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Pressemitteilungen 2022

66 % der BürgerInnen für eine stärkere politische Förderung der Geothermie-Nutzung

(Berlin, 23. Juni 2022) In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CIVEY unter 5000 BürgerInnen gaben 66 % der Befragten an, dass die Geothermie-Nutzung in Deutschland nicht ausreichend durch die Politik gefördert wird. Der Bundesverband Geothermie (BVG) fordert von der Bundes- und Landespolitik, die gemeinsamen Umsetzungsempfehlungen des Energieeffizienzverbandes für Wärme, Kälte und KWK (AGFW), des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU), des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) und des Bundesverbandes Geothermie (BVG) für das Sommerpaket zu berücksichtigen. Es braucht effizientere Genehmigungsverfahren, eine nationale Fündigkeitsversicherung und bessere Quereinstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten, um mit Geothermie das Rückgrat der deutschen Wärmeversorgung für die Zukunft zu sichern. Geothermie benötigt jetzt politischen Rückenwind, damit die preisstabile, klimaneutrale und unabhängige Wärmeversorgung Deutschlands für die Zukunft umgesetzt werden kann.

Versorgungssicherheit und Klimaschutz im Wärmemarkt können mit dem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Wärme aus Geothermie gewährleistet werden. Erdgas, das noch in jüngster Vergangenheit als Brückentechnologie galt, entpuppt sich heute als energiepolitische Sackgasse. Es braucht jetzt ein „Geothermie-Ausbau-Gesetz“, vergleichbar mit dem "Windenergie-an-Land-Gesetz", das die gesetzlichen Voraussetzungen für den massiven Hochlauf der Erdwärme-Nutzung schafft.

Die Telefonleitungen des Bundesverbandes Geothermie laufen heiß, denn spätestens seit Februar ist die Geothermie für viele Marktteilnehmer nicht mehr nur eine „ach-die-gibt-es-ja-auch-noch“-Technologie, sondern eine handfeste Alternative, die ihre wirtschaftliche Zukunft sichern könnte. Ob im Agrarsektor, im Lebensmittelgewerbe, in der Wohnungswirtschaft oder bei Stadtwerken und kommunalen Energieversorgern – es fehlt nicht der Mut zum Bohren, denn die Vorteile der Geothermie sind so offensichtlich wie nie zuvor. Die bisher vorgestellten Gesetzgebungsvorhaben der Bundesregierung und die immer noch fehlende Fündigkeitsversicherung tragen dieser Dynamik keine Rechnung. Dabei liegen den politischen und administrativen EntscheidungsträgerInnen schon längst konkrete Empfehlungen vor, deren Umsetzung dringend notwendig ist! Die Verzögerungen in den Gesetzgebungsverfahren blockieren die Wärmewende.

Jüngste Studien (Roadmap Tiefe Geothermie, Roadmap Oberflächennahe Geothermie, Metastudie zur nationalen Erdwärmestrategie) deutscher Spitzenforschungsinstitute wie Fraunhofer IEG, Fraunhofer UMSICHT, Fraunhofer IBP, Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam GFZ (GFZ), Karlsruhe Institute of Technology (KIT) und Helmholtz-Zentrum für Umwelt (UFZ) sowie Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) ergaben, dass die Technologie das Potenzial hat mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs in Deutschland zu decken.

Anlagen:

  1. Entwicklung des Wärmemarktes (Prof. Dr. Inga Moeck 2022: Metastudie zur nationalen Erdwärmestrategie)
  2. Akzeptanzumfrage Geothermie (CIVEY 2022)
  3. Übersicht über geothermische Technologien (Prof. Dr. Rolf Bracke et al. 2022: Roadmap Tiefe Geothermie)

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Leitfaden zur kommunalen Wärmeversorgung mit Tiefer Geothermie

Energieversorger stehen wie nie zuvor vor der dringenden Aufgabe, Alternativen zu fossilen Energieträgern zu entwickeln und neue Versorgungsstrukturen aufzubauen. Der Leitfaden „Wärmeversorgung mit tiefer Geothermie“ zeigt Schritt für Schritt die Entwicklung kommunaler Wärmeversorgung mit Tiefer Geothermie.

