Sowohl oberflächennahe Anwendungen als auch geplante Tiefengeothermievorhaben zeigen das wachsende Potenzial im Freistaat. Geothermie spielt in Thüringen eine zunehmend wichtige Rolle bei der klimafreundlichen Wärmeversorgung. Nach Angaben des Thüringer Energieministeriums kommen dabei vor allem Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren in Kombination mit Wärmepumpen zum Einsatz.
Diese Technik eigne sich insbesondere für Privathaushalte und kleinere Gebäude, sofern die geologischen und wasserrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Auch öffentliche Gebäude setzen verstärkt auf diese Technologie: So soll etwa im Zuge der Generalsanierung des Lindenau-Museums in Altenburg die Klimatechnik auf eine geothermische Lösung umgestellt werden.
Neben Einzelprojekten rücken auch kalte Nahwärmenetze stärker in den Fokus. Erste Praxisbeispiele finden sich bereits in Thüringen: In Werther (Landkreis Nordhausen) wurde das erste kalte Nahwärmenetz des Landes realisiert. Mehr als 30 Einfamilienhäuser sind dort an das Netz angeschlossen. Ein weiteres Projekt ist im Ort Erlau (Landkreis Hildburghausen) geplant, wo rund 18 Einfamilienhäuser über ein kaltes Nahwärmenetz mit Erdwärme versorgt werden sollen.
Parallel dazu werden auch Großprojekte der Tiefengeothermie vorangetrieben. In Erfurt laufen seit einiger Zeit umfangreiche Untersuchungen, um das Potenzial für eine geothermische Wärmeversorgung in mehreren tausend Metern Tiefe zu bewerten. Perspektivisch könnte damit ein Teil des Fernwärmenetzes der Landeshauptstadt versorgt werden.
Auch die Eichsfeldwerke sowie die Stadtwerke Heilbad Heiligenstadt prüfen derzeit das Potenzial der Tiefengeothermie in ihren Versorgungsgebieten. Für das Erfurter Projekt wird derzeit von einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro ausgegangen. Nach aktuellen Planungen könnte die Anlage ab dem Jahr 2045 klimaneutrale Wärme liefern.
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