Berlin, 10. Juli. 2026 – Inmitten der deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und einer Hitzewelle, die im Juni etwa 5.1000 Menschenleben forderte, beschließt die Bundesregierung weitreichende Maßnahmen, die die Wärmewende erheblich ausbremsen und ihre Ziele nachhaltig gefährden könnten. Der Bundesverband Geothermie e.V. kritisiert diesen Schritt scharf.
„Die Energiewende und die umwelt- und klimafreundliche Transformation unserer Wärme- und Kälteversorgung sind kein Selbstzweck. Sie sind langfristige und verlässlich auszugestaltende Zukunftsprojekte zum Schutz unserer Lebensgrundlagen.
Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir derzeit erneut mit großer Deutlichkeit. Im Juni sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 5.100 Menschen infolge von Hitze gestorben. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie dringend wir den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren müssen. Mehr als 60 Milliarden Euro pro Jahr gibt Deutschland für den Import fossiler Energien aus. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 ist mit dem Irankrieg 2026 zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre deutlich geworden, welche fatalen Auswirkungen diese ausgeprägte Importabhängigkeit auf die Sicherheit und Preisstabilität unserer Energieversorgung hat. Der Anteil erneuerbarer, klima- und damit menschenfreundlicher Energien liegt aktuell bei nur 19 Prozent. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Die enorme Lücke zwischen Anspruch und Realität ist offensichtlich.
Inmitten dieser Gemengelage beschließt die Bundesregierung weitreichende Maßnahmen, die die Wärmewende erheblich ausbremsen und ihre Ziele nachhaltig gefährden könnten. Das heute durch den Bundestag beschlossene Gebäudemodernisierungsgesetz kommt mit der Streichung der 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Regelung, der Verlängerung des Einsatzes von fossilem Öl und Gas, einer unterambitionierten Biotreppe und Grüngasquote einer Selbstsabotage gleich. Das Gleiche gilt für die Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude, welche mit erheblichen Fördermittelkürzungen ab dem 21. Juli neu gestartet werden soll.
Es heißt seitens der Bundesregierung, den Bürgerinnen und Bürgern würde wieder Wahlfreiheit gegeben, sie würden entlastet und von Bürokratie befreit. Tatsächlich drohen jedoch steigende Kosten und Risiken. Deutschland braucht endlich eine nationale Resilienzstrategie für die Energieversorgung. Ziel muss es sein, die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern konsequent zu verringern und den Anteil heimischer sowie europäischer erneuerbarer Energien am Wärme- und Energiesystem schrittweise zu erhöhen. Eine solche Strategie stärkt die Versorgungssicherheit, die Preisstabilität, die heimische Wertschöpfung und die geopolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands.
Die Geothermie kann dabei eine Schlüsselrolle einnehmen. Perspektivisch kann sie mehr als die Hälfte unseres nationalen Wärme- und Kältebedarfs decken. Sie stellt rund um die Uhr verlässlich heimische Wärme und Kühlenergie bereit und das überaus effizient. Sie macht Kommunen und Unternehmen unabhängiger von Energieimporten und stärkt die regionale Wertschöpfung. Die Milliarden, die wir für Importe fossiler Energien ausgeben, können und sollten wir besser für Investitionen ausgeben, die von heimischen Handwerksbetrieben und Unternehmen umgesetzt werden“, sagt Gregor Dilger.
Berlin, 6. Juli. 2026 – Als größte Fachkonferenz Deutschlands bringt der Geothermiekongress jährlich über 500 Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung zusammen. Nun ist der Call for Papers abgeschlossen und die Registrierung zur Teilnahme ist eröffnet. Die Teilnehmenden erwartet ein facettenreiches Vortragsprogramm mit mehr als 200 Fachvorträgen. Der diesjährige Kongress findet vom 20. bis 22. Oktober 2026 im Kongresshotel Potsdam statt.
