesamt ist das aber kein schlechter Start, wir rechnen mit steigenden Einschreibungen
Welche Rolle spielt Freiberg als älteste Bergakademie der Welt in der Ausbildung zukünftiger Geothermie-Experten und -Expertinnen?
Freiberg bietet einmalige Möglichkeiten mit hervorragender Ausstattung an Laboren und Versuchseinrichtungen, die praxisnahes Arbeiten und Lernen ermöglichen. Zudem zählt die Universität zu den Drittmittelstärksten Deutschlands, was ein großes Interesse der Industrie widerspiegelt und Studierenden zahlreiche Forschungschancen bietet. Wir können somit fundiertes theoretisches Wissen mit exzellenter Praxis verbinden. Das ist ein entscheidender Vorteil für die Ausbildung zukünftiger Geothermie-Experten.
Den Link mit allen Informationen zum Studiengang Master Geothermie finden Sie hier.
Sie bieten Studiengänge, Praxisprojekte oder Karrierewege in der Geothermie an? Dann wenden Sie sich gerne an uns! Wir stellen Sie in unserer Serie vor und zeigen zukünftigen Fachkräften spannende Perspektiven auf!