Der Umbau des Wärmesektors hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung seit 2022 mehr im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung und politischen Diskussion verankert. Bis zu 25 % des Wärmebedarfes Deutschlands kann durch Tiefe Geothermie laut der „Roadmap Tiefe Geothermie“ des Fraunhofer IEG und weiteren Spitzenforschungsinstituten gedeckt werden. Dort, wo vielversprechende geologische Verhältnisse vorliegen, ist das Interesse der Energieversorger an dem Potenzial der Geothermie hoch, denn die Wärmebereitstellung erfolgt zuverlässig, preisstabil, grundlastfähig und unabhängig von Tages- und Jahreszeiten. Die Technologie hat zudem den geringsten Flächenbedarf pro Kilowattstunde, die höchste Jahresarbeitszahl, den niedrigsten CO₂-äquivalenten Fußabdruck pro Kilowattstunde und die potenziell geringsten Gestehungskosten aller EE-Technologien. Damit stellt die Tiefe Geothermie vielerorts eine geeignete Alternative zu fossilen Energieträgern dar.

Der Bundesverband Geothermie Stadtwerken und kommunalen Energieversorgungsunternehmen einen Fahrplan und bewährte Ablaufmodelle für die Nutzung tiefengeothermischer Energie an die Hand geben. Dabei werden zentrale Planungsschritte – von der Idee bis zum Betrieb – aufgegriffen und erläutert, um so einen ersten Überblick über die Projektplanung und -umsetzung zu liefern.

„Wärmeversorgung mit tiefer Geothermie – Schritt für Schritt von der Idee bis zum Betrieb“ (20 Seiten) kann kostenlos beim Bundesverband Geothermie bestellt werden (Email an: desiree.reimer(at)geothermie.de).

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Erdwärmepumpen können Deutschland zu drei Viertel mit Wärme versorgen

Die Wärmewende hinkt der Stromwende hinterher. Während Wind und Sonne in guten Jahren die Hälfte der Stromenergie nachhaltig liefern, decken regenerative Wärmequellen weniger als ein Fünftel des Wärmebedarfs. Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger müssen nun die Weichen für eine Wärmeversorgung ohne Öl und Gas stellen, die nachhaltig, versorgungssicher, regional und bezahlbar ist. Erdwärmepumpen stellen die vorteilhafteste Option dar, die nationalen Klimaziele für das Jahr 2045 zu erreichen. In der »Roadmap Oberflächennahe Geothermie - Potenziale, Hemmnisse und Handlungsempfehlungen« legen nun die Autoren der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG die notwendigen Schritte dar, um diese Option zu nutzen.

„Erdwärmepumpen sind heute bei vielen Herstellern am Markt verfügbar. Die Systeme arbeiten äußerst effizient, decken ein breites Leistungsspektrum ab und bieten erprobte Lösungen für die klimafreundliche Bereitstellung von Wärme und Kälte“, erklärt Rolf Bracke, Leiter des Fraunhofer IEG. „Die Hemmnisse für den Markterfolg liegen also weniger im technischen Bereich als bei Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, mangelnder Investitionsbereitschaft und Fachkräftemangel.“

Der kumulierte Nutzwärmebedarf für Raumwärme und Warmwasser in Deutschland liegt aktuell bei bis zu 800 Terawattstunden im Jahr (TWh/a). Erdwärmepumpen bieten das Potenzial, bis zu 75 Prozent dieses Wärmebedarfes, dies entspricht also etwa 600 TWh/a, zu decken. Außerdem können dieselben Systeme große Teile des klimabedingt steigenden Kühlbedarfs bereitstellen. Derzeit sind über 400.000 Erdwärmepumpen in Deutschland installiert. Zur Erreichung der Klimaziele braucht es jedoch mehr als eine Verzehnfachung bis ins Jahr 2045. Derzeit werden rund 20.000 Anlagen pro Jahr gebaut.

Die vorliegende Roadmap stellt den Sachstand zum Thema Erdwärmepumpen in Deutschland zusammen. Es führt die technischen Vorteile und gesellschaftlichen Potenziale aus und benennt die regulatorischen und volkswirtschaftlichen Hemmnisse, die einem flächendeckenden Einsatz in Deutschland im Wege stehen. Aus dieser Zusammenschau entwickeln die Autoren die Handlungsempfehlungen für die beteiligten Akteure, um die Klimaziele zu erreichen:

  1. Genehmigungsverfahren: Die Bundesländer sollen ihre pauschalen und weitreichenden Restriktionen überarbeiten, reduzieren und idealerweise bundesweit vereinheitlichen. Insbesondere der vorgeschobene Gegensatz von Gewässerschutz und Geothermie entspricht nicht dem Stand der Technik. Die Genehmigungen müssen nach transparenten Kriterien, zuverlässig und zeitnah erteilt werden.
  2. Fachkräfte: Die Ausbildung im Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerk mit seinen 400.000 Handwerkern muss die Wärmewende inhaltlich in den Fokus nehmen. Auch das Bohrhandwerk braucht mehr Kapazitäten, es fehlen kurzfristig 2.500 Bohrgeräte und über 6.000 Fachkräfte.
  3. Verwaltung: Die Genehmigungsbehörden müssen sich in die Lage versetzen, ziel- und umsetzungsorientiert zu agieren, etwa durch eine vorrausschauende Anpassung der Stellenpläne und die konsequente Besetzung dieser Stellen. Weiterbildungsangebote für die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter müssen etabliert werden.
  4. Erneuerbar, statt fossil fördern: Der Einbau fossiler Heizungen muss so schnell wie möglich untersagt werden. Bestandsanlagen müssen deutlich vor dem Jahr 2045 ausgetauscht werden. Bund und Länder müssen entsprechende Anreizprogramme jetzt entwickeln. Parallel soll der Gesetzgeber elektrische Energie für Wärmepumpen von Steuern und Abgaben entlasten.
  5. Daten: Die vorhandenen geologischen Daten müssen durch die jeweiligen Landesdienste vervollständigt werden. Die Landesdienste müssen die Daten des Untergrundes bis 200 m Tiefe kurzfristig und diejenigen bis 400 m mittelfristig flächendeckend (offen und digital) bereitstellen.
  6. Gesellschaftliche Akzeptanz: Oft schrecken die anfänglich höheren Investitionskosten Immobilieneigentümer ab und versperren die Sicht auf die geringen langjährigen Betriebskosten, die die Wirtschaftlichkeit der Anlagen dominieren. Aufklärung und gezielte Informationskampagnen durch geeignete Multiplikatoren sind notwendig. Mit einer Modernisierungsoffensive für öffentliche Gebäude sollen Kommunen, Länder und Bund vorangehen und Referenzen für Nachahmer schaffen. Auch private und öffentliche Wohnungsgesellschaften mit großem Bestand müssen motiviert werden, ihren Investitionsbedarf schnell umzusetzen.

Die Roadmap wurde im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Geothermie (BVG), dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Erdwärme Gemeinschaft Bayern erstellt. In ihrem Geleitwort stellen sie fest: »Die Vorteile der oberflächennahen Geothermie liegen auf der Hand. Sie ist heimisch und grundlastfähig, verbraucht wenig Fläche und verursacht keine Emissionen. Die dringend überfällige Umgestaltung des Wärmemarktes kann durch gezielte Anpassung der Rahmenbedingungen und Förderkulissen mittelfristig erreicht werden.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter: www.ieg.fraunhofer.de

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Grundlastfähig und erneuerbar – Tiefe Geothermie als Gamechanger für die Wärmewende

(Berlin, 1. Juni 2022) Deutschland kann bei der Wärmewende noch entschiedener und effizienter vorangehen, deshalb appelliert ein Bündnis aus Erneuerbaren-Energien-Verbänden und Verbänden der Energiewirtschaft an die Politik. Während das Land vor dem Hintergrund der aktuellen Gaspreiskrise mit Sorge auf den nächsten Winter blickt, wächst der Anteil der Erneuerbaren Energien im Wärmesektor seit Jahren nur langsam. Die Tiefe Geothermie kann als grundlastfähige und klimaneutrale Technologie Abhilfe schaffen.

Eine umfassende Energiewende geht nur Hand in Hand mit einer zukunftsfähigen Wärmewende. Selten war das Thema der nachhaltigen Wärmeversorgung so deutlich im öffentlichen Bewusstsein verankert wie zurzeit. Deshalb appelliert der Bundesverband Geothermie (BVG) in einem gemeinsamen Impulspapier mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und dem Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) an die Politik, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für einen schnellen und weitreichenden Ausbau der Tiefen Geothermie zu schaffen. Gemeinsam legen die Verbände konkrete Handlungsempfehlungen vor, um die Rolle der Tiefen Geothermie im Zuge der Wärmewende zu stärken und den Ausbau von Wärmenetzen zu beschleunigen.

„Die Erdwärme spielt als grundlastfähige Energiequelle eine Schlüsselrolle bei einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Zukunft. Dank toller Ingenieursleistungen und mutigem Unternehmergeist konnten in Deutschland bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Mit der richtigen Unterstützung aus der Politik wird die Geothermie zum Booster für die Wärmewende“, so BVG-Präsident Helge-Uve Braun.