Mit rund 600 Teilnehmenden konnte der DGK im vergangenen Jahr wieder ein starkes Interesse verzeichnen. An diese positiven Dynamiken will der BVG anknüpfen – und hat mit dem GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung einen starken regionalen Kooperationspartner. Zudem ist Ungarn das Partnerland für die 25. Auflage im Jahr 2026. Dort setzt man mit der Hungarian Geothermal Association (HGA) ein Zeichen für die Nutzung des bislang weitgehend unerschlossenen geothermischen Potenzials und stärkt den europäischen Austausch im Zuge der Wärmewende.
Zum Auftakt am 20. Oktober bietet der Workshoptag eine Bandbreite von Themen (u.a. zu Planung und Umsetzung von Geothermieprojekten sowie Energie- und Forschungspolitik), wobei Exkursionen, der Icebreaker-Abend (20. Oktober) und der Gesellschaftsabend mit Bootsfahrt (21. Oktober) das Programm abrunden.
Das Kongressprogramm wird derzeit durch das wissenschaftliche Komitee zusammengestellt und hierfür die Beitragseinreichungen bewertet. Dabei gab es einen beachtlichen Rekord: Mit insgesamt 244 eingereichten Beiträgen aus 16 verschiedenen Ländern wurde beim Call for Papers ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht, was die dynamische Entwicklung der Geothermie sowie das wachsende Interesse an innovativen Lösungen für die Wärme- und Energiewende demonstriert. Das vollständige Programm wird Mitte August auf www.der-geothermiekongress.de veröffentlicht. Die Registrierung für das Branchentreffen ist nun geöffnet.
„Politisch hat sich seit dem vergangenen Kongress einiges getan: Mit dem Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG) haben wir erstmals ein geothermiespezifisches Gesetz bekommen, das die große Bedeutung der Erdwärme als Schlüsseltechnologie der Wärme- und Kältewende bestätigt. Der Förderkredit Tiefengeothermie und die damit in Verbindung stehende finanzielle Absicherung von Tiefenbohrungen bietet Kommunen, die in Geothermie investieren wollen, eine zusätzliche Sicherheit. Vor diesem Hintergrund sind der wissenschaftliche Austausch und die Vernetzung aller beteiligten Stakeholder beim Kongress wichtiger denn je“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V.
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Berlin, 29. Juni 2026– Zum Ende der Frist für Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern, ihre Kommunale Wärmeplanung vorzulegen, zeigt sich: Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist bundesweit zur Priorität geworden. Fast alle Kommunen haben ihre Wärmepläne innerhalb der Frist veröffentlicht. Der Großteil prüft Geothermie als Erfüllungsoption oder plant bereits konkrete Projekte.
Zum 30. Juni endet die Frist für Städte mit über 100.000 Einwohnern, ihre Kommunalen Wärmepläne zu beschließen und zu veröffentlichen. So besagt es das Wärmeplanungsgesetz (WPG), das erstmals bundesweit alle Städte und Gemeinden dazu verpflichtete, Wärmepläne zu erarbeiten. Zum Fristende zeigt sich, dass das Thema bei den Kommunen an Bedeutung gewinnt – was auch an den geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre liegt.
„Nach mehreren Energiekrisen, zuletzt durch die Blockade der Straße von Hormus, haben Stadtwerke schmerzlich erfahren, wie angreifbar sie sich machen, wenn sie ihre Wärmeversorgung ausschließlich auf fossile Wärmeträger aufbauen“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V. (BVG).
Auf dem Weg in eine künftige Wärmeversorgung, die unabhängig von Energieimporten ist, spielt Erdwärme eine entscheidende Rolle. Von den knapp 80 veröffentlichten Wärmeplänen deutscher Großstädte haben rund zwei Drittel Geothermie in ihrer Planung berücksichtigt. Weitere rund 50 Prozent haben bereits Maßnahmen ergriffen, um Erdwärme in ihrer Kommune in die Umsetzung zu bringen. Dazu zählen Städte wie Potsdam, wo sieben potenzielle Anlagenstandorte für Tiefe Geothermie bereits identifiziert wurden, von denen sich einer im Regelbetrieb befindet und drei weitere in der konkreten Planungsphase sind. Oberflächennahe Geothermie wird hier ebenfalls, vor allem mit Blick auf Quartierslösungen sowie in Vierteln mit weniger dichter Bebauung, geprüft.
