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Ablenkung einer Bohrung

Abgelenkte Bohrungen für Erdwärmesonden. Quelle: Tracto-Technik

Das Ablenken von Bohrungen ist notwenig, um von einem Bohrplatz aus einen vorgegebenen Zielpunkt zu erreichen.

Meist wird unter der Ablenkung die Ablenkung aus der Vertikalen verstanden. Unterhalb des Ablenkpunktes verläuft die Bohrung dann schräg oder horizontal. Eine gezielte laterale Ablenkung ist ungleich aufwändiger.

Schräg laufende oder horizontale Bohrungen haben eine größere Chance steil stehende Störungszonen zu durchörtern. Bei geringmächtigen Zielhorizonten kann die Ablenkung auch so erfolgen, dass die Bohrung über eine längere Strecke im Zielhorzont geführt wird.

Bedeutung in der Geothermie

In der Tiefengeothermie in Deutschland sind abgelenkte Bohrungen die Regel und zwar aus mehreren Gründen:

  • Oft werden mehrer (meist zwei) Bohrungen von einem Bohrplatz aus abgeteuft. Zumindest eine der beiden muss abgelenkt werden, um im Zielhorizont einen ausreichenden Abstand zwischen den Bohrungen zu haben.
  • Aufgrund des Spannungsfeldes stehen geologische Störungen in größeren Tiefen meist steil. Die Chance derartige Störungen zu durchörtern ist bei abgelenkten Bohrungen größer als bei Vertikalbohrungen. Die Ablenkrichtung ist am Spannungsfeld zu orientieren.
  • Eine Ablenkbohrung kann auch als side track aus dem ursprünglichen Bohrloch heraus abgelenkt werden.
  • Aus einer Bohrung können mehrere Ablenkbohrungen abgeteuft werden, wenn man ein weiter entfernt liegendes geologisches Ziel im Gestein erreichen möchte oder das ursprüngliche Bohrloch durch einen unwiederbringlichen Fisch verstopft ist.

In der Oberflächennahen Geothermie sind Schrägbohrungen oder abgelenkte Bohrungen angebracht, wenn ein unzugängliches Untergrundvolumen genutzt werden soll. Mehrere Schrägbohrungen können von einem kleinen Bauschacht aus niedergebracht werden.

zuletzt bearbeitet April 2020