„Das Osterpaket der Bundesregierung hat die Wärmewende und damit die großen Potenziale der Geothermie bislang nicht adressiert. Dabei wird sie für unsere Energiesouveränität im Konzert der Erneuerbaren Energien ebenso benötigt wie für das Erreichen der Klimaziele. Jetzt sind die bestehenden Lücken im EEG für eine bessere Nutzung der Erdwärme im parlamentarischen Verfahren zu schließen und auch mit Blick auf das Sommerpaket dringend die Weichen zu stellen. Gerade für Nah- und Fernwärmenetze bietet die Erdwärmenutzung viele Möglichkeiten. Deshalb ist jetzt unter anderem die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und die Förderung geologischer Landesaufnahmen voranzutreiben und die erneuerbare Wärmeerzeugung in allen Gesetzen klar zu priorisieren“, kommentiert BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

„Die Tiefen-Geothermie kann – wo immer sie verfügbar ist – einen wichtigen Beitrag zur Transformation der kommunalen Wärmenetze leisten. Um die Potenziale auch tatsächlich auszuschöpfen, müssen die Herausforderungen geothermaler Projekte wie beispielsweise das Fündigkeitsrisiko zielgerichtet adressiert werden. Als Schlüsselinstrument sehen wir neben der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) dafür insbesondere die kommunale Wärmeplanung. Sie ist daher als Leitinstrument für die effiziente Weiterentwicklung der kommunalen Versorgungsinfrastrukturen bundesweit zu etablieren“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

„Fernwärme braucht – mehr! – Geothermie“, so John Miller, stellvertretender Geschäftsführer des Energieeffizienzverbandes AGFW. „Die Fernwärmebranche hat von der neuen Bundesregierung ein ambitioniertes Ziel für klimaneutrale und Erneuerbare Energien in das Aufgabenheft geschrieben bekommen: 50 Prozent sind bis 2030 zu erreichen. Das funktioniert nur, wenn die bekannten klimaneutralen Wärmequellen und Brennstoffe vorbehaltlos genutzt und erschlossen werden können und ein klares politisches Commitment besteht, dieses mit einem angemessenen Anreizsystem zu stützen. Wie es – auch abseits der klassischen Geothermieregionen im Süden – gehen kann, zeigt die geplante Geothermieanlage in Hamburg-Wilhelmsburg. Bei erfolgreicher Fündigkeit kann das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt ein Leuchtturm für eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung im norddeutschen Raum werden. Wir sagen: mehr davon und nach Möglichkeit verstetigt und gestützt durch ein zeitnahes Inkrafttreten der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW).“

Dazu zählen eine staatliche Risikoabsicherung für tiefe Bohrungen, eine gezielte Aufstockung der Fördergelder für geothermische Heiz- und Kraftwerke sowie Erdwärmepumpen. Denn egal, ob über tiefengeothermisch betriebene Fernwärmenetze oder über dezentrale oberflächennahe Systeme: Hat man das Potenzial der Erdwärme einmal entfesselt, ist sie preisstabil, nachhaltig und zukunftsfähig. 42 Tiefe Geothermieanlagen in Deutschland und über 440.000 oberflächennahe Erdwärme-Systeme sind bereits im ganzen Bundesgebiet in Betrieb und beweisen: Die Technologie ist skalierbar, die Branche ist bereit. Und die Erdwärme? Die ist ohnehin immer verfügbar.

Download Impulspapier: https://www.geothermie.de/bibliothek/downloads.html


Pressekontakt:

Hauptansprechpartnerin:

Bundesverband Geothermie e. V.

Kathrin Schwarz

Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Albrechtstraße 22

10117 Berlin

E-Mail: kathrin.schwarz@geothermie.de

Tel.: 030 / 200954950

Verband kommunaler Unternehmen e. V. VKU

Alexander Sewohl

stellv. Abteilungsleiter Kommunikation und Public Affairs

Invalidenstr. 91

10115 Berlin

E-Mail: sewohl(at)vku.de

Tel.: 0170 / 8580-208

Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. AGFW

Christoph Martin

Presseprecher

Stresemannallee 30

60596 Frankfurt am Main

E-Mail: christopher.martin@fup-kommunikation.de

Tel.: 069 / 9543160

 