Auch Münster setzt für seine Wärmeversorgung auf Erdwärme und hat im Rahmen des „Masterplans NRW“ bereits eine großflächige 3-D-Seismik durchgeführt. In Münster wird das Potenzial für Tiefe und Mitteltiefe Geothermie basierend auf bisherigen Untersuchungen der Stadtwerke Münster auf bis zu 206 GWh/a für Tiefe und 84 GWh/a für Mitteltiefe Geothermie beziffert. Das technische Potenzial von Oberflächennaher Geothermie im Stadtgebiet wird mit 385 GWh/a angegeben. Somit könnte rund ein Viertel des Wärmebedarfs Münsters von 2.600 GWh/a durch Erdwärme abgedeckt werden.
In Mannheim entwickeln die regionalen Energieunternehmen EnBW und MVV Energie mit ihrer gemeinsamen Projektgesellschaft GeoHardt GmbH ein Tiefengeothermieprojekt. Die MVV Energie entwickelt zudem mit Vulcan Energie Ressourcen GmbH ein weiteres Geothermie-Projekt in der Region Mannheim zur Förderung von klimaneutraler Wärme und grünem Lithium für die europäische Batterieindustrie.
„Und das sind nur ein paar Beispiele von deutschlandweit insgesamt 188 Projekten in Planung und zahlreichen Anlagen, die bereits seit Jahrzehnten zuverlässig Wärme liefern. Mit dem Ausbau der Erdwärme kann Deutschland nur gewinnen. Eine heimische Wärmeversorgung bringt Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum“, sagt Gregor Dilger.
Für Kommunen, die noch ganz am Anfang stehen und sich zu Geothermie informieren wollen, bietet der Bundesverband Geothermie e.V. kostenlose Leitfäden für Oberflächennahe und Tiefe Geothermie. Außerdem veranstaltet der Verband regelmäßig Workshops oder sogar Führungen zu Geothermiestandorten, die einen guten Einstieg in das Thema bieten. Ebenfalls bietet der Geothermiekongress 2026 – 20.-22. Oktober in Potsdam – zahlreiche praxisnahe Erfahrungswerte. Die Termine finden Sie hier.
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Berlin, 11. Mai 2026 – Zum Ende der Verbändeanhörung zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nimmt der Bundesverband Geothermie kritisch Stellung und fordert deutliche Nachbesserungen. Die Vertretung der Erdwärmebranche kritisiert dabei die Abschaffung der vielfach als wirksam anerkannten 65-Prozent-Vorgabe als fatales Signal. Vor dem Hintergrund großer geopolitischer Unsicherheiten sei eine resiliente, von fossilen Importen unabhängige Energieversorgung wichtiger denn je. Dafür müssen verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die heimische Wärmeerzeugung priorisieren.
„Die Bundesregierung hat hier den klaren ordnungsrechtlichen Anreiz zum Einsatz von klimafreundlichen Technologien beim Heizungstausch abgeschafft. Das sorgt für Verunsicherung und wird das Tempo der Wärmewende bremsen. Bürger und Investoren brauchen verlässliche gesetzliche Vorgaben, die auch über die laufende Legislatur hinaus Bestand haben“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V.
Die legislative Unbeständigkeit im gebäudebezogenen Wärmesektor hat im vergangenen Jahr dazu geführt, dass so wenig Heizungen abgesetzt wurden, wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Das Hin und Her der vergangenen Jahre hat Investoren, Energieversorger und Bürger verunsichert und die Branche insgesamt geschwächt. Dagegen würde die inländische Wirtschaft von einer ambitioniert fortgesetzten Wärmewende profitieren“, so Dilger.
