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Abstrahlcharakteristik

Abstrahlcharakteristiken eines Erdbebens. Quelle: Lexikon der Geowissenschaften

Die Abstrahlcharakteristik (Quelle, Sender) oder auch Richtcharakteristik (Quelle und Empfänger) beschreibt die Winkelabhängigkeit der Stärke empfangener oder gesendeter Wellen, meist bezogen auf die Empfindlichkeit oder die Intensität in einer Hauptrichtung. Ist die Richtcharakteristik über den Raumwinkel nicht gleichmäßig, dies wird auch als nicht isotrop bezeichnet, dann liegt eine Richtwirkung vor.

Der Begriff ist in verschiedenen Bereichen geläufig wie der Antennentechnik, sowohl bei Sende- und Empfangsantennen, bei Lichtquellen wie beispielsweise Leuchtdioden und in der Akustik, Seismik bei Mikrofonen und Lautsprechern.

Die Richtcharakteristik wird üblicherweise in Polarkoordinaten in einem „Polardiagramm“ dargestellt. Dessen radiale Skalierung ist entweder linear, in relativen Einheiten der bezogenen Leistung, oder logarithmisch, beispielsweise in Dezibel ausgedrückt. 

Bedeutung in der Geothermie

In der Geothermie sind Abstrahlcharakteristiken in zwei Gebieten von besonderer Bedeutung:

Darüberhinaus haben Abstrahlcharakteristiken auch bei elektromagnetischen Explorationsverfahren eine Bedeutung.

Bei Seismik und Seismologie werden P-Wellen und S-Wellen abgestrahlt. Deren Charakteristiken sind unterschiedlich. Bei Quellen nahe der Erdoberfläche ist das an der Oberfläche reflektierte Signal dem Primärsignal zu überlagern, was die Abstrahlcharakteristiken wesentlich beeinflusst.

In der Seismologie lassen sich aus den Abstahlcharakteristiken Angaben über den Herdmechanismus ableiten. Sie sind auch mit dafür verantwortlich, dass die Erschütterungseinwirkungen eines Bebens an der Erdoberfläche nicht kreisförmig um das Epizentrum verteilt sind. Siehe hierzu auch: Einwirkungsbereich.

Weblinks

http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/abstrahlcharakteristik/176 

https://de.wikipedia.org/wiki/Richtcharakteristik

zuletzt bearbeitet April 2020