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WM-Serie: Erdwärme und Fußballstadien, Teil 2

| News

Was haben Fußballstadien und Erdwärme gemeinsam? Mehr, als man denkt. Die Energiewende kann auch auf dem Fußballplatz stattfinden.

Foto: Peter Gugerell / Wikimedia Commons

Das Ernst-Happel-Stadion in Wien, mit rund 50.000 Plätzen das größte Stadion Österreichs, wurde im Zuge seiner Modernisierung zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Sportinfrastruktur. Neben einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einer Umstellung der Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik entstand dort eine der größten Erdwärmeanlagen der österreichischen Hauptstadt.

Kern des Projekts sind 270 Erdsonden, die unter den Naturrasenplätzen bis zu 150 Meter tief in den Untergrund reichen. Insgesamt wurden dabei mehr als 40 Kilometer Bohrstrecke realisiert. Ergänzt wird das System durch Erdkollektoren unter den Kunstrasenplätzen. Gemeinsam mit Wärmepumpen stellt die Anlage bis zu 9.700 MWh erneuerbare Energie pro Jahr bereit.

Durch die doppelte Nutzung der Flächen, arbeitet die geothermische Infrastruktur zur klimafreundlichen Energieversorgung des Stadionkomplexes, während auf den Trainingsplätzen darüber Fußball gespielt wird. Die Anlage zeigt damit eindrucksvoll, wie bestehende Sportflächen gleichzeitig zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt werden können.

Mit der Kombination aus Geothermie, Photovoltaik und energieeffizienter Gebäudetechnik verfolgt die Stadt Wien das Ziel, das traditionsreiche Stadion langfristig klimafreundlich und zukunftsfähig aufzustellen. Die Wiener Anlage ist somit eines von mehreren Beispielen, die zeigen: Geothermie spielt längst nicht mehr nur in Wohnquartieren oder Wärmenetzen eine Rolle, sondern findet zunehmend auch im Umfeld großer Sportstätten Anwendung. 

In einem früheren Artikel berichteten wir bereits davon.