Mit dem Irankrieg hat sich in den letzten Wochen ein weiteres Mal deutlich gezeigt, welche fatalen Auswirkungen die bestehende Abhängigkeit von energiepolitischen Weltmärkten auf uns hat und wie vulnerabel die Lieferketten von Energierohstoffen sind. Zur Reduzierung der energiewirtschaftlichen Abhängigkeit fordert der Bundesverband Geothermie eine Resilienzstrategie, die dafür sorgt, dass Energieträger zu steigenden Anteilen aus dem Inland bezogen werden müssen.
„Die Novelle des GModG begünstigt den fortgesetzten Einsatz fossiler Brennstoffe. Dabei lässt die Bundesregierung die Frage unbeantwortet, wie Energie zukünftig verlässlich geliefert werden kann. Das fördert weder die Versorgungssicherheit noch schafft es Wirtschaftswachstum im Inland“, sagt Dilger. „Damit Deutschland künftig auf eine sichere, resiliente Wärmeversorgung blicken kann, muss die Energie, die wir im Inland verbrauchen, auch im Inland produziert werden.“
Geothermie ist dabei das Schlüsselelement der Wärmewende. Geothermie ist überall und zu jeder Zeit verfügbar und damit grundlastfähig. Kein Brennstoff muss importiert werden und das Wetter hat ebenfalls keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Erdwärme. Die Technologien sind über Jahrzehnte erfolgreich im Einsatz und zuverlässig und langlebig. Geothermie ist damit ein ideales Mittel, um die heimische Wärmeversorgung sicherzustellen.
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Berlin, 17. April 2026 – Wärmepumpen mit der Wärmequelle Erdwärme bieten einige Vorteile gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen, doch sie gehen auch mit höheren Investitionskosten für die Erdarbeiten zur Erschließung der Wärmequelle einher. Lohnt es sich da überhaupt, im Ein- und Mehrfamilienhaus auf Erdwärme zu setzen? Dieser Frage geht eine Kurzstudie nach, die das Beratungsunternehmen Prognos erstellt hat.
Die Wirtschaftlichkeit von Luft-Wasser-Wärmepumpen ist im Vergleich zu fossilen Heizmethoden vielfach untersucht worden. Doch wie verhält es sich mit Wärmepumpen, die das Erdreich als Wärmequelle nutzen? Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag von Bundesverband Geothermie (BVG), Erdwärmegemeinschaft Bayern und Bundesverband Wärmepumpe (BWP) untersucht diese Frage am Beispiel eines durchschnittlichen Einfamilienhauses sowie eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten. Dabei nimmt das Kurzgutachten auch in den Blick, dass die Lebensdauer von Erdwärmesonden deutlich länger ist als die der eigentlichen Heizgeräte. Während die Gas- und Wärmepumpenheizgeräte mit 18 bis 20 Jahren in die Rechnung eingehen, wird die Lebensdauer von Erdwärmesonden auf 60 Jahre veranschlagt. Experten schätzen, dass diese auch 100 Jahre und mehr betragen könnte.
Die Kurzanalyse stellt die annuisierten jährlichen Gesamtkosten eines Gaskessels im Ein- und Mehrfamilienhaus mit jenen einer Luft-Wärmepumpe sowie einer Sole-Wärmepumpe gegenüber. Dabei zeigt sich: Liegt der Gaskessel mitunter in den ersten Jahren noch gleichauf mit den beiden Wärmepumpentypen, so wachsen die Unterschiede durch steigende Gaspreise, einen wachsenden Anteil an Biomethan sowie einen Anstieg des CO2-Preises schnell an. Die Studie belegt klar, dass die Wärmepumpe unter den aktuellen Rahmenbedingungen die deutlich günstigere Option ist. „Insbesondere für Besitzerinnen von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit langer Nutzungsperspektive lohnt es sich daher auch wirtschaftlich, bei der Auswahl des Wärmepumpensystems genau hinzusehen“, sagt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe.
