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Versorgungssicherheit: Geothermie schafft Unabhängigkeit

| News

Die sinkenden Füllstände der deutschen Gasspeicher zeigen, wie wichtig eine unabhängige, krisenfeste Wärmeversorgung ist und wie wichtig heimische Wärmequellen wie Geothermie sind.

Foto: Unsplash/ Saurav Mahto

Die Energieversorgung steht vor der Herausforderung, zuverlässig, bezahlbar und unabhängig von geopolitischen Entwicklungen zu funktionieren. Gerade die vergangenen Jahre und Monate haben gezeigt, wie verletzlich ein Energiesystem sein kann, wenn ein großer Teil der Versorgung von importierten fossilen Energieträgern abhängt. Für die Wärmeversorgung ist deshalb eine zentrale Frage: Wie können wir Wärme zuverlässig bereitstellen, ohne auf Gas- und Ölimporte angewiesen zu sein?

Wie aktuell diese Frage ist, zeigt auch der Blick auf die deutschen Gasspeicher. Bereits sechs Wochen vor Beginn der Heizsaison sind diese zu weniger als 50 Prozent gefüllt und damit auf einem deutlich niedrigeren Stand als im Vorjahr. Anfang Oktober des vergangenen Jahres waren die Speicher noch zu rund 76 Prozent gefüllt. Gleichzeitig verlief die Einspeicherung zuletzt vergleichsweise langsam. Damit wächst die Unsicherheit darüber, ob vor Beginn der Heizperiode ein ausreichend hoher Füllstand erreicht werden kann. Zwar stehen mit den LNG-Terminals zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, doch sind diese bereits bei den angestrebten Speicherfüllständen berücksichtigt und können auftretende Ausfälle oder einen besonders kalten Winter nicht vollständig auffangen. Versorgungssicherheit darf deshalb nicht allein davon abhängen, dass alle Importwege und Infrastrukturen jederzeit störungsfrei funktionieren.

Eine Antwort darauf lautet: Mit Geothermie. Denn Erdwärme ist eine heimische Energiequelle, die unabhängig von internationalen Brennstoffmärkten genutzt werden kann. Anders als bei Erdgas oder Heizöl muss für die Wärmeerzeugung kein Brennstoff kontinuierlich eingekauft, transportiert und verbrannt werden. Die Wärmequelle liegt direkt vor Ort im Untergrund. Ein besonderer Vorteil der Geothermie ist also ihre Verfügbarkeit: Die im Untergrund gespeicherte Wärme steht jederzeit kontinuierlich zur Verfügung und ist unabhängig von äußeren Einflussfaktoren. Damit ist Geothermie eine zuverlässige erneuerbare Energiequelle.

Dabei geht es nicht darum, andere erneuerbare Energien zu ersetzen. Eine robuste Energieversorgung braucht vielmehr einen Mix verschiedener Technologien. Geothermie kann diesen Mix um eine lokal verfügbare, kontinuierliche und wetterunabhängige Wärmequelle ergänzen.

Jede geothermische Anlage, die fossile Wärme ersetzt, reduziert den Bedarf an Erdgas oder Heizöl. Damit sinkt auch die Abhängigkeit von deren Verfügbarkeit und von internationalen Preis- und Handelsentwicklungen. Der Ausbau der Geothermie im Land kann deshalb insbesondere im Wärmemarkt zur Verringerung der Importabhängigkeit beitragen, der mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs ausmacht.

Versorgungssicherheit bedeutet dabei mehr als die Frage, ob im kommenden Winter ausreichend Gas zur Verfügung steht. Sie bedeutet, langfristig über verschiedene, möglichst heimische Energiequellen zu verfügen und die Wärmeversorgung resilienter aufzustellen. Die Energiequelle Geothermie liegt unter unseren Füßen, ist kontinuierlich verfügbar und kann vom einzelnen Gebäude bis zum großen Wärmenetz genutzt werden. Je stärker sie erschlossen wird, desto vielfältiger und unabhängiger kann die Wärmeversorgung der Zukunft werden.