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Projekttagebuch Potsdam

Diese Seite ist ein Projekttagebuch zum Geothermieprojekt „Erdwärme für Potsdam“ der Stadtwerke Potsdam. Als FÖJ-lis beim Bundesverband Geothermie werden wir den Bau der Geothermieanlage dokumentieren. Geplant ist es, jede Woche mindestens einmal an die Baustelle zu fahren und Foto-Updates sowie möglicherweise Interviews zum Voranschreiten der Bohrarbeiten auf dieser Seite zu veröffentlichen.

Zum Geothermieprojekt in Potsdam:                                                                                                              In Potsdam soll eine hydrothermale Geothermieanlage entstehen, die die Bürger Potsdams mithilfe von Erdwärme etwa 50 Jahre lang mit klimaneutraler Fernwärme versorgen soll. Die seismischen Untersuchungen wurden schon im Voraus abgeschlossen, jetzt folgt die nächste Phase, die den Bohrplatzbau und dann die erste von zwei Bohrungen enthält.                                                                     Mehr können Sie hier auf der Seite der Stadtwerke Potsdam erfahren.


18.01.2023: Die Bohrung von oben

Zu den heutigen Fotos:

Die Tiefenbohrung der Stadtwerke Potsdam hat diese Woche etwa 1.750m Teufe erreicht, womit dort zur Zeit durch eine Tonschicht gebohrt wird. In dieser Tiefe herrschen in dieser Region etwas mehr als 60°C.

In dieser Tiefe wird die dritte und letzte Größe der Bohrmeißel benutzt. Das Bohrloch verjüngt sich je tiefer gebohrt wird, da die Verrohrung, um die Bohrlochintegrität zu gewährleisten, sektionsweise einzementiert wird. Dabei wird mit großen Rohrdurchmessern angefangen, und dann schrittweise der Rohrdurchmesser verkleinert. Die erste Bohrmeißel mit 13,8 Zoll Durchmesser (Bild 2 links) wurde bis etwas über 200m Teufe verwendet, die nächste bis 730m, und die aktuelle Bohrmeißel wird bis zum Schluss bohren. Zwei verschiedene Durchmesser von Rohren kann man rechts auf Bild 2 sehen.

Bild 3: Regelmäßig muss Bohrgestänge vom Gestängelager mit dem Greifer in den Bohrturm gebracht werden, damit die Bohrmeißel immer tiefer bohren kann.


11.01.2023: Update zur Bohrung

Zu den heutigen Fotos:

Seit Bohrstart Mitte Dezember hat die EWP mit dem vollhydraulischen Tiefenbohrer nun einen Monat später etwa 1.003m der geplanten 1.800m erreicht.

Pro Stunde wird je nach der Beschaffenheit des Gesteins etwa 6-8m gebohrt. Zurzeit wird durch eine (relativ weiche) Sandsteinschicht gebohrt, was dazu führt, dass schneller gebohrt werden kann. Die Geschwindigkeit ist vor allem dadurch begrenzt, wie schnell Siebe die Spülung von den aus dem Bohrloch getragenen Cuttings gereinigt werden kann. Letztere werden dann abtransportiert (s. Bild 2 rechts), während die Spülung in große Aufbewahrungsbehälter zurückgepumpt wird (s. Bild 2 links).

Bild 3: Ein Blowout-Preventer (BOP) ist eine Sicherheitseinrichtung, die das unkontrollierte Austreten unter hohem Druck stehender Lagerstätteninhalte (Blowout) verhindert. Standardmäßig werden bei allen Geothermie-Bohrungen Blow-Out-Preventer (BOP) eingesetzt. Sie dienen dazu, einen ungeplanten Gasaustritt zu verhindern. BOP werden je nach erwarteter geologischer Gesamtsituation ausgelegt (Auslegungsvarianten Universal-, Ring- oder Backenpreventer) und installiert. Ein BOP besteht aus meistens drei Absperrvorrichtungen. 

Die Blowout-Preventeranlage wird auf die Ankerrohrtour montiert. Diese muss aus zwei unabhängig voneinander und nach unterschiedlichen Prinzipien arbeitenden Verschlusseinrichtungen bestehen. Eingesetzt werden deshalb Preventeranlagen, die mindestens aus einem Universal- oder Ringpreventer und einem Backenpreventerpaar für den Ringraum- und den Totalabschluss bestehen. Die Preventer werden hydraulisch betätigt.