Dabei macht die Wärmequelle von Beginn an einen Unterschied bei der Wirtschaftlichkeit: Erdwärmepumpen punkten hier gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen mit geringeren annuisierten Kosten pro Jahr, über einen Zeitraum von 20 Jahren sind sie in dieser Betrachtungsweise sogar um acht Prozent günstiger. „Auf die gesamte Lebensdauer hat die Technologie einen großen Vorteil – wer in Erdwärme investiert, handelt weitsichtig und stellt seine Wärmeversorgung auf sichere Füße“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V.
Aus Sicht der Erdwärmegemeinschaft Bayern liefert die Kurzanalyse zusätzliche belastbare Argumente für die Energiequelle, für deren Einsatz sich der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2015 stark macht. „Dass Erdwärme-gespeiste Wärmepumpen mit Wirtschaftlichkeit punkten, ist neben ihrer Umweltfreundlichkeit und ihrer langen Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten ein weiterer Grund, auf diese Technologie zu setzen“, sagt Christoph Knepel, Vorstand der Erdwärmegemeinschaft Bayern.
Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen haben erneut ein Schlaglicht auf die bestehende Abhängigkeit von fossilen Weltmärkten geworfen. Auch vor diesem Hintergrund ist neben der der Wirtschaftlichkeit die Unabhängigkeit, die eine heimische, erneuerbare Wärmeversorgung bietet, ein starkes Argument für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Hier sollte Erdwärme künftig eine entscheidende Rolle spielen.
Hinweis (Aktualisierung vom 11. Mai 2026):
Die zugrunde liegende Kurzanalyse wurde an den inzwischen vorliegenden Referentenentwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes vom 5. Mai 2026) angepasst. Berücksichtigt werden nun die im Entwurf enthaltenen Stufen für den erneuerbaren Anteil bei Einsatz einer Gas- oder Ölheizung (Biotreppe). In der Folge haben sich die Kosten für eine Gasheizung nochmals erhöht. Die aktualisierte Fassung steht ab sofort zum Download bereit.
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Der Bundesverband Geothermie (BVG) begrüßt den Beschluss des Klimaschutzprogrammes und die darin skizzierten Maßnahmen ausdrücklich. BVG-Geschäftsführer Gregor Dilger erklärt:
„Es gibt viele Gründe, die Wärmewende voranzutreiben. Der Klimaschutz ist neben der energiepolitischen Unabhängigkeit ein wesentlicher Punkt. In diesem Sinne ist das heute im Kabinett beschlossene Klimaschutzprogramm der Bundesregierung ein wichtiger Schritt. Viele darin genannte Maßnahmen sind von großer Bedeutung. Begrüßenswert ist unter anderem, dass die BEW-Förderung weiter ausgebaut und gesetzlich geregelt werden soll. Ebenso begrüßen wir, dass die BEG erhalten bleibt. Vor dem Hintergrund, dass laut dem heute vorgestellten Klimaschutzprogramm die Emissionsziele bis 2045 voraussichtlich verfehlt werden, sind aber noch deutlich weitergehende und wirksamere Maßnahmen erforderlich.
Bei der Novelle des Gebäudenergiegesetzes (GEG) droht eine Verschleppung der gebäudebezogenen Wärmewende. Die Bundesregierung muss hier schnell für Klarheit sorgen, wie der ordnungsrechliche Anreiz zum Einsatz klimafreundlicher Technologien erhalten werden kann.
Ebenso ist eine zeitnahe Novelle der Wärmelieferverordnung und der Fernwärmeverordnung erforderlich. Es freut uns, dass sich auch diese Maßnahme im Klimaschutzprogramm wiederfindet. Dabei sollte insbesondere das Marktelement auf den Prüfstein, das Kostenvorteile der geothermischen Fernwärmeversorgung durch Bindung an die Preisentwicklung von fossilen Brennstoffen konterkariert.
