Rund 100 Unternehmen aus 20 Ländern kamen zum 3. Budapest Geothermal Energy Summit im Hotel Marriott zusammen, um die Chancen und Herausforderungen der Geothermie in Mittel- und Südosteuropa zu diskutieren. Die von White Paper Consulting organisierte Konferenz gilt als führendes Branchentreffen der Region. Der Bundesverband Geothermie e. V. war vor Ort durch Prof. Dr. Inga Moeck, Vizepräsidentin des Verbands, vertreten.
In seiner Eröffnungsrede betonte Ungarns Energieminister Csaba Lantos die wachsende Bedeutung der Geothermie. Bis 2030 will das Land die Nutzung auf bis zu 3400 GWh verdoppeln. Der Anteil geothermischer Wärme an der Gesamtwärmeerzeugung soll von derzeit 6,5 auf bis zu 30 Prozent steigen. Lantos rechnet zudem damit, dass sich der Erdgasverbrauch bis 2035 um eine Milliarde Kubikmeter senken lässt.
Auch auf europäischer Ebene setzt man hohe Ziele. Miklós Antics, Präsident des European Geothermal Energy Council (EGEC), sprach von einer „Transformation von Megawatt zu Gigawatt“. Künftig sollen 75 Prozent von Heizung und Kühlung aus Geothermie gedeckt werden, 65 Prozent der Anwendungen im Agrarbereich, 15 Prozent in der Stromerzeugung und 10 Prozent bei der Gewinnung kritischer Rohstoffe. Luca Xodo, Vorsitzender von ETIP Geothermal, unterstrich: „Geothermie ist jetzt.“ Europa verfüge über leicht erschließbare Potenziale, insbesondere im Bereich Wärme.
In einer Podiumsdiskussion zu Investitions- und Umsetzungshemmnissen wurde deutlich, dass es nicht nur um Technik, sondern auch um Strategie und Zusammenarbeit geht. Es wurden Herausforderungen und mögliche Lösungen erörtert. Mehrere Unternehmensvertreter berichteten zudem über Fortschritte in der Praxis.
Zum Abschluss betonten Expertinnen und Experten die Rolle der Kommunen bei der Wärmeversorgung, forderten aber gleichzeitig eine stärkere Beteiligung von Energieversorgern und Investoren. Forschung, Innovation und praxisnahe Lösungen seien entscheidend, um die Potenziale der Geothermie im Bereich Heizen und Kühlen weiter auszuschöpfen.
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