Bundesverband Erneuerbare Energien

Frank Grüneisen

Pressereferent

EUREF-Campus 16

10829 Berlin

E-Mail: f.grueneisen@wind-energie.de

Tel.: 030 / 2 75 81 700


Wärmewende: Mit heimischer Geothermie mehr Unabhängigkeit wagen

In München versorgt demnächst die größte Tiefe Geothermie-Anlage Europas 80.000 Menschen mit klimaneutraler Wärme, oberflächennahe Erdwärme-Systeme beheizen bereits heute über 440.000 Ein- oder Mehrfamilienhäuser. Und sogar die Abgeordneten im Bundestag können ihre Sitzungen nicht zuletzt dank geothermischer Versorgung im Warmen abhalten. Geothermische Energie stammt direkt aus Deutschland, ist erneuerbar und kann flächendeckend im gesamten Bundesgebiet gewonnen werden. Das zeigen die oben genannten Beispiele ebenso wie zahlreiche Studien.

Welche der verschiedenen Technologien zur Erdwärmenutzung im Einzelfall tragfähig sind, ist jeweils von regionalen Standortgegebenheiten abhängig. Während vor allem im Süden, Norden und am Oberrhein auch große geothermisch betriebene Heizwerke wie in München und Hamburg gut umzusetzen sind, können oberflächennahe Systeme in der ganzen Republik zur Anwendung kommen. Die Technologie wird bereits erfolgreich angewendet, jetzt gilt es zu skalieren!

Mit Geothermie kann ein wesentlicher Anteil des jährlichen deutschen Wärmebedarfs gedeckt werden. Diese Potenziale könnten unter den richtigen energiepolitischen Rahmenbedingungen schon in den nächsten 10 bis 15 Jahren erschlossen werden.

„Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist eine Zäsur für das System der Energieversorgung in Europa. Er macht uns einmal mehr deutlich, wie entscheidend es ist, die erneuerbaren Energien schnell und massiv auszubauen, damit die Energieversorgung Deutschlands perspektivisch unabhängig von Kohle-, Gas- und Ölimporten wird. Im Rahmen der Wärmewende spielt Geothermie eine bedeutende Rolle und gewinnt gerade massiv an Relevanz für eine klimafreundliche, heimische und zuverlässige Energieversorgung. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Entwicklung langfristig so bleiben wird. Eine Umkehr zurück zur fossilen Energieversorgung wird es nicht geben“, weiß der Präsident des Bundesverbandes Geothermie (BVG) Helge-Uve Braun. Aber: „Die weitergehende Transformation in Deutschland zu einer klimaneutralen Wärme wird nur mit den hierfür notwendigen Rahmenbedingungen auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene. Zunächst sollte der politische Wille für einen Ausbau der Geothermie-Nutzung klar und deutlich formuliert und daraus zügig eine Geothermie-Ausbau-Strategie entwickelt werden. Ich setze bei der politischen Umsetzung auf die Vernunft der zuständigen politischen Akteure und hoffe deswegen, dass wir hier alle an einem Strang ziehen und alle Hindernisse und Hemmnisse für den notwendigen Ausbau einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemeinsam aus dem Weg räumen“, so Braun weiter. Anders als im Stromsektor steigt der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmebereich nur langsam. Hier spielt die Geothermie mit dem größten bisher ungenutzten Ausbaupotenzial aller Erneuerbaren eine entscheidende Schlüsselrolle bei der Wärmewende.

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Geothermie jetzt ausbauen- Versorgungssicherheit und Preisstabilität gewährleisten!

(Berlin, 24.  Februar 2022) Der Krieg in der Ukraine hat neben dem zu erwartenden menschlichen Leid auch dramtische Folgen für die Versorgungssicherheit und Preisstabilität im deutschen Wärmemarkt. Die Situation verdeutlicht zum wiederholten Male die Abhängigkeit der deutschen Energiepolitik. Mit Geothermie kann eine dezentrale und klimafreundliche Wärmeversorgung garantiert werden.

Geothermie bietet einen Ausweg aus dem aktuellen energiepolitischen Dilemma. Die Technologie ist in der Lage Wärme, Kälte und Strom unabhängig von der Tages- und Jahreszeit und politischen Krisensituationen zuverlässig, preisstabil und außerordentlich klimafreundlich bereitzustellen. Insbesondere im Wärmemarkt, auf den mehr als die Hälfte des gesamten nationalen Primärenergiebedarfs entfällt, kann der geothermische Nutzungsausbau die Abhängigkeit von Energieimporten deutlich reduzieren, denn der Wärmeschatz, der unter unseren Füßen schlummert, ist riesig. Eine aktuelle Studie der Fraunhofer-Gesellschaft und Helmholtz-Gemeinschaft kommt zu dem Ergebnis, dass Geothermie das Potenzial hat, mehr als ein Viertel des jährlichen deutschen Wärmebedarfs zu decken.