Ebenfalls zu begrüßen ist, dass der Strom für Erdwärmeanlagen mit Wärmepumpen durch die Befreiung des Wärmepumpenstroms von der KWKG- und Offshore-Netzumlage und durch den Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten entlastet wird. Weiterhin sollte die im Koalitionsvertrag versprochene Entlastung bei der Stromsteuer für alle Stromverbraucher zügig nachgeholt werden.“
Berlin, 10. März 2026 – In diesem Jahr findet der größte Geothermiekongress Deutschlands in Potsdam statt. Forschende, Unternehmensvertreterinnen und -vertreter sowie Studierende sind eingeladen, Vorträge zu neuen Erkenntnissen im Bereich Erdwärme einzureichen. Das wissenschaftliche Komitee wählt aus den Einreichungen über 200 Fachvorträge für das diesjährige Programm. Bis zum 31. Mai 2026 können Sie in deutscher oder englischer Sprache Vorschläge abgeben.
In diesem Jahr kehrt der Geothermiekongress (DGK) in das Kongresshotel Potsdam zurück. Vom 20. bis zum 22. Oktober tagt der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) dort mit seiner Jahresveranstaltung. Erwartet werden über 600 Teilnehmende an zwei Kongress- sowie einem Workshoptag. Das Partnerland in diesem Jahr ist Ungarn.
Das wissenschaftliche Komitee ruft dazu auf, wissenschaftliche Beiträge, Projektberichte sowie praxisorientierte Vorträge einzureichen. Aktuelle Forschungsergebnisse, aber auch Erfahrungsberichte aus der Umsetzung geothermischer Projekte, werden gerne entgegengenommen. Mit dem offiziellen Call for Papers läutet der BVG die heiße Phase der Vorbereitungen für den DGK ein.
Vorträge können zu allen Nutzungsformen der Geothermie sowie Aspekten eingereicht werden, die einen Bezug zur Erdwärme haben. Vorträge zu Bohrtechnologien, übertägigen Energieanlagen, geologischen Ladensaufnahmen sowie innovativen Nutzungskonzepten in Quartieren mit kalten Nahwärmenetzen oder verbesserten Erschließungsmethoden im Bereich Oberflächennahe Geothermie sind somit ebenso willkommen wie Papers mit Expertise aus dem Feld der Akzeptanz- und Öffentlichkeitsarbeit mit Bezug zur Geothermie.
Studierende und Promovierende haben im Rahmen des Posterwettbewerbs „Science Bar“ die Möglichkeit, ihre Master- oder Doktorarbeiten einem Fachpublikum zu präsentieren. Eine unabhängige Jury zeichnet die überzeugendste Arbeit mit dem Nachwuchspreis aus.
Interessierte können eine Kurzfassung (Abstract) Ihres Beitrags (Vortragsentwurf oder Posterentwurf für die Science Bar) über das Onlineformular einreichen. Die Einreichungsfrist endet am 31. Mai 2026. Die Benachrichtigung der Referentinnen und Referenten erfolgt Anfang August 2026.
Detaillierte Informationen zum Call for Papers, zur Themenübersicht sowie zu den Einreichungsmodalitäten finden Sie auf der offiziellen Website des Geothermiekongresses unter:
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Berlin, 25. Februar. 2026 – Die Fraktionsspitzen der CDU/CSU sowie SPD haben am 24. Februar Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG, vormals GEG) vorgestellt. Der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) sieht die damit verbundene Abschaffung der 65-Prozent-Klausel kritisch und fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren.
Der Bundesverband Geothermie (BVG) kritisiert die von den Fraktionsspitzen vorgestellten Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Das vielfach als wirksam anerkannte zentrale ordnungsrechtliche Element, nämlich die Vorgabe, dass jede neue Heizung mit mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien betrieben werden muss, wird abgeschafft. Damit sorgt der Gesetzgeber für Verunsicherung. Zudem ist zu prüfen, ob er damit auch im Widerspruch zur verbindlichen EU-Vorgabe in Artikel 15a der EE-Richtlinie steht, die die Nutzung Erneuerbarer Energien in Gebäuden verbindlich festschreibt.