15.12.2022: Bohrstart

Fotos: Dr. André Deinhardt

Am 15.12.2022 startete die heiße Phase des Tiefengeothermie-Projekts an der Heinrich-Mann-Allee. Zwei Wochen vor dem Jahresende beginnt die erste von zwei Bohrungen, die etwa 2000 Meter in die Tiefe geht. Die EWP investiert ca. 20 Mio. €, um die zukünftige Nachbarschaft mit grüner Fernwärme zu versorgen. Der Bundesverband Geothermie war beim symbolischen Bohrstart mit dabei, den ganzen Artikel dazu können sie hier lesen.

Zum Artikel


08.12.2022: Vorbereitung für den Aufbau des Bohrturms

Zu den heutigen Fotos:

Schon wieder hat sich eine Menge auf dem Bohrplatz getan – die beiden Schallschutzwände sind fertig und auf dem Bohrplatz stehen die nötigen Anlagen, um zum Beispiel bald den Bohrturm mit Strom zu versorgen, und die Rohre, die die Bohrung stabilisieren werden, sind bereits auf der Baustelle gelagert.

Zudem sieht man den Bohrkeller –  der Ansatzpunkt für die Förderbohrung liegt vorne, dahinter sieht man den Ansatzpunkt für die Injektionsbohrung. Am Montag, dem 12. Dezember, soll der Bohrturm geliefert und aufgebaut werden, am Freitag soll die erste Bohrung (die Förderbohrung) planmäßig beginnen.

Der Bohrkeller wird im Bereich des Bohransatzpunktes erstellt. Hier können überschüssige Spülung und Zementsuspensionen kontrolliert gefasst und bei Bedarf Teile der Sicherheitseinrichtungen untergebracht werden. Nach Fertigstellung der Bohrarbeiten bietet sich der Bohrkeller meist zur Aufnahme des sog. Bohrlochkopfs an.

Ein ensprechend ausgebauter Bohrkeller ist auch ein Teil des Umwelt-Sicherheitskonzepts einer Tiefbohrung.


30.11.2022: Schallschutzwände

Foto: Viktoria Rothenhagen

Zum heutigen Foto:

Auf dem heutigen Foto kann man sehen, dass sich seit letzter Woche doch so Einiges verändert hat. Es wird alles für den Beginn der Bohrungen vorbereitet, der am 15. Dezember geplant ist. Die grünen Wälle, die gerade im Bau sind, nennen sich Schallschutzwände, und sind nötig, um die höchstzugelassenen 55dB pro Tag nicht zu überschreiten.

Schallschutzwände werden benutzt, um Lärm, der von einer punktuellen, linienförmigen oder flächigen Schallquelle ausgeht (in diesem Fall von den Bohrarbeiten), zu dämmen, so dass an einem zu schützenden Immissionsort der Lärm so weit abgeschwächt wird, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden (TA-Lärm). Schallschutzwände haben eine lärmabschirmende Wirkung, d.h. sie verhindern teilweise die Ausbreitung des Schalls. Auf diese Weise lassen sich Lärmminderungen von bis zu 20 dB(A) erreichen.

Nach Angaben der Stadtwerke Potsdam soll (ab dem 15. Dezember) in den zwei Bohrlöchern bis zu einer Tiefe von 2000 Metern im 24 Stunden Betrieb ca. 50 Tage gebohrt werden. Die Bohrungen enden voraussichtlich im Juni 2023.


23.11.2022: Start des Projekttagebuchs "Erdwärme für Potsdam"

Foto: Viktoria Rothenhagen

Zum heutigen Foto:

Auf dem heutigen Foto kann man den Bohrplatz sehen, der für die erste Bohrung vorbereitet wird. Der Potsdamer Bohrplatz soll inklusive Reserveflächen eine Fläche von etwa 6000m2 haben.

Ein Bohrplatz muss über einen Wasser- und Stromanschluss verfügen und wird immer so angelegt, dass keine wassergefährdenden Flüssigkeiten in den Untergrund gelangen können. Das Entwässerungskonzept und das Abfallentsorgungskonzept für den Bohrplatz müssen festgelegt werden. Mit dem Fundament sollten im Falle einer Dublette mit Schrägbohrungen auch beide Standrohre und Bohrkeller der geplanten Bohrungen bereits vor Bohrbeginn realisiert werden. Auffangbecken und Zwischenlagerung von Bohrklein und Bohrschlamm während der Bohrarbeiten müssen entworfen werden. 

Nach Angaben der Stadtwerke Potsdam wird der Bohrturm 33 Meter hoch sein, und nach dem Ende der Bohrungen, das Anfang 2023 geplant ist, wieder abgebaut werden. Das Heizwerk selbst wird einen sehr viel geringeren Platzbedarf haben.