Die Nutzung geothermischer Energie ist in Deutschland praxiserprobt und nachweislich wirtschaftlich. Das zeigen nicht zuletzt die mehr als 400.000 Anlagen der oberflächennahen Geothermie und mehr als 40 großtechnischen Anlagen der Tiefen Geothermie, die bereits installiert worden sind.

Das enorme Energiepotenzial der Geothermie schnell und effizient zu nutzen, ist das Gebot der Stunde. „Wir müssen jetzt handeln und die Wärmequelle unter unseren Füßen erschließen. Die Geothermie trägt entscheidend zur Versorgungssicherheit, zum Klimaschutz und zur Preisstabilität bei.“ so Helge-Uve Braun, Präsident des Bundesverband Geothermie.

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Eröffnungsbilanz des neuen Bundeswirtschaftsministers stärkt die Geothermie

(Berlin, 11. Januar 2022) Der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) begrüßt die Sofortmaßnahmen zu Klimaschutz und Energiewende, die Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck in seiner Eröffnungsbilanz vorgestellt hat. Für das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 müsse das vorhandene Potential für Geothermie erheblich stärker genutzt und die Einbeziehung von Branchen-Expertise intensiviert werden, heißt es im BMWi-Papier. Der Bundesverband Geothermie e.V. unterstützt die Bundesregierung in diesem Vorhaben und steht in konstantem Austausch mit den zuständigen Stellen. Erste konkrete Vorschläge zur Realisierung der ambitionierten Zielsetzung der Ampel-Koalition sind vonseiten des BVG bereits unterbreitet worden. 

Im September 2021 veröffentlichte der Bundesverband Geothermie e.V. sein Impulspapier „Klimaneutrale Wärme 2045 – Antworten auf zentrale Fragen“ und stellte konkrete Vorschläge zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Stärkung der Geothermie zusammen. Diese wurden nun teilweise vom BMWi aufgegriffen. „Die Betonung der Rolle der Geothermie bei der zeitnahen Umsetzung der Wärmewende begrüßen wir ausdrücklich. Wir freuen uns, dass unsere Impulse aus den Dialogen in die Vorschläge des BMWi eingeflossen sind. Geothermie ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende: sie dekarbonisiert die Wärme- und Kälteversorgung, verringert Energieimporte und schafft Wertschöpfung in Deutschland. Allerdings bedarf es noch stärkerer Anstrengungen für eine notwendige Skalierung der Nutzung Oberflächennaher und Tiefer Geothermie“, so Helge-Uve Braun, Präsident des Bundesverbandes Geothermie. In der Eröffnungsbilanz heißt es dazu: „Um bis zur Hälfte der Wärme bis 2030 klimaneutral erzeugen zu können, werden wir das im „Dialog Klimaneutrale Wärme 2045“ identifizierte Instrumentenbündel wo nötig anpassen, mit den Stakeholdern diskutieren und die identifizierten Instrumente zügig umsetzen.“ Konkret bedeutet dies, dass zum einen die Fristen für die Genehmigung von Geothermieprojekten verkürzt werden müssen, um den Ausbau zu beschleunigen und zum anderen eine bessere Absicherung in der Anfangsphase der Investition von Geothermieprojekten implementiert werden muss.

Der Minister betonte in seiner Eröffnungsbilanz, dass angesichts steigender Treibhausgasemissionen sofortiges Handeln notwendig sei. „Für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 muss das vorhandene Potential für Tiefe Geothermie erheblich stärker genutzt werden. Es beträgt 10 TWh pro Jahr bis 2030 und wir wollen es so weit wie möglich nutzen. Dies bedeutet eine Verzehnfachung der derzeitigen Wärmeeinspeisung aus dieser Quelle.“, so Habeck. Aktuell untersucht ein Konsortium aus Fraunhofer Gesellschaft und Helmholz-Gemeinschaft die bundesweiten Potentiale der Geothermie neu.

Der Bundesverband Geothermie wird den Dialog fortführen und weiterhin die Branchen-Expertise und Sachkenntnis aller relevanten Stakeholder zur Verfügung stellen, um die Umsetzung der Wärmewende zügig voranzubringen.

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