Neue Heizungen dürfen nunmehr auch wieder mit Öl und Gas betrieben werden. Einzige ordnungsrechtliche Vorgabe: die neue „Bio-Treppe“. Öl- und Gasheizungen, die ab dem 01. Januar 2029 eingebaut werden, müssen mit mindestens 10 % klimafreundlichen Brennstoffen (bspw. Biomethan oder synthetischen Kraftstoffen) betrieben werden. Bis 2040 ist ein stufenweiser Anstieg dieser Quote vorgesehen.
„Die in den Eckpunkten angeführte „Biotreppe“ lässt viele Fragen offen, insbesondere, ob genug klimafreundliche Gase zur Verfügung gestellt werden können, um den hohen Bedarf auch zukünftig zu decken“, sagt BVG-Geschäftsführer Gregor Dilger. „Industrie und Gewerbe sollten an alternative Technologien wie Erdwärme herangeführt werden, insbesondere, wenn die Regelung für diese Sektoren nicht gilt.“
Mit Blick auf die BEG-Förderung begrüßt der BVG, dass diese bis mindestens 2029 fortgeführt und auskömmlich ausgestaltet sein soll. Der Geothermieverband sieht dabei Anpassungsbedarf bei den maximal förderfähigen Kosten, die aktuell auf 30.000 € festgeschrieben sind. Damit werden die zusätzlichen und langfristigen Investitionen in Erdwärmesonden und Kollektoren bei erdgekoppelten Wärmepumpen und deren Systemdienlichkeit häufig unzureichend gefördert und angereizt.
Die in den Eckpunkten umrissene Vereinfachung in der Wärmeplanung in Verbindung mit der Abschaffung der 65-Prozent-Klausel darf nach Meinung des Bundesverbandes Geothermie ebenfalls nicht dazu führen, dass die kommunale Wärmewende ausgebremst wird. Die Bundesregierung sollte die Kommunen zukünftig stärker bei der Erkundung des Untergrunds unterstützen, damit die Potenziale noch umfassender betrachtet werden können. Hier würde die systematische Exploration des Untergrundes durch die Bundesregierung oder wahlweise eine Förderung von Erkundungsmaßnahmen der Länder im Rahmen des Infrastrukturfonds Abhilfe schaffen.
Problematisch ist darüber hinaus, dass die Kälteversorgung nicht explizit berücksichtig wird, obwohl diese künftig zunehmend an Bedeutung gewinnen wird und mittels Erdwärme effizient und einfach umzusetzen ist.
„Mit den vorgelegten Eckpunkten bremst die Koalition die Energie- und insbesondere die Wärmewende. Es droht ein verstärkter Attentismus in falschem Glauben an zukünftige Energielieferungen. Die Fokussierung auf die Biotreppe lässt viele Fragen offen. Deutschland muss sich weiterhin unabhängig von Brennstoffimporten machen. Es ist mehr als unsicher, dass zukünftig ausreichend klimafreundliche Gase zur Speisung der Gasnetze zur Verfügung stehen, insbesondere im Inland. Außerdem gibt es andere Nutzungsbereiche wie den Industriesektor, der diese Gase dringender benötigt. Im Gebäudesektor sollte der maximale Anreiz gesetzt werden, um auf effiziente und resiliente Energieformen wie die Erdwärme zu setzen und damit die heimische Wirtschaft zu stärken“, so Dilger.
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Berlin, 24. Februar 2026 – Die Landkarte „Tiefe Geothermieprojekte in Deutschland“, die alle bestehenden Projekte sowie jene im Bau und in Planung aufführt, macht den stetigen Aufwärtstrend der Geothermiebranche deutlich sichtbar. Mit der aktuellen Ausgabe seiner einzigartigen Landkarte appelliert der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) auch an die Politik, nun die richtigen Weichen zu stellen, damit der Ausbau der tiefengeothermischen Fernwärme in Deutschland weiter Fahrt aufnehmen kann.
