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WM-Serie: Erdwärme und Fußballstadien, Teil 4

| News

Fußballplätze sind nicht nur Orte für Sport und Bewegung, sie können auch einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Wärmewende leisten. Wir zeigen, wie Geothermie in diesem Kontext eingesetzt wird.

Foto: Frank Köhntopp / Wikimedia commons

Während auf dem Spielfeld um Tore gekämpft wird, arbeitet darunter eine nachhaltige Energiequelle: In Berlin gibt es gleich mehrere Projekte, die zeigen, wie Sportinfrastruktur und Geothermie sinnvoll miteinander verbunden werden können. So entstand im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf unter einem Fußballplatz eine der größten Erdwärmeanlagen dieser Art in Deutschland.

Am Maikäferpfad in Berlin-Charlottenburg wurde ein innovatives Modell umgesetzt: Unter dem Sportplatz der Reinfelder Schule wurden insgesamt 8.800 Hochleistungs-Erdwärmekollektoren in einer Tiefe von rund 1,5 Metern verlegt. Sie nutzen die im Erdreich gespeicherte Umweltwärme und speisen diese über ein kaltes Nahwärmenetz in Wärmepumpen ein. Künftig werden dadurch drei Schulgebäude und eine Turnhalle vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt, die bisherige Gasversorgung wird ersetzt. Gleichzeitig bleibt die Sportfläche vollständig erhalten und kann nach Abschluss der Bauarbeiten uneingeschränkt weiter genutzt werden.

Sportplätze eignen sich besonders gut für diese Form der Energiegewinnung. Da bei der Sanierung von Rasen- oder Kunstrasenplätzen ohnehin umfangreiche Erdarbeiten erforderlich sind, können Erdwärmekollektoren mit vergleichsweise geringem Mehraufwand unter der Spielfläche installiert werden. Die Oberfläche bleibt anschließend unverändert nutzbar, während der Untergrund dauerhaft klimafreundliche Wärme liefert.

Auch der Berliner Olympiapark zeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Sportstätten und Geothermie steckt. Aus einer Modellrechnung von Jens-Olaf Delfs, Inga Moeck, Fabian Neth und Nico Oesemann auf Basis von Daten aus dem Forschungsprojekt „WärmeGut“, die beim Geothermiekongress 2026 präsentiert wird, geht hervor, dass ein geothermisches Quartierskonzept für den Olympiapark grundsätzlich möglich ist. Der Energiebedarf des Areals ist erheblich: Der Olympiapark benötigt rund 23 GWh/Jahr Wärme und 7 GWh/Jahr Strom.

Große Erdwärmesondenfelder könnten dabei nicht nur Gebäude versorgen, sondern auch als thermische Speicher genutzt werden, um überschüssige Energie aus dem Sommer für den Winter verfügbar zu machen. Damit könnten Sportstätten künftig zu zentralen Bausteinen einer kommunalen Energiewende werden.

Das Potenzial ist enorm: In Deutschland gibt es rund 45.000 Fußball- und Bolzplätze. Ein einzelner Fußballplatz kann, je nach Auslegung und Nutzung, jährlich mehrere Millionen Kilowattstunden Wärme bereitstellen und damit Schulen, Sporthallen, Vereinsheime oder sogar ganze Quartiere mit erneuerbarer Energie versorgen. Im Sommer regeneriert sich der Untergrund durch Sonneneinstrahlung und speichert erneut Wärme, die im Winter zum Heizen genutzt werden kann. 

Von dem Projekt am Maikäferpfad berichtete Entwicklungsstadt in einem Artikel.
Und auch die Agentur für Erneuerbare Energien berichtete von dem großen Potenzial der Sportplätze.