Gegenwärtig sind in Deutschland so viele tiefengeothermische Anlagen in Betrieb wie noch nie zuvor: Insgesamt 45 Anlagen nutzen mit Bohrungen von meist mehreren tausend Metern Tiefe Erdwärme zur Bereitstellung von Wärme oder Strom. Zum Vorjahresbeginn waren es noch 42 Anlagen. Insgesamt 43 der 45 Anlagen in Betrieb dienen zur Bereitstellung von Wärme. Zwölf speisen Strom in die Netze ein, der Großteil ergänzend zur Fernwärmelieferung. In Bau sind derzeit 18 Anlagen, zwei mehr als im Vorjahr. Bei den geplanten Anlagen wird der Aufwärtstrend besonders deutlich: Aktuell liegt ihre Zahl bei 178. Das sind 23 mehr als noch im Jahr zuvor. Bereits 2024 hatte sich die Zahl der erteilten Aufsuchungserlaubnisse im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt (von 82 auf 155 Anlagen). Das zeigt: Das Interesse an der Tiefen Geothermie als Instrument zur Dekarbonisierung der Wärmenetze ist deutlich gestiegen.
Mit dem kürzlich in Kraft getretenen Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG) sowie dem von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Munich Re entwickelten „Förderkredit Tiefengeothermie“ hat die Politik Rahmenbedingungen geschaffen, die den Erdwärmeausbau in Deutschland erleichtern. Der Bundesverband Geothermie sieht es als entscheidend an, dass sich die Bundesregierung ambitionierte Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien insgesamt setzt. Vorgaben zur Nutzung von Erneuerbaren Energien – beispielsweise in Form von Quoten im Rahmen des Gebäudenergiegesetzes – haben sich als erfolgreiches Steuerungselement erwiesen und sollten weiter Kern einer langfristigen Energiewende sein.
„Viele heimische Unternehmen stehen in den Startlöchern und wollen Projekte realisieren, die Arbeitsplätze schaffen, zur Versorgungssicherheit beitragen und unsere Umwelt erhalten. Jetzt ist es wichtig, klare Signale zu senden, dass die Wärme- und Kältewende ungebremst weitergehen soll“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geothermie. „Wir brauchen verlässliche Förderprogramme und ein zugkräftiges Ordnungsrecht. Beim Gebäudemodernisierungsgesetz muss die Bundesregierung so schnell wie möglich für Klarheit sorgen, wie sie das aktuelle Gebäudeenergiegesetz überarbeiten will und dabei gleichzeitig europarechtliche Verpflichtungen einhalten kann. Ebenfalls sollten die Förderprogramme, die Investitionen in Milliardenhöhe auslösen und die heimische Wirtschaft stärken, zukunftsfähig ausgestaltet werden“, so Dilger weiter.
Aktuell kommen die tiefengeothermischen Anlagen in Deutschland auf eine installierte Wärmeleistung von 442 MW. Das Potenzial ist sehr viel größer: „Perspektivisch könnten tiefengeothermische Anlagen allein mindestens ein Viertel des Wärme- und Kältebedarfs in Deutschland decken“, so Dilger. Wenn wie geplant die Tiefe Geothermie von derzeit 1,8 TWh auf 10 TWh pro Jahr ausgebaut wird, könnten in Deutschland rund 24.000 neue Arbeitsplätze entstehen, 34 Millionen Tonnen CO2 vermieden und Importkosten für fossile Brennstoffe von bis zu 9 Milliarden Euro eingespart werden, schätzt der BVG.
Der Verband aktualisiert die Karte im jährlichen Rhythmus. Zusätzlich bietet der BVG unter diesem Link auch eine digitale Karte an, die unterjährig in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.
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